Handball

HSV erfüllt seine Favoritenrolle mit Anlauf und Glanz

Cassandra Nanfack traf sieben Mal und schob sich damit in die Top-Ten der Zweitliga-Torjägerliste vor.
+
Cassandra Nanfack traf sieben Mal und schob sich damit in die Top-Ten der Zweitliga-Torjägerliste vor.

2. Frauen-Bundesliga: Solingen-Gräfrath gewinnt beim TV Aldekerk mit 34:24 (12:13).

Von Jürgen König

Als Zweitliga-Fünfter des Vorjahres war der HSV Solingen-Gräfrath allen Vorschusslorbeeren zum Trotz erst einmal mit einem eher bescheiden anmutenden Primär-Ziel in die Saison 2021/22 gegangen – so früh wie möglich den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. Am Freitagabend schaffte dies das Team sage und schreibe elf Spieltage vor dem Ende. Nach dem 34:24 (12:13)-Sieg beim TV Aldekerk sind das Schlusslicht sowie der MTV Heide und TVB Wuppertal nicht mehr in der Lage, den HSV zu überholen. Die Pflicht ist folglich erledigt, die Kür mit den Spitzenspielen im Aufstiegskampf kann kommen.

Es war für den HSV zweifelsohne eine Woche vom Feinsten. Die Verpflichtung von Erstliga-Spielerin Pia Adams aus Zwickau machte die sportlichen Ambitionen deutlich, die bereits einige Tage vor Fristende eingereichten Lizenzanträge zur 1. und 2. Bundesliga unterstrichen die gesunde wirtschaftliche Basis. Zum glücklichen Karnevalswochenende fehlte somit nur noch ein handballerischer Erfolg in Kerken. Dieser zeichnete sich bei fünffach verletzungsbedingtem Ersatz (Jule Polsz, Lara Karathanassis, Luca Tesche, Jette Clauberg, Melina Fabisch) erst mal nicht ab.

100 mitgereiste und karnevalistisch gekleidete HSV-Fans erlebten torreiche erste zehn Minuten, in denen ihr Team eine 5:3-Führung auch aufgrund technischer Fehler zum 5:6 abgab. „Es wird harte Arbeit, Aldekerk hat schon öfters nur knapp verloren“, lautete die Warnung von Manager Stefan Bögel vor dem Anpfiff in der Vogteihalle. Und es sollte sich bestätigen, bereits in der 16. Minute sah sich Trainerin Kerstin Reckenthäler bei einem 7:8-Rückstand zur ersten Auszeit gezwungen. Die Wirkung der Ansprache ließ auf sich warten, nach 20 Minuten wurde eine 10:8-Führung des Abstiegskandidaten notiert. Zu hoch blieb die Fehlerquote der Solingerinnen im Aufbauspiel und Abschluss. So auch während der ersten Überzahlsituation für die Gäste, die nach dem 10:10 (23.) prompt das 10:12 kurz darauf serviert bekamen. Aldekerk ging schließlich mit einem 13:12-Vorsprung in die Kabinen – bei nahezu in allen Bereichen ausgeglichenen Statistiken.

Blendend fanden Spielmacherin Mandy Reinarz und Kolleginnen in den zweiten Durchgang. Gestützt auf weitere Paraden von Keeperin Natascha Krückemeier, legte der Favorit bis zur 35. Minute einen 4:0-Lauf hin. Zur Auszeit von Aldekerk drei Minuten später führte Gräfrath sogar mit 19:14 – konnte da noch etwas passieren oder würde man die Auswärtsbilanz auf 14:4-Punkte ausbauen können? In der 42. Minute war diese Frage beantwortet, als die überragende Cassandra Nanfack zum 22:14 traf. Insgesamt war es ein 11:1-Lauf. Nicht zum ersten Mal war dem TVA – wie vom Gegner ins Kalkül gezogen – die Luft ausgegangen. Der höchste Vorteil lag mehrfach bei elf Toren. Und die Stimmung bei den Anhängern war nicht zuletzt aufgrund der vorübergehend übernommenen Tabellenführung grandios.

Potenzieller Neuzugang und Beach-Talent

Unruhiger als geplant verlief zuvor der Freitag für Bögel. Der Geschäftsführer war am Vormittag mit einer Pressemitteilung des Liga-Rivalen TuS Lintfort konfrontiert worden, wonach dessen derzeit beste Torschützin Lisa Kunert zum HSV wechseln würde. „Wir haben Kontakt zu Lisa, würden sie auch gerne verpflichten, aber unterschrieben ist noch nichts“, zeigte sich der HSV-Geschäftsführer verärgert über das Vorgehen. Die 21-jährige Rückraum-Linkshänderin wird auch aus der 1. Bundesliga umworben – eine spannende Personalie.

Auf anderem Terrain schürt der HSV ebenfalls Hoffnungen. So wurde mit Clara Leenen aus der C-Jugend ein Talent in den 24-köpfigen Kader zur Bildung einer U16-Beach-Nationalmannschaft berufen. Vom 8. bis 10. März erfolgt der erste Lehrgang, zum Trainerstab gehört Jessica Bregazzi – deren Karriere auch eine wichtige Station beim HSV enthält.

HSV Solingen-Gräfrath: Krückemeier, Fahnenbruck, Gün; Brandt (8, 3), Nanfack (7), Müller (5), Reinarz (4), Senel (4), Kamp (3), Penz (2), Jörgens (1), Pannes, Weyh

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

DV hofft auf den Walder Ausrutscher
DV hofft auf den Walder Ausrutscher
DV hofft auf den Walder Ausrutscher
Wegen des Abstiegs hängt Bastas eine Saison dran
Wegen des Abstiegs hängt Bastas eine Saison dran
Wegen des Abstiegs hängt Bastas eine Saison dran
Paulina Holzknecht holt sich DM-Ticket
Paulina Holzknecht holt sich DM-Ticket
Paulina Holzknecht holt sich DM-Ticket
STC benötigt zum Finale ein Erfolgserlebnis
STC benötigt zum Finale ein Erfolgserlebnis
STC benötigt zum Finale ein Erfolgserlebnis

Kommentare