Handball

„Karo einfach“ reicht für Bremen und Platz zwei

Vanessa Brandt war für fast alle Tore aus dem Rückraum zuständig. Den einzigen Strafwurf für den HSV verwandelte sie überdies traumhaft sicher. Ihre Quote vom Punkt liegt bei weit über 90 Prozent.
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Vanessa Brandt war für fast alle Tore aus dem Rückraum zuständig. Den einzigen Strafwurf für den HSV verwandelte sie überdies traumhaft sicher. Ihre Quote vom Punkt liegt bei weit über 90 Prozent.

2. Handball-Bundesliga: HSV Solingen-Gräfrath schlägt Werder Bremen 32:24 (15:12).

Von Lutz Clauberg

Der HSV Solingen-Gräfrath ist zurück im Zweitliga-Geschehen. Vier lange Wochen nach dem letzten Heim-Auftritt, dem 30:20-Kantersieg gegen die Kurpfalz Bären aus Ketsch, holte die Mannschaft die Punkte 24 und 25. Weil der VfL Waiblingen überraschend deutlich mit 24:31 gegen Spitzenreiter FA Göppingen das Nachsehen hatte, schoben sich die Solingerinnen durch das ungefährdete 32:24 (15:12) über Werder Bremen wieder auf den zweiten Rang vor.

„Es ist auf jeden Fall noch Luft nach oben“, sagte Kerstin Reckenthäler. „Uns hat man die lange Wettkampfpause angemerkt. Das wissen die Mädels aber auch.“ Bremen erwies sich als ein wunderbarer Gegner, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Der Abstiegskandidat erschien arg dezimiert – unter anderem fehlte die starke Nina Engel – in der mit offiziell 358 Zuschauern gut besuchten Klingenhalle und verkaufte sich dafür im Großen und Ganzen ganz ordentlich. Bis zum 5:5 in der 10. Minute sogar auf Augenhöhe, ehe der HSV einen prima Zwischenspurt einlegte und rasch auf 10:5 davonzog (14.). Das funktionierte deshalb besonders gut, weil Vanessa Brandt mit perfekten Würfen aus der zweiten Reihe sicher traf und Werder vor riesige Probleme hatte, die schnellen Konter zu verteidigen. In der Endabrechnung waren es exakt zehn Gegenstöße, die die Gräfratherinnen in Tore ummünzten: „Karo einfach“ in Reinkultur.

„Es ist auf jeden Fall noch Luft nach oben.“

HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler

Die Gastgeberinnen waren dennoch gefordert. Denise Engelke wirbelte gekonnt auf der Spielmacherposition, spielte gekonnte Pässe und war auch selbst jederzeit torgefährlich. Der Innenblock mit Mandy Reinarz und Carina Senel war nicht so aufmerksam wie gewohnt. Kerstin Reckenthäler vermisste die „Stopp-Fouls“ gegen die auch technisch sehr starke Engelke. Bremen hielt folglich trotz des fehlenden Personals – zum Beispiel musste die zweite Kreisläuferin Maike Becker auf Linksaußen ran – bis weit in die zweite Halbzeit wacker mit.

Die Heimserie mit sechs Siegen und einer Punkteteilung ger drohte jedoch in keiner Phase des allenfalls durchschnittlichen Spiels zu reißen. Dafür hatte der HSV immer noch genügend Trümpfe an Bord. Vanessa Brandt traf erneut zweistellig, die für die angeschlagene Stammtorhüterin Natascha Krückemeier ab der 21. Minute eingewechselte Lisa Fahnenbruck machte ihre Sache sehr ordentlich und vor allem unaufgeregt. Lara Karathanassis erledigte einen tollen Job: couragiert im Rückraum, als sichere Vollstreckerin in der ersten Welle. Die Konter sowie Brandts Geschosse zermürbten die Gäste von der Weser schließlich.

Mit dem breiten Kader im Rücken setzte sich der Favorit von 21:18 (39.) über 25:20 (44.) auf 31:22 (55.) ab. Die wieder einmal sehr durchsetzungsstarke Carina Senel am Kreis und Jule Polsz mit schönen Würfen aus dem rechten Rückraum machten in dieser sehr einseitigen Phase besonders auf sich aufmerksam. Kerstin Reckenthäler fand auch Nele Weyhs Leistung am Kreis bemerkenswert.

HSV: Krückemeier, Fahnenbruck, Gün (nicht eingesetzt); Brandt (10, 2), Senel (6), Reinarz (4), Polsz (3), Karathanassis (3), Müller (2), Penz (1), Jörgens (1), Weyh (1), Nanfack (1), Kamp

2. Bundesliga

Platz 1: Der HSV ist Tabellenzweiter – in der Torjägerliste hat der Club in Person von Vanessa Brandt seit Samstagabend den Platz an der Sonne inne: Brandt (jetzt 125, 41) überholte Kerstin Foth (124, 52) aus Nürtingen und Janne-Lotte Woch (122, 47 ) vom Spitzenreiter Frisch Auf Göppingen. Foth fehlte beim Nürtinger 40:25 gegen den TVB Wuppertal verletzungsbedingt.

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