Handball

HSV plant konsequent für noch höheres Niveau

Das Durchsetzungsvermögen, hier praktiziert von Hannah Kamp gegen die Kurpfalz Bären, muss weiterhin ausgeprägt bleiben.
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Das Durchsetzungsvermögen, hier praktiziert von Hannah Kamp gegen die Kurpfalz Bären, muss weiterhin ausgeprägt bleiben.

Corona bremst den Neustart in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen – eine Analyse.

Tempospiel, Abwehrarbeit, Kleingruppen, Videoanalyse sollten unter anderem die erste volle Trainingswoche 2022 des HSV Solingen-Gräfrath prägen, ehe es am Samstagvormittag wie gewohnt im Rahmen einer Ein-Tages-Tour Richtung Stuttgart gegangen wäre. Das Ziel: die Rundsporthalle in Waiblingen, wo der dortige VfL seine Heimspiele in der 2. Frauen-Bundesliga austrägt. Die absolute Spitzenspiel-Atmosphäre wird das Team von Erfolgstrainerin Kerstin Reckenthäler allerdings verpassen. Am Donnerstagnachmittag wurde das Duell zwischen dem Zweiten und Ersten abgesagt.

Zu dem Zeitpunkt hatte es beim HSV einen positiven Corona-Fall nach PCR-Testung gegeben, mittlerweile sind es mehrere. Da es Kontakte zum Rest der Mannschaft gegeben hatte, wurde die Partie abgesagt. Interessant bleibt eine Analyse zum Überraschungs-Primus aus der Klingenstadt dennoch.

Wie war das sportliche Programm seit dem beeindruckenden 30:20-Sieg über die Kurpfalz Bären am 18. Dezember?

Kerstin Reckenthäler hatte ihrem Team nach dem klasse Handball-Jahr über zwei Wochen „heimfrei“ gegeben. „Mental haben wir diese Pause gebraucht“, sagt die Trainerin, die allerdings „Hausaufgaben“ verteilt hatte. Unter anderem in Zusammenarbeit mit Athletik-Partner Plus D gab es Vorgaben in Sachen Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, individuelle Hallen-Stunden kamen hinzu. Seit Montag trainiert man am Kannenhof zusammen, die Dienstag-Einheit wurde kurzfristig wegen der Unruhe um die positiv getestete Spielerin abgesetzt.

Welches Aufgebot steht derzeit zur Verfügung?

Sandra Münch ist als vorübergehende Spielerin des Zweitliga-Aufgebots wieder ausschließlich als Teammanagerin aktiv. Melina Fabisch ist nach ihrem Kreuzbandriss noch nicht so weit, unabhängig von Corona ist der Rest des Kaders – 13 Feldspielerinnen und drei Torhüterinnen – fit.

Was zeichnet den punktgleichen Verfolger aus?

Waiblingen war zum Ende der vergangenen Saison mit zwei Zählern hinter dem HSV als Sechster Tabellennachbar, hat mit einem deutlich höheren Etat Ambitionen für ganz oben angemeldet. „Sie haben sich bislang sehr souverän präsentiert und wären aus meiner Sicht als leichter Favorit in die Partie gegangen“, stellt Kerstin Reckenthäler den sportlichen Vergleich dar.

Hat sich der HSV zum Jahreswechsel ein neues Saisonziel gesetzt?

Nein, heißt es aus Reihen der Gräfratherinnen, die natürlich den ursprünglich angestrebten Klassenerhalt frühzeitig in der Tasche haben. Auch wenn es sicherlich das Bestreben sein dürfte, sich unter den Top Fünf zu etablieren, gibt es offiziell eine andere Verlautbarung. Reckenthäler: „Wir hatten eine kurze Besprechung zu diesem Thema und wollen immer nur ein paar Spiele vorausschauen.“ Jeder sollte für sich überlegen, was zum Beispiel der Januar bringen könne – in Waiblingen sowie gegen die zur Abstiegsregion zählenden MTV Heide und Werder Bremen (22. Januar, 18.15 Uhr, Klingenhalle) hätte einiges auf mindestens vier Zähler hingedeutet. Dazu kann es wegen zweier Absagen nicht kommen.

