Handball

HSV tut sich erneut im Abschluss schwer

Melina Fabisch machte im Umschaltspiel viel Druck, blieb bei ihren Würfen aber unter dem Soll – symptomatisch fürs HSV-Team. Foto: Christian Beier
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Melina Fabisch machte im Umschaltspiel viel Druck, blieb bei ihren Würfen aber unter dem Soll – symptomatisch fürs HSV-Team.

2. Handball-Frauen-Bundesliga: Solingen-Gräfrath unterliegt Herrenberg 24:28 (9:12)

Das 5:4 in der 11. Minute durch Melina Fabisch war am Samstagabend die einzige Führung des gastgebenden HSV Solingen-Gräfrath. Und wer weiß? Hätte die frei durchgelaufene Merit Müller kurz darauf das 6:4 erzielt, wäre das Spiel vielleicht in eine andere Richtung gelenkt worden. Doch „hätte“ und „wäre“ interessierten nicht – der Fehlwurf der Rechtsaußen war hingegen ebenso Fakt wie der in der Schlussszene durch die im zweiten Durchgang sehr druckvolle und torgefährliche Mandy Reinarz. Es waren Spiegelbilder. Der Zweitligist aus der Klingenstadt ließ wie schon mehrfach in den vergangenen Wochen im Abschluss zu viele Wünsche offen. „Unsere Wurfquote war zu schlecht, um gegen so einen Gegner punkten zu können“, resümierte Kerstin Reckenthäler nach der 24:28 (9:12)-Niederlage gegen das zu den Aufstiegsanwärtern zählende Team der SG Herrenberg.

Eine aggressive Abwehr mit einer starken Torhüterin Natascha Krückemeier bildete die Basis dafür, dass die Partie zunächst völlig offen blieb und man den Tabellendritten in Verlegenheit bringen konnte. Auch wenn es den Gastgeberinnen schwer fiel, Liga-Top-Torjägerin Vanessa Brandt in gute Schussposition zu bringen, gab es reichlich Chancen – die aber von Fabisch, Müller, Brandt und Kolleginnen zu oft ungenutzt blieben.

Unsere 19 Punkte sind so viel wert.

Kerstin Reckenthäler, Trainerin des HSV Solingen-Gräfrath

Umso bemerkenswerter war es, dass sich die Solingerinnen lange Zeit nicht abschütteln ließen. Nicht in der ersten, und auch nicht in der zweiten Halbzeit. So nutzte der HSV eine von drei Überzahl-Situationen – selbst blieb man ohne Zeitstrafe – zum 15:17 in der 42. Minute durch Reinarz. Aber nur vier Minuten später war in der Klingenhalle die Entscheidung zugunsten der Gäste aus der Nähe Stuttgarts gefallen. Ein Zwischenspurt bedeutete den 22:15-Vorteil (46.), den die achtfache Feld-Torschützin Kerstin Foth mit ihrer Truppe nicht mehr hergab.

„Wir schaffen es nicht, unsere klasse Abwehrarbeit vorne umzumünzen“, haderte Reckenthäler mit der fehlenden Effektivität, die sich quer durch die komplette Mannschaft zog. Positiv durfte die Trainerin konstatieren, dass die Moral intakt war. So betrieben die Gräfratherinnen unter anderem durch ein gekonntes Spiel über den Kreis, wo nicht nur Carina Senel erfolgreich abschloss, Ergebniskosmetik. Franziska Penz gelangen zwei sehenswerte Gegenstoß-Tore, Luca Tesche verbuchte einige gelungene Aktionen. Technische Fehler in der Schlussphase verhinderten indes eine echte Aufholjagd.

Somit hatte nach 60 Minuten die dritte Niederlage in Folge Bestand. „Wir befinden uns in einem Tief, aber ich glaube nicht mehr an unseren Abstieg. Unsere 19 Punkte sind so viel wert“, versprüht Kerstin Reckenthäler Ruhe. Sie weiß, dass sich die Gegner mittlerweile gut auf den HSV eingestellt haben – wie auch auf eine Vanessa Brandt, die im Abschluss diesmal vornehmlich durch vier verwandelte Siebenmeter in Erscheinung trat. Dass es am Samstag wieder etwas zu bejubeln gibt, ist eher nicht zu erwarten, denn es geht zum nächsten Aufstiegsaspiranten nach Zwickau. Selbst bei einer weiteren Niederlage hätten die Rot-Weißen noch ein positives Punkteverhältnis – und das hätte nach 17 absolvierten Begegnungen vor einem Jahr wohl jeder im Lager des damaligen Abstiegskandidaten unterschrieben.

2. Bundesliga, Frauen

HSV Solingen-Gräfrath - SG H2Ku Herrenberg 24:28 (9:12)

HSV: Krückemeier, Fahnenbruck; Brandt (6, 4), Reinarz (4), Bongartz (3), Senel (3), Penz (3), Fabisch (2), Tesche (2), Müller (1), Nanfack, Karathanassis, Killmer – nicht eingesetzt: Ariöz

18. Spieltag

Werder Bremen - BSV Sachsen Zwickau 24:27

HSG Freiburg - TSV Nord Harrislee 22:26

Tus Lintfort - SG Kirchhof 37:19

Füchse Berlin - HC Rödertal 27:26

TVB Wuppertal - VfL Waiblingen 25:30

HC Leipzig - TG Nürtingen 26:26

1. Füchse Berlin 18 528:428 31:5

2. BSV Sachsen Zwickau 17 482:398 29:5

3. SG Herrenberg 17 477:437 28:6

4. Tus Lintfort 15 405:374 21:9

5. HSV Gräfrath 17 487:461 19:15

6. VfL Waiblingen 16 428:409 18:14

7. TSV Nord Harrislee 16 417:409 18:14

8. HC Leipzig 18 489:480 16:20

9. Werder Bremen 17 446:487 13:21

10. TG Nürtingen 14 361:388 11:17

11. SG Kirchhof 15 369:420 10:20

12. TVB Wuppertal 17 422:489  8:26

13. HC Rödertal 16 398:452  5:27

14. HSG Freiburg 17 401:478  3:31

Das nächste Spiel: BSV Zwickau - HSV Solingen-Gräfrath (Samstag, 6. März, 17 Uhr)

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