Türchen 6

Adventskalender: Jana Hasenjäger: Die Faustballerin mit vielen Facetten

Jana Hasenjäger trägt seit Sonntag das Trikot mit der Nummer 6 – und möchte diese so schnell nicht wieder hergeben.
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Jana Hasenjäger trägt seit Sonntag das Trikot mit der Nummer 6 – und möchte diese so schnell nicht wieder hergeben.

Türchen Nummer 6 im Rückennummer-Adventskalender des Tageblatt-Sports – diesmal mit einer Leistungsträgerin des Überraschungs-Spitzenreiters.

Von Fabian Herzog

Mit den Faustballerinnen des Ohligser TV stellt sie in dieser Hallensaison die Bundesliga-Nordgruppe auf den Kopf. Der Aufsteiger führt die Tabelle seit dem ersten Doppelspieltag an und hat sich völlig überraschend vom Herausforderer zum Gejagten entwickelt. Daran nicht ganz unbeteiligt ist Jana Hasenjäger. Die 25-jährige Leichlingerin kam mit ihrer Schwester Lina und Kati Hofmann zur Sommersaison 2020 zum damaligen Zweitligisten OTV, wo es in der Folge stetig aufwärtsging. Auch dank Hasenjäger, die schon als Schlagfrau unverzichtbar war und nach einer Schulterverletzung auch als Abwehrspielerin nicht wegzudenken ist. Eine Sportlerin mit verschiedenen Fähigkeiten also – und mindestens ebenso vielen Facetten.

Rückennummer

Auch in dieser Hinsicht glänzt Jana Hasenjäger mit Vielseitigkeit. „Früher hatte ich mal die 10 und die 3, bislang in Ohligs die 2“, erzählt sie. Für den neuen Trikotsatz, den die Mannschaft am Sonntag eingeweiht hat, wurde nun aber wild durchgemischt und die Zahlen 1 bis 7 vergeben. „Das habe ich irgendwie erst später mitbekommen und deswegen keine große Auswahl mehr gehabt.“ So wurde es die 6. „Die möchte ich jetzt auch behalten“, sagt Hasenjäger.

Sportlicher Werdegang

Mit sechs Jahren ging´s beim Leichlinger TV mit dem Faustball los. Allerdings mit Pausen. „Ich war halt so ein typisches Mädchen“, erinnert sie sich grinsend. „Wenn ich dreckig war, wollte ich sofort nach Hause.“ Was mit dem Sport eben nur schwer in Einklang zu bringen war. Im Alter von acht Jahren blieb sie dann dabei und entwickelte sich zu einer klasse Spielerin. Mit Ausnahme von zwei Saisons in Voerde verbrachte Hasenjäger ihre komplette Jugend beim LTV und feierte an der Balker Aue mit 15 auch ihr Erstligadebüt bei den Frauen. Als sich dort die Mannschaft auflöste, wechselte sie zusammen mit ihrer zwei Jahre älteren Schwester, die 2012 in Kolumbien Vizeweltmeisterin mit der deutschen U18 wurde, nach Leverkusen. Mit Bayer stiegen die Hasenjägers von der 2. in die 1. Liga auf, ehe sie 2020 nach Ohligs kamen.

Multitalent

Hasenjäger ist nicht nur eine exzellente Faustballerin, sondern spielt auch Tennis. Beim Leichlinger TV. „Aber nur in der Damen-Bezirksklasse“, erzählt sie. Und: „Faustball hat terminlich immer Priorität.“

Verständigung

Jana Hasenjäger wurde nahezu gehörlos geboren. „Ein bisschen konnte ich immer hören, sonst könnte ich ja nicht so normal sprechen.“ Mit zwei Jahren bekam sie zumindest für eine Seite ein Hörgerät, das ihr den Alltag deutlich vereinfacht. Nachts zieht sie das aber aus. „Dadurch habe ich immer einen sehr erholsamen Schlaf und lasse mich zum Beispiel von einem Gewitter nicht wecken“, sagt sie.

Teamrolle

Innerhalb der Mannschaft genießt die Leichlingerin, die die ersten acht Jahre in Solingen gelebt hat, alleine schon wegen ihres sportlichen Könnens ein hohes Ansehen. „Sie ist bei uns aber auch für das Verpeilte zuständig“, sagt Kapitänin Kaja Hutz lächelnd. Was manchmal, aber nicht immer, auf die Verständigung zurückzuführen ist. Diese leidet, wenn es in der Freiluft-Saison regnet und Hasenjäger ihr Hörgerät ausziehen muss. Oder auch, wenn mal wieder die Batterien ihren Dienst quittieren. . . Hutz: „Seitdem haben wir Ersatzbatterien in unserem Erste-Hilfe-Koffer.“

Berufung

Nach dem Fach-Abi hat Jana Hasenjäger im vergangenen Sommer ihre Ausbildung zur Heil-Erziehungspflegerin in der Langenfelder Behinderten-Werkstatt WFB abgeschlossen. Dort ist sie nun als Einzelförderkraft tätig.

Rituale

„Fürs gute Gefühl“, wie sie es selbst beschreibt, gibt es zwei Dinge, die für die OTV-Faustballerin zum Ablauf eines Spiels dazugehören. „Bei der Begrüßung und Verabschiedung stehe ich immer außen.“ Vor dem ersten Ballwechsel wird außerdem noch ein Tee getrunken. Pfefferminz? Fenchel? Hasenjäger: „Nein, schwedische Blaubeere.“

Serie

Morgen geht´s im siebten Teil unseres Rückennummer-Adventskalenders mit einem Basketballer des HSV Solingen-Gräfrath weiter.

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