Handball

HSV darf wieder jubeln

Freude über das Erfolgserlebnis nach zuletzt vier Niederlagen beim HSV Solingen-Gräfrath – und die Erkenntnis, dass bei maximal drei Absteigern der Klassenerhalt in Kürze auch rechnerischer Natur perfekt sein wird. Foto: Lars Breitzke
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Freude über das Erfolgserlebnis nach zuletzt vier Niederlagen beim HSV Solingen-Gräfrath – und die Erkenntnis, dass bei maximal drei Absteigern der Klassenerhalt in Kürze auch rechnerischer Natur perfekt sein wird.

Handball: Zweitligist Solingen-Gräfrath schlägt Waiblingen mit 33:23 (16:12)

So etwas sieht man im Handball auch nicht alle Tage. Die faire Partie zwischen dem HSV Solingen-Gräfrath und VfL Waiblingen nähert sich bei einer 15:12-Führung der Gastgeberinnen dem Pausenpfiff, als es gleich drei persönliche Strafen gegen Spielerinnen aus dem Schwabenländle hagelt. Zwei Zeitstrafen und dann noch eine Rote Karte obendrauf, das Ganze innerhalb von 25 Sekunden – rekordverdächtig“ Der HSV nutzt die dreifache Überzahl vor und nach dem Seitenwechsel zu jeweils einem Treffer, so richtig davon marschiert das Team aber erst in der Folgezeit davon. Von eben jenem 15:12 schraubt der Tabellenfünfte das Ergebnis bis zur 40. Minute auf 24:12 hoch. Die Entscheidung: Solingen gewinnt erstmals wieder nach vier Niederlagen, die Gäste verlieren erstmals wieder nach vier Siegen. Die Freude ist entsprechend groß bei Kerstin Reckenthäler: „Waiblingen hatte sicher nicht seinen besten Tag erwischt, aber wir waren gut drauf und haben verdient gewonnen.“ Das deutliche 33:23 samt 9:0-Lauf gibt ihr recht.

„Wir haben endlich diese 20-Punkte- Marke geknackt.“

Kerstin Reckenthäler, HSV-Trainerin

Ihr Team war von Beginn an hochkonzentriert, geriet kein einziges Mal in Rückstand. Auch, als ein 6:3-Vorsprung (10. Minute) zum 6:6 (14.) abgegeben wurde, fand Reckenthäler das richtige Mittel. Sie bat zur Auszeit und nahm die notwendigen Feinjustierungen vor – direkt ging es mit dem 9:6 (16.) zurück in die Erfolgsspur. Garanten dafür gab es reichlich: Natascha Krückemeier, in der Trainingswoche noch leicht angeschlagen, verbuchte etliche Paraden. Mandy Reinarz fand mit ihren Schlagwürfen und Durchbrüchen immer wieder die Lücken in der Defensive des VfL. Franziska Penz profitierte davon, dass Gräfrath gekonnt zur linken Seite abräumte und die Außenspielerin freie Bahn hatte. Ihre fünf Treffer erzielte die seit kurzem 30-Jährige allesamt in Durchgang eins, der dann spektakulär endete.

Da sind die ersehnten Punkte 20 und 21 in dieser Zweitliga-Saison.

Es folgte eine denkwürdige Phase in der Klingenhalle, denn erst nach 40 Minuten und neun Sekunden durften sich die Gäste erstmalig über einen Treffer in der zweiten Hälfte freuen. Was auch ein Verdienst von Senanur Ariöz war – korrekterweise von Senanur Gün. Die 22-Jährige hat geheiratet, und auch sportlich ließ sie es krachen. Gleich zwei Siebenmeter parierte die Torhüterin in dem beeindruckenden Spielabschnitt und streute auch noch Abwehraktionen ein, als sie endgültig für Natascha Krückemeier eingewechselt worden war.

Da war längst klar, dass der HSV im vierten Aufeinandertreffen mit den Tigers erstmalig als Sieger das Feld verlassen und zugleich Revanche für die bitterste Saisonniederlage Anfang Dezember (24:38) nehmen würde. Kerstin Reckenthäler verschaffte allen Spielerinnen Einsatzzeiten – und im Feld ging keiner von ihnen leer aus. Das galt natürlich auch für Vanessa Brandt, die anfangs ebenso wie Mandy Reinarz von Waiblingens bester Akteurin, der achtfachen Torschützin Sinah Hagen, schon mal enger gedeckt wurde. Brandt fand aber ins Spiel und festigte Platz eins in der Zweitliga-Torschützenliste. „Wir haben endlich diese 20-Punkte-Marke geknackt“, sprach Reckenthäler von einem Befreiungsschlag. Ihr Wunsch, „das Ding nach der Pause klar zu machen“ wurde ebenso erfüllt wie der Ruf nach Coolness, als aus dem 24:12 ein 24:16 (44.) geworden war – die zweite Auszeit der 38-Jährigen wirkte erneut und machte so endgültig den Weg frei für den hohen Heimerfolg. Und den Klassenerhalt.

HSV Solingen-Gräfrath: Krücke–meier, Gün, Fahnenbruck; Brandt (10, 1), Penz (5), Reinarz (5), Senel (3), Bongartz (2), Fabisch (2), Nanfack (2), Killmer (1), Müller (1), Tesche (1), Karathanassis (1, 1)

Kommentar von Jürgen König

Rund um den HSV

Anreise I: Die verlief für den VfL Waiblingen nicht nach Wunsch, die Tigers standen am Samstagnachmittag nach schwerem Lkw-Unfall und Vollsperrung auf der A3 im Stau. Um 17.30 Uhr fuhr der Bus am Weyersberg vor, noch rechtzeitig für einen pünktlichen Anwurf um 18.15 Uhr.

Anreise II: Rund 550 Kilometer muss der HSV am Samstag bewältigen – der TSV Harrislee ist in Flensburg beheimatet. Das Hinspiel endete nach Solinger Quarantäne 30:30.

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