Volleyball

Huib den Boer braucht den Volleyball

Huib den Boer im November 2016 in der Berliner Max-Schmeling-Halle – seine Solinger Erstliga-Volleys unterlagen mit 0:3. Foto: imago
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Huib den Boer im November 2016 in der Berliner Max-Schmeling-Halle – seine Solinger Erstliga-Volleys unterlagen mit 0:3.

Mit seinem Namen verbinden die Volleys-Fans die erfolgreichste Zeit.

Von Sonja Bick

Huib den Boer bezeichnet sich selbst als „Volleyballer aus Leidenschaft“. Aber vor knapp zwei Jahren machte dem heute 39-Jährigen sein Hobby nicht mehr so viel Spaß, wie es sonst der Fall war. Er war Spielertrainer der Drittliga-Mannschaft der Solingen Volleys, hinzu kamen seine Verpflichtungen als dreifacher Familienvater und seine Selbstständigkeit als IT-Spezialist. „Die Entscheidung aufzuhören war richtig“, sagt der Niederländer rückblickend. „Es war zu viel, ich brauchte eine Pause.“

Den Namen Huib den Boer verbinden die Solinger Volleyball-Fans mit der erfolgreichsten Zeit im Solinger Volleyball. 2014 kam der erfahrene Zuspieler, der in Hilden wohnt, zu den Volleys. 2016 wurde die Mannschaft unter Trainer Bernd Werscheck Meister in der 2. Bundesliga. „Es war eine schöne Zeit und eine coole Truppe mit Bernd und den Jungs.“

„Das Publikum stand hinter uns, das war etwas Besonderes.“

Huib den Boer zum Aufstiegsjahr

Näheren Kontakt hat er zwar nicht mehr zu seinen ehemaligen Teamkollegen, dafür aber viele positive Erinnerungen: „Oliver Gies kannte ich schon aus Eltmann, mit Daniel Wernitz und Thomas Stark habe ich mich super verstanden, und Christian Gosmann war vor allem auf dem Feld ein klasse Typ.“ Aber auch Tom-Julius Werscheck hat bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Er hatte immer gute Laune und hat voll mitgezogen, obwohl es ja nicht einfach war für ihn – mit mir vor ihm und seinem Vater als Trainer“, sagt den Boer über den jungen Zuspieler. Im Gedächtnis geblieben sind dem 1,92-Meter-Mann mit der Rückennummer 2 weniger einzelne Spiele, sondern vielmehr die „sehr schöne Atmosphäre – vor allem im Aufstiegsjahr. Das Publikum stand hinter uns, das war etwas Besonderes“.

Huib den Boer in der Aufstiegssaison 2015/16.

Nach dem Aufstieg folgte ein Jahr mit Duellen gegen die Besten der Branche – Berlin, Friedrichshafen und andere Hochkaräter. Immer wieder musste der Zuspieler allerdings pausieren, weil seine Wade zwickte. Langweilig wurde es trotzdem nicht: Die Saison beendete er gemeinsam mit Oliver Gies als Trainergespann.

Während Huib den Boer nach der Premieren-Saison Spielertrainer der zweiten Mannschaft wurde und den Oberliga-Aufstieg feierte, spielten die Volleys noch weiter in der 1. Liga – allerdings wie in der Spielzeit zuvor sportlich ohne nennbaren Erfolg. „Es ist schade, dass es langfristig nicht funktioniert hat. Die 1. Liga kam eigentlich etwas zu früh, passende Strukturen fehlten“, sagt der 39-Jährige, der sich rückblickend fragt, ob die Entscheidungen richtig waren: „Aber wir wussten nicht, ob die Chance noch mal kommt, denn zwei Jahre in Folge Meister werden ist auch nicht so einfach.“

In der Saison 2018/2019 war den Boer Spieler-Trainer beim Neustart der Volleys in der 3. Liga. Aber auch nach seinem Rückzug konnte er nicht lange auf seinen geliebten Sport verzichten. „Ich habe schnell wieder mit Beachvolleyball begonnen, im Team mit Tomek Konik“, sagt der 39-Jährige. Und auch der zweiten Mannschaft ist er weiterhin verbunden. „Ich war mehrmals beim Training und wollte ein paar Heimspiele machen. Aber die Saison war ja coronabedingt gefühlt früher zu Ende, als sie begonnen hatte.“

Sein Körper freut sich jedenfalls über die sportliche Auszeit – Schmerzen gibt es nicht mehr. „Ich möchte bald wieder beachen und auch in der Halle ein bisschen spielen.“ Denn Huib den Boer sagt: „Volleyball ist ein Teil von mir, und davon werde ich mich nie ganz verabschieden.“

Huib den Boer

Sport: Huib den Boer startete seine Karriere 1987 in seiner Heimatstadt bei DVO Oud-Beijerland und schaffte es bis ins Junioren-Nationalteam. 2003 wechselte er nach Deutschland und stieg mit dem Moerser SC in die 1. Bundesliga auf. Insgesamt zehn Jahre spielte er in der höchsten deutschen Spielklasse, unter anderem für Bayer Wuppertal und die SG Eltmann. Mit Generali Haching gewann er dreimal das Pokalfinale und wurde zweimal deutscher Vizemeister. Den Solingen Volleys ist der Niederländer weiterhin verbunden.

Privat: 2013 war zunächst Schluss mit dem Profisport: Huib den Boer konzentrierte sich auf seinen Job in der EDV-Branche. Zudem wollten seine Frau Sylvia und er mit Tochter Sofie, damals ein Jahr alt, näher bei den Großeltern wohnen und zogen deshalb nach Hilden. Mittlerweile ist der IT-Spezialist angestellt und arbeitet derzeit im Homeoffice. Da auch Drittklässlerin Sofie (8 Jahre) und Erstklässler Marco (7) teilweise zu Hause lernen müssen, wurde das Büro im Keller erweitert. Der zweijährige Noah geht in den Kindergarten.

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