Handball

HSV unterliegt maximal unglücklich

Trotz Niederlage gab es auch Positives aus HSV-Sicht: Barbara Bongartz traf in der Crunchtime drei Mal sicher von linksaußen. Foto: Kurt Kosler
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Trotz Niederlage gab es auch Positives aus HSV-Sicht: Barbara Bongartz traf in der Crunchtime drei Mal sicher von linksaußen.

Die Zweitliga-Handballerinen verlieren 26:27 (10:13) bei der SG Kirchhof.

Von Thomas Rademacher

37 Sekunden vor Schluss stehen die Handballerinnen des HSV Solingen-Gräfrath unter extremen Druck. Sie benötigen unbedingt ein Tor, um sich für die Aufholjagd, die sie bei der SG Kirchhof hingelegt haben, zu belohnen. Beim Stand von 25:26 setzt Trainerin Kerstin Reckenthäler auf die siebte Feldspielerin. Das Rezept geht auf. Die Gäste spielen hervorragend aus und treffen durch Mandy Reinarz zum Ausgleich der Zweitliga-Partie. Doch das Tor kommt ein paar Sekunden zu früh. Die Gastgeberinnen bringen den Ball schnell zur Mittellinie, von der Diana Sabljak im hohen Bogen ins immer noch verwaiste Gehäuse wirft und mit ihrem zwölften Treffer die Gräfratherinnen ins Tal der Tränen schickt. Das 26:27 (10:13) ist für den HSV die dritte knappe Auswärtsniederlage in Folge.

„Das nagt natürlich am Selbstvertrauen“, sagt Reckenthäler. „Die Enttäuschung ist bei uns allen riesig.“ Und von den drei jüngsten Misserfolgen in fremder Halle wirkt diese wohl am stärksten. „Denn wir waren in der großen Drucksituation, unbedingt treffen zu müssen. Das haben wir geschafft – und dann verlieren doch noch auf diese Art und Weise.“

War das zu verhindern? Die Herausnahme der Torhüterin zugunsten einer siebten Feldspielerin birgt freilich ein gewisses Risiko. „Es ist kaum zu realisieren, dass wir genau eine oder zwei Sekunden vor dem Schlusspfiff abschließen“, weiß Reckenthäler. „Vielleicht kommt der Impuls zum Wechsel einen Tick zu spät.“ Die Trainerin nimmt ihre Spielerinnen in Schutz. „Es ist schwer. Wenn man zu schnell an den Wechsel zurück zur Torhüterin denkt, verpufft schließlich auch der Überzahl-Effekt, den man haben möchte.“

So bleibt zwar eine bittere Last-Second-Niederlage, doch kämpferisch waren die Solingerinnen ein Mal mehr auf der Höhe. Weil der HSV viele Chancen ausließ, hatte sich Kirchhof schnell eine Führung erarbeitet. Die holten die Gäste nach der Pause aber konsequent auf. Während die Deckung immer besser ins Spiel kam und die SG oft lange um die Tore kämpfen musste, fand der HSV schnelle Antworten. Neben der zehnfachen Torschützin Vanessa Brandt überzeugte in dieser Phase Barbara Bongartz, die drei Mal in Folge von außen versenkte.

Dreieinhalb Minuten vor Schluss schien sich das Blatt für die Gäste gewendet zu haben. Vanessa Brandt stellte per Siebenmeter auf 25:23. Dann stellten die Nordhessinnen die Partie erneut auf den Kopf. Schnell trafen sie zum 25:25, während die Solingerinnen durch Melina Fabisch und Carina Senel im Abschluss scheiterten. Nach Jana Schaffricks 26:25 für Kirchhof 45 Sekunden vor Schluss waren die Weichen gestellt: in Richtung der maximal unglücklichen HSV-Niederlage.

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