Handball

HSV besteht auch den finalen Charaktertest

Carina Senel am Samstagabend in Aktion: Die Kreisläuferin trug entscheidend dazu bei, dass die Woche der Corona-Nachholspiele mit Siegen gegen Leipzig (Montag) und Freiburg sowie der achtbaren Niederlage in Berlin (Mittwoch) eine gelungene wurde. Foto: imago
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Carina Senel am Samstagabend in Aktion: Die Kreisläuferin trug entscheidend dazu bei, dass die Woche der Corona-Nachholspiele mit Siegen gegen Leipzig (Montag) und Freiburg sowie der achtbaren Niederlage in Berlin (Mittwoch) eine gelungene wurde.

2. Handball-Bundesliga: 35:27-Erfolg zum Abschluss in Freiburg.

Von Jürgen König

Laut ging es zur Halbzeit in der Kabine des HSV Solingen-Gräfrath zu. „Es kann nicht sein, dass eine Mannschaft, die vorher 23 Tore im Schnitt geworfen hat, gegen uns 18 in 30 Minuten erzielt“, erzählte Kerstin Reckenthäler nach der finalen Saisonpartie des Zweitligisten – und hatte da schon wieder wesentlich bessere Laune als noch zuvor. Ihr Team münzte die Forderung der Trainerin, endlich zu spielen, eindrucksvoll um und bestand so den Charaktertest. Mit 35:27 (17:18) setzten sich die Solingerinnen noch deutlich beim Schlusslicht und Absteiger HSG Freiburg durch. Der Weg für eine zünftige Bus-Feier zwischen dem Breisgau und Bergischen war frei.

Die Sonne schien am Samstagabend zu Beginn noch in die Gerhard-Graf-Sporthalle, was ausschließlich für die Gäste mit ihrer überragenden Spielzeit als Symbol zu werten war. Auf dem Spielfeld lief es bis zur 4:2-Führung in der 6. Minute dann auch standesgemäß, ehe es kurz darauf 4:6 stand und Reckenthäler zur Auszeit bat (11.). Es sollte bis zum Seitenwechsel auch nicht wirklich besser werden, was insbesondere an Defiziten in der Abwehr lag. So stand Torhüterin Lisa Fahnenbruck bei freien gegnerischen Würfen auf verlorenem Posten, für sie kam zwischenzeitlich Natascha Krückemeier. Aber auch mit ihr gelang es nicht, den Hebel innerhalb des ersten Durchgangs umzustellen.

Was dann aber in Hälfte zwei höchst effektiv gelingen sollte. Mit einem 6:0-Lauf hin zum 23:18-Zwischenstand (41.) stellten die Gräfratherinnen die Weichen auf Sieg, einen Konter des Tabellenletzten gab es nicht mehr. Anlass genug für Reckenthäler, zu diversen Spielerinnen Stellung zu nehmen. So zu Lara Karathanassis, die bei ihrem Comeback für Struktur im Aufbau gesorgt habe. Zu Carina Senel, die im Innenblock und am Kreis erneut bis zum Umfallen gekämpft habe. Zu Vanessa Brandt, die zu Recht Torschützenkönigin der 2. Bundesliga geworden sei (siehe unten).

„Sandra ist Gold wert für eine Trainerin.“

Kerstin Reckenthäler über Sandra Münch

Und auch zu Sandra Münch, die während der Saison als Teammanagerin vorgestellt war und jetzt noch einmal selbst zum Ball griff. „Sie ist Gold wert für eine Trainerin“, meinte Kerstin Reckenthäler mit Blick auf die Unterstützung, die ihr Münch angedeihen lässt. Dass ihre Schwester, Mandy Reinarz, auch zum Liga-Abschied aufgrund der Corona-Nachwehen noch nicht zur Verfügung stand und als Spiellenkerin vermisst wurde, gehörte ebenso wie der vermutliche Kreuzbandriss bei Melina Fabisch zu den Wermutstropfen. Damit fehlte in Freiburg immerhin ein Duo, das in der Meisterschaft zumeist gemeinsam mit Vanessa Brandt den Rückraum gebildet hatte.

Zur Begeisterung über den fünften Platz trugen aber auch alle anderen Spielerinnen bei, von denen sich in Freiburg noch einmal Linksaußen Franziska Penz als sechsfache Torschützin besonders in Szene setzte. Und so dazu beitrug, dass es nach der Begegnung in Kabine und Bus nur noch in positiver Hinsicht laut wurde. „Wenn uns jemand gesagt hätte, dass wir bereits in unsere dritte Zweitliga-Saison gehen, wir hätten ihn vielleicht für verrückt erklärt“, resümiert Geschäftsführer Stefan Bögel, dessen Dank in Sachen Sport dem gesamten Team gelte.

Dazu zählte auch, es nach der jüngsten Quarantäne vorsichtig angehen zu lassen. „Es ist sehr lobenswert, dass der HSV und Kerstin Reckenthäler die Belastung gut gesteuert haben und auf den einzelnen Positionen auch die jungen Spielerinnen gebracht haben“, meinte kein Geringerer als Michael Biegler, der als Frauen-Nationaltrainer und Coach vieler namhafter Teams kürzlich die Heimpartie gegen Leipzig auf Sportdeutschland.TV mit Bögel kommentierte – die Übertragungen waren ein schwacher Trost dafür, dass nahezu komplett keine Zuschauer in der Klingenhalle sein durften. In einer Saison, die zum zweiten Mal im Zeichen der Pandemie stand.

2. Liga

Auszeichnungen: Vanessa Brandt hat sich die Krone mit 215 Treffern (davon 59 Siebenmeter) vor der Wuppertalerin Ramona Ruthenbeck (195, 99) aufgesetzt. Die Kapitäninnen und Trainer(innen) der 14 Vereine wählten Zwickaus Pia Adams zur Spielerin der Saison.

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