Baseball

Holland ist die neue Solinger Schlag-Maschine

Brandt Holland joggt nach einem Homerun locker um die Bases. An diesen Anblick haben sich die Fans der Solingen Alligators bereits gewöhnt. Foto: Mathias M. Lehmann
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Brandt Holland joggt nach einem Homerun locker um die Bases. An diesen Anblick haben sich die Fans der Solingen Alligators bereits gewöhnt.

Baseball-Bundesliga: Der US-Amerikaner tritt am Sonntag mit den Alligators gegen sein Ex-Team aus Köln an

Von Thomas Rademacher

Drei Wochenenden in Folge hatten die Solingen Alligators in der Baseball-Bundesliga frei. Zeit, die Brandt Holland genutzt hat. Der schlagstarke US-Amerikaner hat zunächst bei den Senart Templiers in Frankreich ausgeholfen, um danach bei der Prager Baseball-Woche mit einem Allstar-Team anzutreten. „Das Wichtigste daran war, im Wettkampfmodus zu bleiben“, erläutert der 25-Jährige. „Eine so lange Zeit ohne Spiel hätte den Wiedereinstieg erschwert.“ So aber geht er in Topform in den Bundesliga-Endspurt, der mit zwei Duellen gegen die Cologne Cardinals (Sonntag, 13 und 16.30 Uhr, Weyersberg) beginnt.

Nicht nur Holland hat sich im Ausland in Form gehalten. Von den Alligators waren auch Jake MacDonald und der neue Werfer Sam Springer dabei. „Er hat in keinem Spiel einen Gegenpunkt kassiert“, zeigt sich Holland begeistert von dem Zugang, der den Solingern zu einem Höhepunkt verhelfen soll. „Es ist toll, dass ein solch kurzfristiger Wechsel zu einem anderen Verein für uns möglich war“, sagt Holland. „Das ist einer der wenigen Vorteile, die Corona mit sich bringt. Die Regelbücher wurden geöffnet.“

Ab sofort gilt der Fokus aller US-Importspieler aber wieder den Alligators. Die Partien gegen Köln sind für Holland etwas Besonderes. „Meine Vorbereitung verläuft wie immer. Aber gegen die Cardinals würde ich natürlich gerne gewinnen“, meint der Baseballer, der die Saison 2019 in der Domstadt verbracht hat. „Schon damals hatte ich guten Kontakt zu Alligators-Coach Wayne Ough, so dass ich mir sicher war, für Solingen antreten zu wollen.“ 2020 hat es zwar nicht geklappt, doch in dieser Saison verständigten sich Verein und Spieler auf ein Engagement.

„Den bekommst du nicht aus“, hatte Nils Hartkopf mit Blick auf die Verpflichtung Hollands gesagt. Der Alligators-Routinier sollte recht behalten. Holland machte in Solingen da weiter, wo er knapp zwei Jahre zuvor in Köln aufgehört hatte. In acht Partien für Solingen erzielte der 25-Jährige in 48,3 Prozent der Fälle einen Treffer und schlug bereits fünf Homeruns. Nur Terrell Joyce von den Bonn Capitals hat mehr (7), benötigte dafür aber auch zwölf Partien.

Keine Frage: Brandt Holland, dessen Stärken auf der Catcher-Position auch defensiv gefragt sind, ist eine Schlag-Maschine. Der Grund ist klar: „Mein ganzes Leben dreht sich um den Baseball.“ So spielt er nicht nur selbst, sondern bringt es auch anderen bei. „In den USA trainieren ungefähr 70 Nachwuchsspieler bei mir“, erläutert der Sportler. „Noch habe ich keine Akademie, aber langfristig ist es ein großes Ziel, meine eigene Baseball-Schule mit Fokus auf das Schlagtraining zu haben.“

„Wenn ich einen Homerun schlage, ist das ein Unfall.“

Brandt Holland, Alligators-Import

Dass Holland so viele Homeruns erzielt, sei übrigens Zufall. „Meinen ersten überhaupt habe ich erst am College gehabt“, sagt er. „Es war eigentlich nie mein Ziel, mit besonders viel Kraft Richtung Zaun zu schwingen. Wenn ich einen Homerun schlage, ist das ein Unfall.“ Dieser wartet in diesen Tagen offenbar nur darauf, zu passieren. „Mein Ziel ist aber ein anderes: Ich möchte mit Läufern auf Base noch erfolgreicher treffen. An oberster Stelle steht ein guter, aggressiver Auftritt am Schlag – unabhängig vom möglichen Resultat.“

Es dürfte eine Weile her sein, dass die Alligators einen solch gefährlichen Offensivspieler hatten. Seine Ziele mit dem Team formuliert der aus Alabama stammende US-Amerikaner seinem Naturell entsprechend: „Wir wollen um die Meisterschaft spielen.“ Dafür müssen die Alligators, die nach acht Partien je vier Siege und Niederlagen auf dem Konto haben, die Play-offs erreichen. „Vier von den letzten sechs Spielen sollten wir dafür gewinnen. Das kriegen wir hin.“ Gegen die erst ein Mal erfolgeichen Kölner sind die Solinger am Sonntag jedenfalls klarer Favorit.

Zuschauer

Zum Heimspiel gegen die Cologne Cardinals sind erneut 100 Zuschauer zugelassen. Die Testpflicht entfällt völlig, die Maskenpflicht gilt nur noch in den Wartebereichen. Theoretisch wäre mehr Publikum denkbar, doch der ungleich höhere administrative Aufwand (wie die Festlegung der Sitzplätze) lohnt für die Alligators nicht. Tickets können online für 10 Euro gebucht werden.

solingen-alligators.com

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