Mein Blick auf die Woche im Sport

In der Energiekrise ist Augenmaß gefragt

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de
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Der Sport bleibt beim Sparen nicht außen vor. Aktionismus hält ST-Sportredakteur Thomas Rademacher in diesem Zusammenhang für keine gute Idee.

Die Nachricht, dass der Fußballkreis Solingen drei winterliche Spieltage in wärmere Monate verlegt, wird voraussichtlich nicht die letzte mit Bezug zur Energiekrise gewesen sein. Gespart werden muss und soll schließlich überall. Der Sport ist da nicht außen vor. Der Fußballkreis wurde zu diesem Schritt nicht gezwungen, handelt sicher in eigener guter Absicht. Und tatsächlich spricht ja wenig gegen diese Entscheidung – vor allem, wenn später noch genug Platz für nachmittägliche Partien ist. Die Gefahr besteht freilich, dass es im Februar friert, dadurch eine Menge weitere Spieltage verlegt werden müssen und es dann umso enger im Terminplan wird – was wieder zu Abendspielen und Flutlichtnutzung führen und die eingesparte Energie dann eben doch weitgehend wieder verbraucht würde. Aber gut, es ist einen Versuch wert.

Die Frage ist nun: Was muss der Sport in diesem Winter noch leisten? Ist es denkbar, dass die warmen Duschen abgeschaltet werden? Dass Hallen vorübergehend geschlossen werden? Solche Lösungen wären kurzsichtig beziehungsweise verheerend. Kurzsichtig, weil die eingesparte Energie beim Duschen dann eben zu Hause verbraucht würde – auch wenn einige Hartgesottene vielleicht wirklich kalt duschen würden, sie wären in der deutlichen Minderheit. Verheerend, weil eine Schließung der Hallen nach den dramatischen Einschränkungen während der Corona-Pandemie dem Sport einen noch schwereren Stand verschaffen würde als ohnehin schon.

Vereine aller Art müssen um ihren Nachwuchs kämpfen. Wenn das Sport treiben mal wieder nicht möglich sein sollte, wäre dies der nächste erhebliche Rückschritt, der Kids auf die Sofas vor die PlayStation drängen könnte. Das kann niemand ernsthaft wollen.

Aktionismus ist in diesen Zeiten nicht gefragt. Viel eher Augenmaß. Wenn der Sport seinen Beitrag leistet, dann doch bitte durch Kompromisse, die vielleicht auch ein bisschen wehtun, aber nicht existenzgefährdend sind. Etwas kühlere Hallen sind genauso denkbar wie eine Verlegung von ein paar dunklen Winter-Fußballspielen in die helleren Monate. Insofern ist es auch richtig und wichtig, dass der EC Bergisch Land trotz der Krise die Eishalle öffnen will – einen Ausfall der Eissport-Saison gab es vor zwei Jahren, und er hat bereits da Spuren hinterlassen.

TOP Badminton-Zweitligist STC Blau-Weiß bietet grandiose sportliche Unterhaltung.

FLOP Er hätte mehr Publikum verdient.

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