Die Woche im Sport von Thomas Rademacher

Kontaktsport im Amateurbereich bereitet Sorgen

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Grundsätzlich ist es toll, dass der Sport wieder an Fahrt aufgenommen hat.

Die Ligen laufen auf Hochtouren im Fuß- und Handball. Es gibt zwar ein paar Absagen – sicherlich auch ein paar, die etwas übervorsichtig wirken –, doch im Großen und Ganzen wird viel gespielt. Die zuletzt deutlich erhöhten Covid-19-Fallzahlen allerdings bereiten Sorgen, weil ganze Mannschaften plötzlich für viele Tage in Quarantäne müssen. Das ist ein großes Problem, das den Amateursport zum Erliegen bringen könnte.

Ein Beispiel: Alexander Oelze spielt für die SG Ratingen Handball in der Regionalliga. Der ehemalige Profi des Bergischen HC wurde positiv auf das Virus getestet und umgehend in Quarantäne geschickt. Eine von vielen Folgen: Großteile seines Teams müssen ebenfalls für zwei Wochen zu Hause bleiben – unabhängig von etwaigen Testergebnissen. Die Truppe kann in dieser Zeit also weder trainieren noch spielen. Es ist gewiss noch organisierbar, die Meisterschaftstermine zu verschieben, doch die sportlich bedingte Quarantäne dürfte im Umfeld der Spieler für Unmut sorgen. Zumindest hat sie das Potenzial dazu.

Die SG Ratingen ist in ihrer Spielklasse ungewöhnlich professionell aufgestellt, so gehen Handball-Engagement und Job in dem Club wohl bei vielen Spielern Hand in Hand. Doch der Fall könnte sich überall abspielen – auch dort, wo das Berufsleben klar Vorrang vor dem Handballsport hat. Welcher Arbeitgeber wird es gerne hören, wenn einer seiner Angestellten in Quarantäne muss, weil sich ein Mitspieler beim Sport angesteckt hat? Sicher, der Arbeitnehmer kann sich irgendwo anstecken, das Risiko ist immer da. Doch beim Kontaktsport ist es nicht nur hoch, sondern die Quarantäne dürfte oft angeordnet werden, sobald ein Mannschaftskamerad positiv getestet wird – die Nähe ist im Training schließlich nicht zu vermeiden.

So lange solche Fälle die Ausnahme bleiben, dürften sie noch kein großes Problem darstellen. Ob das bei den aktuell steigenden Fallzahlen aber so bleibt, ist zumindest fraglich. Bei Handball-Drittligist Leichlinger TV gab es auch einen Ausbruch mit vielen positiven Tests. Der Fall führte durch die diversen Kontakte innerhalb der Szene zu vielen Spielabsagen auch im Solinger Raum. Wenn sich die Quarantänen häufen, wird Unmut aufkommen. Auch bei den Handballern selbst, denn wer bleibt schon gerne viele Tage am Stück zu Hause?

Daher bleibt in diesen Tagen ein mulmiges Gefühl und die Hoffnung, dass Infektionen – und vor allem die mit solch weitreichenden Konsequenzen – eine Ausnahme bleiben. Sonst droht eine Saisonpause, bis die Fallzahlen wieder besser – oder die Quarantäne- und Testregeln gelockert werden.

Auf den Profisport hat dies übrigens keinen Einfluss. Dort gibt es keine oder nur wenige unzufriedene Arbeitgeber abseits der Vereine. Die Spieler werden alle regelmäßig getestet, und es wird insgesamt alles dafür getan, dass der Spielbetrieb laufen kann. Die Lage ist mit der im Amateurbereich also nicht zu vergleichen.

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