Handball

HSV fordert Bundesligisten Thüringer HC

Die mit 18 Jahren jüngste Gräfratherin Nele Weyh trifft am Samstag viele alte Bekannte: Sie wechselte aus Thüringen zum HSV. Foto: Kurt Kosler
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Die mit 18 Jahren jüngste Gräfratherin Nele Weyh trifft am Samstag viele alte Bekannte: Sie wechselte aus Thüringen zum HSV.

DHB-Achtelfinale in der Klingenhalle.

Der HSV Solingen-Gräfrath hat sich in Person von Stefan Bögel eindeutig positioniert: „Arena ja, aber die Klingenhalle muss bleiben“, sagt der Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH des Clubs, der – würde die Klingenhalle nicht mehr zur Verfügung stehen –, im Deutschen Pokal nicht in Solingen hätte spielen dürfen: „Weil keine Halle mit der vom Verband vorgeschriebenen Kapazität zur Verfügung steht.“ Und die von Bögel vermutete fünfstellige Nutzungsgebühr für die Arena könne der HSV nicht bezahlen.

Die Zuschauer dokumentieren mit ihrem Erscheinen, dass sie für den Erhalt der Klingenhalle sind.

Stefan Bögel, HSV-Manager

Am Samstag spielt der Zweitligist in seinem „Wohnzimmer“ Klingenhalle im Deutschen Pokal. Gegner im Achtelfinale ist ab 18.15 Uhr der Thüringer HC. Für Bögel ist das Aufeinandertreffen des Zweitliga-Tabellendritten – Göppingen ist durch das 34:23 in Leipzig am Mittwoch vorbeigezogen – und des Erstliga-Dritten auch ein „Gradmesser, wie weit wir noch weg sind“. Eins sei für ihn klar: „Die Mannschaft wird sich zerreißen.“ Eine objektive Siegchance sieht Bögel indes nicht: „Wenn wir gewinnen würden, würde irgendetwas ganz falsch laufen.“ Anderseits gab es in Runde 2 eine faustdicke Überraschung: Zweitliga-Primus VfL Waiblingen eliminierte den Erstligisten Bayer Leverkusen durch das 31:28 in eigener Halle, zog mit Werder Bremen ein prima Achtelfinal-Los und sollte ins Viertelfinale einziehen.

Der HSV machte zuletzt in der Meisterschaft von sich reden. „Das ist schon Thema in der Handball-Szene“, berichtet Stefan Bögel. Das Team von Kerstin Reckenthäler gewann wie berichtet 27:25 bei Frisch Auf Göppingen, der das Ziel direkter Wiederaufstieg verfolgt und einen Etat hat, der gut und gerne vier Mal so hoch wie der des HSV ist. „Die Mädels haben in der Schlussphase die Nerven behalten. Das war viel besser als gegen Harrislee“, lobt Bögel den Auftritt, der viel Anerkennung Selbstvertrauen bescherte. „Wir werden nicht in Ehrfurcht erstarren“, sagt Kerstin Reckenthäler. Sie setzt auf Emotionen und Leidenschaft, denn: „Wir haben richtig Bock auf das Spiel.“ Druck gibt es keinen: „Niemand erwartet von uns, dass wir gewinnen.“

Der in Bad Langensalza beheimatete Thüringer HC hatte eigentlich darauf gesetzt, bereits am Donnerstag in der Klingenhalle auflaufen zu dürfen, um am Samstag seinen Verpflichtungen im Europapokal nachzukommen. Daraus wurde aber nichts: Die Truppe von Herbert Müller verlor vor eigenem Publikum 32:35 gegen Molde BK, das 28:26 in Norwegen am 23. Oktober reichte nicht zum Weiterkommen. Seitdem hat der THC kein offizielles Spiel mehr bestritten. In der Bundesliga steht für den siebenfachen deutschen Meister (zuletzt 2018) und dreimaligen Pokalsieger (2019) Rang drei hinter den übermächtigen Teams aus Bietigheim und Dortmund zu Buche.

Der THC hat keine aktuelle deutsche Nationalspielerin, weiß Stefan Bögel. Im sehr großen Kader stehen Spielerinnen aus 13 (!) Nationen: Deutschland, Österreich, Japan, Niederlande, Schweden, Tschechien, Slowakei, Italien, Tunesien, Schweiz, Ungarn, Griechenland und Dänemark. Die meisten waren zuletzt am 29. August 2020 in der Klingenhalle – bei der Saisoneröffnung des HSV, der vor allem in der ersten Halbzeit hervorragend mithielt. Am Ende hieß es 25:39 (14:20). Melanie Fabisch, Mandy Reinarz, Vanessa Brandt und Cassandra Nanfack erzielten je vier Treffer. „Ich würde mich sehr freuen, wenn uns zahlreiche Zuschauer unterstützen und somit dokumentieren, dass sie für den Erhalt der Klingenhalle sind“, findet Stefan Bögel. Außerdem würde er eine „schwarze Null“ begrüßen: In der letzten Runde gegen Main 05 machte der HSV ein Verlustgeschäft. Karten gibt es an der Abendkasse und vorab im Internet.

www.solingen-live.de

Frauen-Oberliga

Derby: Der HSV-II-Trainer legt sich fest: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Erste gegen Thüringen gewinnt, ist deutlich größer als die, dass wir den BHC schlagen“, sagt Alexander Braun vor dem Derby im Kannenhof. Das liege daran, dass der Tabellenführer zu stark für die Liga und seine durch Verletzungen und Abwesenheiten arg gehandicapte Mannschaft sei. So steht zum Beispiel keine gelernte Kreisläuferin zur Verfügung. „Natürlich sind wir Favorit und wollen gewinnen“, meint BHC-Coach Lars Faßbender. Sharelle Maarse ist wieder an Bord, dafür fehlt Daria Blume.

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