Leichtathletik

Kremsers Hoffnung gilt dem Sommer

Maximilian Kremser steht (fast) in den Startlöchern. Auch der Leichtathlet sehnt die Normalität herbei. Foto: Wolfgang Birkenstock
+
Maximilian Kremser steht (fast) in den Startlöchern. Auch der Leichtathlet sehnt die Normalität herbei.

Solinger Top-Leichtathlet trainiert viel, aber nicht unter optimalen Bedingungen.

Von Daniel Bernards

Zumindest um seine derzeitige Konkurrenzfähigkeit muss sich der 400-Meter-Spezialist keine Gedanken machen. Denn Wettkämpfe werden für Maximilian Kremser vom Solinger Leichtathletik-Club erst einmal nicht anstehen. Angesichts der verschärften Corona-Lage fällt die eigentlich anstehende Hallensaison der Leichtathleten nahezu vollständig aus. Der Verband Nordrhein etwa sagte bereits im Dezember sämtliche Hallenwettkämpfe und Meisterschaften bis Ende Februar ab.

Der SLC-Athlet nimmt solche Nachrichten gelassen hin, zumal die Halle nie das vorrangige Terrain des großgewachsenen Läufers darstellte. „In der Halle habe ich in den vergangenen Jahren sowieso immer nur an wenigen Wettkämpfen teilgenommen. Von daher kann ich damit leben, dass in diesem Jahr nichts stattfindet“, berichtet der Deutsche Freiluft-Jugendmeister (U18) des Jahres 2017. Dem Jahr, in dem ihn die ST-Leser zu Solingens Sportler des Jahres wählten.

„Ich möchte immer ein Stückchen schneller laufen.“
Maximilian Kremser

Dennoch: Wie für viele andere Sportler der Stadt mag man die derzeitige Trainingssituation des Spezialisten der Stadionrunde als suboptimal beschreiben – bei noch zurückhaltender Ausdrucksweise. Der heimische Trainingsplatz, die modernisierte Herbert-Schade-Anlage am Schaberg, ist gesperrt. So bleibt erneut, ähnlich wie im Frühjahr des vorigen Jahres, nur das Ausweichen: „Neben Gymnastik und viel Arbeit für meine Stabilisation gehe ich an Orte, an denen ich gut längere Läufe durchziehen kann.“

Waren dies in der ersten coronabedingten Pause gerne die flachen Wege an der Wupper, sieht man Maximilian Kremser jetzt eher auf der bei Läuferinnen und Läufern schon immer beliebten Korkenziehertrasse. Deren Vorteil: „Dank der Beleuchtung kann man dort gut auch noch abends laufen.“ Das sei in den Wäldern der Stadt dann schon schwieriger. Schwierig, das gibt der Student der Kölner Sporthochschule, hier ebenfalls in vielem ausgebremst oder nur noch digital unterwegs, zu, sei das alternative Training nicht nur aufgrund der ungewohnten und nicht gerade optimalen Wegbeschaffenheit: „Es ist halt etwas anderes, und es fällt schwerer, die Motivation hochzuhalten.“ Denn nicht nur die heimatliche Sportanlage fehle. Kremser: „Man ist halt immer alleine unterwegs. In der Trainingsgruppe macht es natürlich mehr Spaß.“ Beim gemeinschaftlichen Training gebe es immer den einen oder anderen, der mitziehe, wenn die Bereitschaft an die Belastungsgrenze zu gehen, einmal sinke.

Trotz dieser Ausgangslage hofft Maximilian Kremser auf einen „normaleren“ Sommer, vielleicht wieder mit Trainingsbetrieb, Wettkämpfen und den großen Meisterschaften der Freiluftsaison. Wie realistisch das ist? „Schwer einzuschätzen“, sagt der 20-Jährige. Er hoffe „notfalls“, ähnlich wie 2020, zumindest auf eine „Spätsaison“, wenn es in den Hoch-Zeiten Mai und Juni noch schwierig bleiben sollte. Das Ziel für das Jahr bleibe jedoch und sei einfach zu umschreiben: „Ich möchte immer ein Stückchen schneller laufen.“ Heißt nichts anderes, als den Angriff auf die persönliche 400-Meter-Bestzeit von 47,42 Sekunden.

U23-Europameisterschaft in Norwegen dient als Motivation

Bei normalem Verlauf würden erneut die großen überregionalen Titelkämpfe ins Visier genommen: Vor allem eine Teilnahme an Deutschen Meisterschaften stelle ein Ziel dar, nachdem 2020 die U23-Titelkämpfe ausfielen und Maximilian Kremser die der Männer knapp verpasste. Zudem könnten ab dem 8. Juli die U23-Europameisterschaften im norwegischen Bergen eine große Motivation für den Solinger Leichtathleten sein. Sofern es Form und Corona-Lage dann zulassen.

Maximilian Kremser

Zur Person: Der am 22. April 2000 geborene Solinger studiert Sport im fünften Semester. Auch hier durch die Pandemie etwas zurückgeworfen, peilt er in den nächsten Semestern den Bachelorabschluss an.

Wettkampf: Bei seinem einzigen Lauf 2020 über die 400 Meter am 25. Juli in Zeven blieb Kremser in 49,26 Sekunden hinter seiner Bestleistung zurück. Immerhin schaffte er es als 45. in die deutsche Bestenliste der Männer.

Veranstaltungen: Wenn alles gut läuft, kann der von Detlef Steigerwald trainierte Langsprinter am 12. Juni am vereinseigenen Klingensportfest teilnehmen. Auch die Austragung anderer SLC-Veranstaltungen werden abhängig sein von der Entwicklung der Infektionszahlen. Wie der Klingenlauf am 3. Juni oder das noch nicht terminierte Sportfest der Kinder-Leichtathletik. Ein am 6. März angesetzter Lauf zum 70. des SLC ist hingegen eine virtuelle Veranstaltung ohne Beisammensein.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

16 Kreisrekorde untermauern das beträchtliche Leistungsniveau
16 Kreisrekorde untermauern das beträchtliche Leistungsniveau
16 Kreisrekorde untermauern das beträchtliche Leistungsniveau
BV Gräfrath und Eintracht starten Kooperation
BV Gräfrath und Eintracht starten Kooperation
BV Gräfrath und Eintracht starten Kooperation
Jamal Naji übernimmt die Löwen 2022
Jamal Naji übernimmt die Löwen 2022
Jamal Naji übernimmt die Löwen 2022
VfB feiert gelungenen Spinella-Einstand
VfB feiert gelungenen Spinella-Einstand
VfB feiert gelungenen Spinella-Einstand

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare