Die Woche im Sport von Jürgen König

Klasse Typen im Fußball – aber noch kein Profit

juergen.koenig@solinger-tageblatt.de

Erlebt Solingen in Sachen Fußball noch mal einen spürbaren Aufschwung?

Die vergangenen Tage haben zumindest bewiesen, wie viele Wurzeln in der Klingenstadt stecken. Das große Interview mit dem 80-jährigen Horst Franz, der Top-Vereine wie Borussia Dortmund und Schalke 04 in seiner Trainer-Historie stehen hat, und mit seinem Sohn Sascha, der am Tag des Geburtstags seines Vaters als Co-Trainer von Zweitligist FC Erzgebirge Aue mit 1:2 gegen den VfL Bochum den Kürzeren zog. Ein Traumtor beim 2:2 gegen Fortuna Düsseldorf von Kevin Kampl, wie das Duo Franz mit Wohnsitz in Solingen ausgestattet. Ebenso wie Christoph Kramer, der mit Borussia Mönchengladbach auf Champions-League-Kurs bleibt. Wie Bayer Leverkusen und Adrian Stanilewicz, der trotz des noch fehlenden Durchbruchs unter anderem DFB-Pokalsieger werden kann. Marco Cirillo, der von Gladbachs U23 aus Zweitliga-Pläne schmiedet; der an der Trainer-B-Lizenz arbeitende Erkan Ari; Dennis Malura und seine Kreisliga-A-Herausforderung beim 1. FC Solingen; Oberliga-Coach Alfonso del Cueto als Landesliga-Wegbereiter bei DV; Robin Becker (Eintracht Braunschweig) und Marco Königs (Preußen Münster) als etablierte Drittliga-Kräfte – die Bandbreite in dieser Woche war enorm.

Parallel existieren vielversprechende Entwicklungen in Form von Bündelungen. Zwischen Ditib und Vatanspor. Zwischen dem „alten“ Sportring und dem TSV, der mit Blick auf sein nunmehr im Stadtrat gebilligtes, sehr spannendes Höher-Heide-Projekt ebenso Zuversicht versprühen darf wie VfB und Sportvereinigung 03 ob ihrer potenziellen Fusion – der dann größten am Niederrhein. Und dann gibt es noch Kräfte wie Bezirksligist FC Britannia oder eine Spielklasse darunter BV Gräfrath und 1. FC Solingen, die für das Aufstiegsrennen mobilisieren.

Etliche vielversprechende Namen und Entwicklungen also, aber unter dem Strich bleibt für die Großstadt mit rund 160 000 Einwohnern die Sechstklassigkeit durch den VfB – und das möglicherweise nur aufgrund des Saisonabbruchs. Das ist ebenso beschämend wie die Abstinenz im Jugendbereich oberhalb der Bergischen Leistungsklasse. Es bleibt die Hoffnung, dass die sich abzeichnenden Trends alsbald ihre Früchte tragen. Man kann es nicht ewig vor sich herschieben, aber Solingen sollte einen Verein in der Oberliga etablieren. Das Geld dafür scheint da zu sein, und auch eine Sportstätte wie das Walder Stadion dürfte – abgesehen von Risikospielen – durchaus geeignet sein.

TOP Tennis-Herren von STC und TCO starten ihre Aufstiegsprojekte bestens.

FLOP Kaum was los wegen Corona: Leichtathleten wie Max Kremser fehlen die Titel- kämpfe.

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