Die Woche im Sport von Thomas Rademacher

Klarheit und Planbarkeit wird es im Sport nicht geben

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Freitag vor zwei Wochen kam eine NRW-Corona-Schutzverordnung heraus.

Von Thomas Rademacher

Diese enthielt kleinere Lockerungen im Sport, so dass auch in Solingen relativ zügig privat geführte Anlagen für Individualsportarten wie Tennis geöffnet wurden. Damit selbiges auch mit öffentlichen Anlagen geschehen kann, bat die Stadt Solingen nach einigem Hin und Her um Mithilfe der nutzenden Vereine. Die sollen die Verantwortung für die Einhaltung der Hygieneregeln übernehmen, wenn sie aufschließen wollen. Dies stößt bei einigen Clubs offenbar auf wenig Gegenliebe – zumal nicht nur die eigenen Mitglieder kontrolliert werden sollen, sondern jeder beliebige Nutzer.

Das Problem: Wenn nur wenige Plätze geöffnet werden, droht dort ein gewisser Ansturm. Was natürlich nicht im Sinne des nutzenden Vereins ist, der in erster Linie seinen Mitgliedern ein wenig sportliche Betätigung ermöglichen möchte. Letztlich ist es nachvollziehbar, wenn Vereine unter diesen Umständen verzichten. Speziell für Fußballclubs ist der Mehrwert ohnehin überschaubar, da der Spaß beim Volkssport der Deutschen eigentlich erst aufkommt, wenn man auch mit mehren gegeneinander spielt – aktuell dürften nur zwei Personen dabei sein, wenn diese nicht aus demselben Hausstand kommen. Dass die Stadt die von der Verordnung geforderte Überwachung nicht leisten kann, ist ebenso nachzuvollziehen.

Die Situation ist also schwierig. Oder bald schon wieder nicht? Die neue Corona-Schutzverordnung ist nämlich bereits erschienen. Da NRW derzeit einen Inzidenzwert von 69,9 hat, ist Sport auf Freiluftanlagen mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten zuzulassen. Ergänzend dazu sind auch „Gruppen von höchstens 20 Kindern bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren zuzüglich bis zu zwei Ausbildungs- oder Aufsichtspersonen“ vom Sportverbot im Freien ausgenommen. Da von Individualsport nicht die Rede ist, liegt es nahe, dass Kinder ab Montag, wenn die Verordnung in Kraft tritt, eben doch wieder Fußball spielen dürfen. Dazu aber müssten die Anlagen öffnen. Es bleibt zu hoffen, dass Vereine und Stadt noch eine gute Lösung finden. Denn die Sehnsucht der Kids ist groß – dieser Eindruck verstärkt sich von Woche zu Woche.

Dennoch: Klarheit und Planbarkeit wird es im Sport nicht geben. Dafür hält der bundesweite Öffnungsplan zu viele Wenns und Abers bereit. Steigt die Inzidenz, ist eine sogenannte Handbremse eingebaut, bleibt sie stabil gibt es in bestimmten Regionen notwendige Lockerungen nicht. Letztlich wird die Lage alle zwei Wochen neu sondiert und die Corona-Schutzverordnung entsprechend angepasst. Ergo: Einen Spielbetrieb im Amateursport werden wir zeitnah nicht erleben.

TOP Handball: BHC bindet Yannick Fraatz und Tom Kare Nikolaisen langfristig.

FLOP Handball: David Schmidt wird nicht für das Nationalteam nominiert.

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