Handball

HSV spielt mit Donezk in der Regionalliga Nordrhein

Stefan Bögel hat aktuell reichlich zu tun. Schon bald kommen die nächsten ukrainischen Handballer nach Solingen.
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Stefan Bögel hat aktuell reichlich zu tun. Schon bald kommen die nächsten ukrainischen Handballer nach Solingen.

Der Verein aus der Ukraine soll in der Klingenhalle auch Europapokal-Matches absolvieren.

Von Lutz Clauberg

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine fordert tagtäglich Leben. Viele Menschen aus der Ukraine sind geflüchtet. Der HSV Solingen-Gräfrath übernimmt Verantwortung – eine Handball-Jugendmannschaft aus Kiew ist bereits seit April vor Ort und spielt wie bereits berichtet nach den Sommerferien in der A-Jugend-Regionalliga.

Und schon bald werden weitere Handballer vom Verein HK Donbas Donezk Region in der Klingenstadt erwartet, berichtet Stefan Bögel. Er pflegt seit den 90er Jahren enge Kontakte zu osteuropäischen Verbänden und ist beim HSV Geschäftsführer der Zweitliga-Spielbetriebs-GmbH. Und er, der russisch spricht, forciert die humanitäre Hilfe sogar noch: „Wir bieten Donbas Donezk die Möglichkeit, hier das Europapokal-Startrecht auszuüben und als HSV Solingen-Gräfrath/Donezk in der Regionalliga Nordrhein zu spielen.“

Gemeinsam mit Alexander Gladun, einem einst bei der SG Solingen und kurz auch beim HSV aktiven Ex-Profi, suchte und fand Bögel Möglichkeiten „im Sinne des ukrainischen Handballs“. Gladun lebt in Oberammergau. Er ist der Generalsekretär des ukrainischen Verbandes. Nach Solingen kommt eine Truppe, deren ältester Spieler Jahrgang 1999 ist. Sie soll in Solingen ab Oktober im European Cup, der unterhalb der Champions League und der European League angesiedelt ist, an den Start gehen. Bögel: „Mir liegt für die Klingenhalle die Zusage der Solinger Bädergesellschaft vor. Der Europäische Verband muss die Halle allerdings noch genehmigen.“ Das letzte Europapokal-Spiel in der Klingenhalle fand laut Bögel 1993 statt: zwischen SKA Minsk und Bayer Dormagen.

Am 15. Juli soll der Trainingsstart erfolgen. Die ukrainischen Übungsleiter sind schon länger vor Ort – sie kümmern sich auch um die Jugendspieler. Bögel hofft, dass große Teile des nominellen 18er-Kaders in Solingen ankommen.

„Wir spielen in der Regionalliga außer Konkurrenz.“

Stefan Bögel, HSV Gräfrath

Der Saison-Auftakt in der jetzt 15er-Regionalliga steht fest. Der Spielplan ist bereits veröffentlicht. Am ersten September-Wochenende steht die Heim-Premiere gegen den BTB Aachen an. Bögel: „Wir spielen in der Regionalliga außer Konkurrenz und haben somit keinen Einfluss auf Ab- oder Aufstieg.“ Er versucht, so viele Partien wie möglich freitagabends beziehungsweise in der Woche auszutragen, möchte aber nicht mit dem Bergischen HC II kollidieren. Das Team von Mirko Bernau, das beim TuSEM Essen II beginnt, bevorzugt nämlich auch Freitag-Heimspiele. Das erste „Derby“ steigt Anfang Dezember.

Nach aktuellem Stand der Dinge dürfen auch Gräfrather Spieler, die zuletzt in der Bezirksliga Vize-Meister wurden, in der 4. Liga zum Einsatz kommen. Ein Kandidat sei beispielsweise US-Nationalspieler Gary Hines. Inwieweit auch Europapokal-Einätze für ihn oder andere HSV-Akteure erlaubt sind, werde derzeit noch auf höchster EHF-Ebene geklärt.

Bögel bedankt sich ausdrücklich bei den Funktionären des Nordrhein-Verbandes, die dem Antrag des HSV stattgegeben haben: „Das waren sehr gute Gespräche. Man hat anerkannt, dass wir Menschen in Not helfen.“ Bögel berichtet, dass er externe Hilfe bekommt. Zumindest sei ihm reichlich Unterstützung zugesagt worden. Jede Menge Dinge seien noch zu klären – Themen wie Unterbringung und Finanzierung stehen ganz oben auf Bögels Agenda.

Für reichlich Aufsehen sorgte zuletzt eine Meldung aus der 2. Liga: Die Mannschaft von HC Motor Zaporozhye wird in der Saison 2022/23 als 19. Team in der 2. Bundesliga starten. Darauf hatten sich die Handball-Bundesliga GmbH (HBL), der ukrainische Handballverband, der Club und die Sportstadt Düsseldorf geeinigt. Bögel: „So viel ich weiß, bezahlt alles die Sportstadt Düsseldorf.“ Saporischschja ist Champions-League-Anwärter.

Regionalliga Nordrhein

Die Regionalliga Nordrhein geht durch die Aufnahme des HSV/Donezk mit 15 Teams an den Start. Deshalb ist ein 16er-Ansetzungsschlüssel nötig. Aus der 3. Liga kam der TuSEM Essen II dazu, aus den Oberligen stiegen der Bergische HC II (Niederrhein) und die HSG Refrath/Hand (Mittelrhein) auf.

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