Handball

HSV-Frauen greifen zum zweiten Mal an

Mandy Reinarz und der HSV Solingen-Gräfrath vor gut gefüllten Rängen in der Klingenhalle konzentriert im Angriff – so soll es im zweiten Zweitliga-Jahr möglichst oft aussehen. Der Verein muss allerdings einige Hürden nehmen. Foto: Andreas Horn
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Mandy Reinarz und der HSV Solingen-Gräfrath vor gut gefüllten Rängen in der Klingenhalle konzentriert im Angriff – so soll es im zweiten Zweitliga-Jahr möglichst oft aussehen. Der Verein muss allerdings einige Hürden nehmen.

Handball-Zweitligist stellt sich den zusätzlichen Herausforderungen.

Von Jürgen König

Die Handball-Bundesliga der Frauen hatte wegen der Corona-Pandemie schon Mitte März einen Schlussstrich unter die Saison der 1. und 2. Liga gezogen. Mutmaßte man seinerzeit noch, dies könne voreilig geschehen sein, so war es im Nachhinein die richtige Entscheidung – fast alle Sportarten, auch die der männlichen Erstliga-Kollegen mit dem Bergischen HC – zogen nach und gingen unverrichteter Dinge in die vorgezogene Sommerpause. „Natürlich waren und sind wir glücklich, durch den Abbruch in der Liga geblieben zu sein. Vielleicht hätten wir es aber auch so geschafft“, sagt Stefan Bögel für den HSV Solingen-Gräfrath.

Stefan Bögel will die schwierige Lage meistern.

Das Team von Trainerin Kerstin Reckenthäler hielt im ersten Jahr der HSV-Zweitliga-Geschichte die „rote Laterne“ in Händen, hatte aber nach zuvor einigen mit Punktgewinnen belohnten guten Auftritten das rettende Ufer in Sichtweite. Abstiegskampf war für den Aufsteiger von der ersten bis zur letzten Minute der erwartete Begleiter. Dass sich dies in der neuen Saison ändert, daran mögen die Verantwortlichen kaum glauben. „Drei von 14 Clubs werden absteigen. Und die Situation ist insgesamt schwierig“, weiß Bögel, der nach dem Abbruch viele Gespräche mit den Spielerinnen führte und danach die Solidarität lobte.

„Wir wollen den Kader nicht aufblähen, aber gerne noch gezielt verstärken.“
Stefan Bögel, Geschäftsführer der HSV-GmbH

Wie vor Monaten, so ist Stefan Bögel auch heute bemüht, die Strukturen rund um den Zweitliga-Handball zu verbessern – er tut dies seit dem 1. Juli in offizieller Funktion, ist Geschäftsführer der HSV Solingen-Gräfrath FrauenPower GmbH. Dabei hat er ein effektiv wirkendes Team um sich: Jochen Röltgen, Marco Feller und Egbert Busch gehören zu denen, die sich hinter den Kulissen engagieren. Was auch bitter nötig ist, vieles muss hart erarbeitet werden. „Wir wollen den Kader für die kommende Saison nicht aufblähen, aber gerne noch gezielt verstärken. Dafür müssen die Finanzen stimmen“, zeigt der 55-Jährige, der auch national und international beratend im Profi-Handball tätig ist, den schmalen Grat auf.

Im Rahmen der Möglichkeiten hat sich der HSV gut aufgestellt, etwa in Person der Rückraum-Linkshänderin Melina Fabisch, die sich innerhalb des Bergischen Landes vom TV Beyeröhde veränderte. Oder durch Luca Tesche. Die Rückraum-Rechtshänderin kehrt zurück von Bayer Leverkusen, wohin sie nach Jugend-Stationen in Gräfrath gewechselt war. Eine Konstellation, mit der Bögel leben kann: „Wenn uns eine gute Jugendspielerin verlässt, in Leverkusen ausgebildet wird und dann wieder zu uns kommt, ist das doch ganz in unserem Sinne.“ Wie vielleicht auch im Fall von Pia Terfloth, die für ihren nächsten Karriere-Schritt in die Nachbarstadt gewechselt war. Überhaupt könnte der Kooperation mit Bayer Leverkusen eine noch größere Bedeutung mit gegenseitigen Erfahrungen zukommen, ist doch Stefan Bögel mit Michael Biegler befreundet. Der ehemalige Frauen-Nationalcoach und Bundesliga-Männer-Trainer ist nunmehr in der 1. Liga unterm Bayer-Kreuz aktiv – und gemeinsam mit Bögel bei den Gräfrather A-Jungen.

Dass die Nachwuchsarbeit beim HSV eine große Rolle spielt, ist hinlänglich bekannt, so gehören einige eigene Kräfte zum Kader. Am 29. August können sich Zuschauer ein Bild vom neuen Zweitliga-Team machen, wenn im Rahmen der Saisoneröffnung der auch im Europapokal spielende Erstligist Thüringer HC zu Gast ist. Anpfiff in der Klingenhalle, wo man in der Meisterschaft auf die bewährte Samstagabend-Anwurfzeit von 18.15 Uhr setzt, ist dann ausnahmsweise um 19 Uhr. „Unser Bestreben ist es, dass 300 bis 500 Zuschauer rein dürfen“, stellt Stefan Bögel einen „überschaubaren“ Eintrittsbetrag ebenso in Aussicht wie ein mit der Stadt abgestimmtes Hygienekonzept. Thüringen ist am Folgetag bei Bayer Leverkusen ebenfalls zur Saisoneröffnung zu Gast.

Für die 2. Bundesliga will der HSV Gräfrath in Kürze Dauerkarten anbieten, um so trotz Corona den Anteil des Ticketverkaufs am Gesamt-Etat zu steigern. Und sportlich soll die rundum gelobte Arbeit von Kerstin Reckenthäler Früchte tragen – ein Trainingslager auf Ameland oder ein Turnier bei der SG Kirchhof tragen dazu bei.

Kader

Abgänge: Neben Michalina Wasik und Anna Bergschneider, deren Verträge schon während der vergangenen Saison aufgelöst wurden, stehen Lorena Jackstadt, Vanessa Gerken, Dana Gruner, Amelie Knippert, Sharelle Maarse, Leonie Heinrichs und Laura Sosnierz als Abgänge des HSV fest.

Zugänge: Melina Fabisch, Natascha Krückemeier (beide TV Beyeröhde Wuppertal), Luca Tesche (TSV Bayer Leverkusen), Lara Karathanassis (TSV Bonn rrh.), Cassandra Nanfack (HL Buchholz 08-Rosengarten), Alina Bohnen, Barbara Bongartz, Laura Winkelhoch, Jette Clauberg (alle eigener Nachwuchs).

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