Die Woche im Sport von Thomas Rademacher

Für die Krise ist die Klingenhalle nur bedingt geeignet

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thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Es ist Spekulation, wie sich die Corona-Krise in den kommenden Wochen entwickelt.

Dass das Virus bis Anfang Oktober, wenn die Handball-Bundesliga in den Spielbetrieb startet, nicht verschwunden sein wird, ist allerdings so gut wie sicher. Entsprechend unwahrscheinlich ist es, dass die Vereine ihre Hallen zu Beginn der Saison so mit Zuschauern besetzen dürfen, wie sie es gewohnt sind. Regionale Unterschiede sind ebenso zu vermuten wie eine beschränkte Auslastung der Arenen im Allgemeinen. Sogar ein Saisonstart komplett ohne Fans ist nicht mit Sicherheit auszuschließen.

Die Klingenhalle und die Unihalle, in denen der Bergische HC einen Großteil seiner Heimspiele austrägt, sind bei Gegnern berüchtigt. Vor allem die kleine, liebgewonnene Halle am Weyersberg besticht durch eine Zuschauerwand, die bei entsprechender Atmosphäre ein Garant für Gänsehaut-Momente ist. Durch die hinzukommende Enge entsteht schnell eine beeindruckende Stimmung, der sich auch kein Handballer auf dem Feld mehr entziehen kann.

Der BHC ist nicht die einzige Mannschaft in der Bundesliga, die einen solchen Heimvorteil genießt. Dieser ist aber gerade zu Beginn der Saison in Gefahr. Man muss kein Hellseher sein, um zu prognostizieren, dass genau solch kleine, zumeist ältere Hallen für an Auflagen gebundene Spiele in der Krise kaum geeignet sind. Zum einen finden in der Klingenhalle selbst unter normalen Bedingungen nur etwa 2500 Fans Platz, zum anderen waren auf der Vollversammlung der Handball-Bundesliga auch die Belüftungssysteme großes Thema.

Es ist zumindest fraglich, ob dieses in der Klingenhalle noch verbessert werden kann. Doch selbst wenn dies gelingt: Wie viele Zuschauer sind denn realistisch? Ein Drittel der sonst maximalen Auslastung dürfte eine optimistische Prognose sein. Schließlich soll der Super-Cup im modernen Düsseldorfer ISS Dome vor circa 2000 Fans steigen – was weniger als einem Fünftel der normalen Kapazität entspricht. Selbst wenn die Klingenhalle die Freigabe für 800 bis 900 Zuschauer bekäme, wäre die Nachfrage nach Tickets größer.

Der BHC kündigte bereits an, den treuesten Fans und Partnern den Vorzug zu geben. Und er verhält sich damit so wie die meisten anderen Vereine auch. Die berüchtigte Klingenhallen-Atmosphäre wird dabei aber nicht entstehen. Dafür fehlt die Masse. Auch wenn die Vereinsverantwortlichen noch weit davon entfernt sind, diese Entscheidung zu treffen: Es wäre allzu verständlich, wenn die ersten Spiele im großen Düsseldorfer Dome stattfinden. Die Klingenhalle wird ihr Comeback bekommen – mit Gänsehaut-Momenten.

TOP Klingenpfadlauf steigt unter Auflagen.

FLOP Miss-Zöpfchen-Lauf muss ausfallen.

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