Fechten

Hübers und Co. melden sich zurück

Richard Hübers (3. v. l.) und die deutsche Säbel-Elite möchten – unter Einhaltung sämtlicher Corona-Regeln (inklusive Tests) – Werbung in eigener Sache machen. Fotos: Kenny Beele
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Richard Hübers (3. v. l.) und die deutsche Säbel-Elite möchten – unter Einhaltung sämtlicher Corona-Regeln (inklusive Tests) – Werbung in eigener Sache machen.

In der Demaskiert-Liga bestreitet der Solinger endlich wieder einen Wettkampf.

Von Fabian Herzog

Hinter ihm liegt eine Zeit, die er so schnell nicht vergessen wird und die ihn mental an die Grenzen gebracht hat. Statt sich in diesem Jahr den Lebenstraum von Olympia zu erfüllen und mit der deutschen Nationalmannschaft der Säbelfechter in Tokio um eine Medaille zu kämpfen, durchlebte Richard Hübers die schwierigste Phase seiner Karriere als Sportsoldat. Über acht Monate lang konnte der gebürtige Solinger keine Wettkämpfe mehr bestreiten und musste auch das Training entsprechend runterfahren.

Aber jetzt scheint Licht am Ende des Tunnels. An diesem Samstag bestreitet Hübers erstmals wieder ein Turnier.

Richard Hübers hofft darauf, dass das neue Projekt – trotz des Namens mit Maske – gut ankommt. Dann wird es sicherlich Wiederholungen geben.

Im Rahmen der neuen Demaskiert-Liga, die seine Nationalmannschaftskollegen und Kumpel Max Hartung und Matyas Szabo mit ein paar Mitstreitern ins Leben gerufen haben, treten die besten deutschen Säbelfechter und -fechterinnen in Düsseldorf gegeneinander an, melden sich so auf der sportlichen Bildfläche zurück und wollen ganz nebenbei etwas für die Anerkennung ihrer Sportart machen. „Ein Ziel ist es, das angestaubte Image abzulegen“, verdeutlicht der 27-Jährige, was hinter dem modernen Projekt steckt.

Als Vorbild dient die Beachliga, mit der die Beachvolleyballer ab Mitte Juni eigeninitiativ ein erfolgreiches Comeback nach der Coronapause gefeiert hatten. Auch dort wurden die Spiele im Internet auf der Plattform twitch.tv übertragen, dies wird auch bei den Gefechten der deutschen Asse der Fall sein. „Mit der Demaskiert-Liga wollen wir die Corona-Starre wegsäbeln und selbst anpacken“, sagt Hartung.

„Die Olympischen Spiele bleiben mein großes Ziel.“
Richard Hübers, Säbelfechter

Gefochten wird nicht wie üblich in einer eher für wenig Charme stehenden, gewöhnlichen Turnhalle, sondern in der Glühofenhalle im Areal Böhler in Düsseldorf. „Das ist eine alte Industrieanlage“, erklärt Richard Hübers, der es im Modus jeder gegen jeden mit Hartung, Szabo und Björn Hübner-Fehrer zu tun bekommt und sich sicher ist, dass es zur Sache gehen wird. „Das wird kein Trainingsduell. Jeder will gewinnen.“ Für richtige Wettbewerbsbedingungen sorgen offizielle Kampfrichter mit entsprechenden Lizenzen. „Das bringt viel mehr Würze rein“, findet der Solinger.

Aufgewertet wird das Event durch Kommentar und Moderation des ehemaligen Team-Europameisters Benedikt Wagner sowie das Mitwirken am Mikrofon von Hochkarätern aus anderen Sportarten. Wie Karla Borger (Vize-Weltmeisterin im Beachvolleyball), Lena Schöneborn (Olympiasiegerin im modernen Fünfkampf), Max Planer (zweifacher Weltmeister im Ruder-Achter) und Alexander Nobis (Weltmeister im modernen Fünfkampf).

Für Hübers endet damit eine Phase voller Sehnsucht nach seinem Sport. „Die ersten zwei Wochen nach dem Lockdown im März waren ja noch ganz nett“, sagt er. „Da konnte man auch mal abschalten.“ Dann aber fiel ihm mehr und mehr die Decke auf den Kopf. So suchte sich der 27-Jährige eine Alternative und fand sie dank eines Mentors von der Deutschen Sporthilfe bei der Basalt AG, einem Baustoffhersteller aus Linz am Rhein, wo Hübers als geringfügig Beschäftigter und acht Stunden pro Woche Einblicke in die Unternehmensentwicklung bekommt. „Das ist wirklich ganz interessant“, findet er.

Noch lieber wäre es ihm aber, er könnte die Vorbereitung auf Olympia 2021 aufnehmen. „Das bleibt mein großes Ziel“, sagt Richard Hübers, der mit Deutschland das Ticket so gut wie sicher hat. Seinen Platz im Team gilt es aber noch zu verteidigen.

Demaskiert-Liga

Podcast: Die gleichnamige Talkrunde haben Max Hartung und Matyas Szabo Anfang des Jahres kreiert, um Fechtbegeisterte mit auf die Reise nach Tokio zu nehmen. Er läuft immer freitags und ist auf den gängigen Plattformen abrufbar.

Frauen: Auch hier tritt mit Anna Limbach, Julika Funke, Hübers-Partnerin Léa Krüger und Larissa Eifler die deutsche Elite an.

Zeitplan: Die Frauen kämpfen bereits an diesem Freitag ab 16 Uhr, die Männer sind am Samstag zur identischen Uhrzeit dran.

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