Sind die Personalplanungen für die kommende Saison abgeschlossen?

Viele und wichtige Hausaufgaben hat Stefan Bögel, Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH, schon seit geraumer Zeit erledigt. Dennoch gibt es noch einige Fragezeichen bei Spielerinnen, deren Vertrag zum Saisonende ausläuft. Dazu zählen die Torhüterinnen Senanur Gün und Lisa Fahnenbruck sowie im Feld Lara Karathanassis – hier steht eine Einigung über einen Verbleib kurz bevor –, Luca Tesche, Jette Clauberg und Melina Fabisch. Mit Jule Polsz (| Top-Talent . . .) bleibt eine große deutsche Linkshänder-Hoffnung in Solingen.

Was ist sportlich geplant?

Dass es personelle Veränderungen geben wird, zieht Manager Bögel nicht in Zweifel – das Niveau soll unabhängig von der zukünftigen Liga-Zugehörigkeit steigen. „Wir befinden uns in Verhandlungen und wissen, wen wir haben wollen“, sagt der HSV-Handball-Chef. So spricht er von einer Spielerin, die dem Team in Sachen Stabilität und Deckung weiterhelfe. Und – möglicherweise neben einer genesenen Fabisch – von einer Linkshänderin für den Rückraum.

Insgesamt soll der Kader aufgestockt werden, damit der Unterbau an Qualität gewinnt. Denn, so Stefan Bögel: „In der nächsten Saison wollen wir uns auch mit unserer zweiten Mannschaft in der Oberliga nach oben orientieren.“

Wie geht der Frauenhandball mit Corona um?

Die „Handball Bundesliga Frauen“ – im Vorjahr dem deutschen Profisport für zugehörig erklärt – hat nach dem finalen Dezember-Spieltag der 2. Liga entschieden, nunmehr unter 2G-Bedingungen zu spielen. Bedeutet: Wer von den Aktiven und anderen Spielbeteiligten nicht doppelt geimpft ist, kann nicht mitwirken. Laut Stefan Bögel kein Problem für den HSV: Seit Beginn der Saison sei man voll durchgeimpft, bis auf eine Spielerin sogar schon komplett geboostert.

Mittlerweile wurden die Auflagen als Reaktion auf die vielen Fälle erweitert, nunmehr sind vor jedem Spiel PCR- sowie Antigen-Tests erforderlich. Dass das neue Verfahren die Kosten der betroffenen Vereine erhöht, lässt sich leicht nachvollziehen. Fazit: Das Jahr 2022 fängt für den Frauen-Bundesliga-Handball nicht gut an, der HSV bleibt indes gerüstet.

Bundesligen

Programm: Insgesamt sieben Absagen gibt es aufgrund von Corona-Fällen für das kommende Wochenende für die ersten beiden Frauen-Bundesligen. In der 2. Liga des HSV werden nur noch fünf Partien angepfiffen. Bereits jetzt steht fest, dass die Solingerinnen auch am 15. Januar frei haben – Gegner Heide ist in Quarantäne.

1. HSV Solingen-Gräfrath 13 397:308 23:3

2. VfL Waiblingen 13 379:324 23:3

3. Frisch Auf! Göppingen 13 413:327 22:4

4. ESV 1927 Regensburg 13 366:369 17:9

5. Füchse Berlin 11 314:268 16:6

6. Kurpfalz Bären 13 347:322 15:11

7. TG Nürtingen 13 342:349 13:13

8. 1. FSV Mainz 05 12 322:334 12:12

9. TuS Lintfort 12 306:292 11:13

10. TSV Nord Harrislee 13 359:367 11:15

11. HC Leipzig 13 352:375 10:16

12. SG H2Ku Herrenberg 13 346:396  8:18

13. SV Werder Bremen 10 263:275  7:13

14. MTV Heide 12 341:396  6:18

15. TVB Wuppertal 11 258:303  4:18

16. TV Aldekerk 13 325:425  0:26

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