Fußball

Die heiß ersehnte Rückkehr der Lokalduelle ist perfekt

Asmir Tabakovic (am Ball) im einzigen Bezirksliga-Derby der vergangenen Saison gegen den Platznachbarn DV – Solinger Duelle gibt es jetzt wieder häufiger. Foto: Christian Beier
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Asmir Tabakovic (am Ball) im einzigen Bezirksliga-Derby der vergangenen Saison gegen den Platznachbarn DV – Solinger Duelle gibt es jetzt wieder häufiger.

Fußballer auf Verbandsebene begrüßen die neu eingeteilten Staffeln.

Von Timo Lemmer

Kaum eine Fußball-Saison stand so sehr im Zeichen der Tristesse wie die vergangene. Selbst im seit Jahren nicht eben erfolgsverwöhnten Solinger Fußball war die Situation einmalig: So spielte der VfB Solingen als klassenhöchstes Team der Stadt eine teilweise katastrophale Saison, und auch in der Bezirksliga gab es kaum einmal Highlights zu bestaunen. Das Schlimmste für den Solinger Fußball-Fan war dabei aber der Umstand, dass es in der gesamten Spielzeit nur zwei Derbys – Britannia gegen DV Solingen – gab, da die drei Bezirksligisten der Stadt auch noch voneinander getrennt wurden. Dass der landesweite Saisonabbruch die Spielzeit dann sogar jäh stoppte, passte zur Saison im Zeichen der Tristesse.

„Ich erwarte eine Liga mit spielstarken Teams, in der wir uns beweisen wollen.“

Manuel Habljak, Sportlicher Leiter des VfB

Doch das Tal der Leiden ist durchschritten: Immerhin in puncto Brisanz verspricht die kommende Saison auf Verbandsebene eine deutliche Steigerung. Denn Solingen stellt vier Bezirksligisten, und sie alle wurden diesmal in eine Staffel eingeteilt. Dass es aufgrund der Erweiterung auf acht statt zuvor sechs Bezirksliga-Staffeln kleinere Gruppen gibt – die wohl eher gemächlich statt im Hauruck-Verfahren zurückgespielt werden sollen –, sorgt auch für kürzere Fahrten bei den Auswärtsspielen über die Stadtgrenzen hinaus. Der einhellige Tenor der vier Bezirksligisten in einer ST-Umfrage: Endlich gibt es wieder Lokalduelle!

Erdim Soysal, Co-Trainer des VfB, hofft möglichst schnell auf viele Punkte.

Die Zuversicht ist derweil aber auch beim klassenhöchsten Team, dem VfB Solingen in der Landesliga, groß. Dass die Klasse durch den Saisonabbruch gehalten wurde, ist Mahnung und Auftrag für die kommende Spielzeit zugleich. Der VfB ist in Landesliga-Gruppe 1 gelandet, und den Verantwortlichen um Staffelleiter Thomas Klingen sowie Stellvertreter Reinhold Dohmen ist es im dritten Anlauf endlich gelungen, den VfB vom FC Remscheid (Gruppe 3) zu trennen. Der bergische Rivale richtet den Blick weiterhin nach Duisburg, Essen oder Mülheim, während die Baverter Gegner aus Düsseldorf, Wuppertal oder Viersen erwarten. Das Risikospiel, für das Solingen keine Stätte bereithält, wird damit vermieden. „Wir können sehr gut damit leben, dass von zwei auf drei Staffeln erhöht wurde“, sagt der Sportliche Leiter Manuel Habljak. „Ich erwarte eine Liga mit spielstarken Teams, in der wir uns beweisen wollen.“

Es gibt seitens des Fußballverbandes noch keine Durchführungsbestimmungen, spannend wird also in allen Klassen, wie der Abstieg geregelt wird. Der VfB scheint aber potenziell gute Chancen zu haben. Es gibt keinen Oberliga-Absteiger als Gegner, stattdessen sind sieben von 15 Teams Neulinge: VfB Hilden 2, SG Unterrath, SC Reusrath, FSV Vohwinkel, 1. FC Wülfrath, 1. FC Viersen und Teutonia Kleinenbroich. „Da ist es aber auch schwer, einzuschätzen, wie sich diese Teams schlagen“, warnt Co-Trainer Erdim Soysal. Man schaue auf sich: „Wir wollen von Anfang an Gas geben und direkt so viele Punkte sammeln, wie es geht.“

Durch den Aufstieg von Kreisliga-Herbstmeister Solingen-Wald 03 ist die Bezirksliga-Abordnung zum Quartett angewachsen. In Gruppe 2 spielen sie unter Staffelleiterin Stefanie Weide sowie Stellvertreter Martin Schürmann gemeinsam. „Ich bin richtig froh, dass alle Mannschaften aus unserem Kreis in einer Gruppe sind“, sagt 03-Trainer Kevin Dirks. „Sollte es Corona zulassen, werden die Sportplätze auf jeden Fall besser besucht sein als in anderen Bezirksliga-Gruppen.“

Auch Sebastian Zupanic, Coach des FC Britannia, findet die vielen Derbys gut: „Das verspricht enge Spiele und Spannung.“ Nils Esslinger, Spielertrainer des TSV Solingen, freut sich, „dass wir die Derbys wieder haben. Obwohl es für uns als TSV sportliche Wundertüten sind, wenn ich die letzten Jahre betrachte“. Auch bei DV Solingen lautet die einhellige Meinung: „Wir freuen uns definitiv auf die Derbys“, wie Zülküf Yagir aus der Sportlichen Leitung sagt.

Einen Spielplan gibt es noch nicht, losgehen wird es am Wochenende 5./6. September. Gespielt wird bis einschließlich 20. Dezember, und im Sommer soll die Saison am 19./20. Juni 2021 enden. Der Start im Niederrheinpokal erfolgt am 31. Oktober – ob mit Solinger Beteiligung, wird Ende August ermittelt.

Bezirksliga

Favorit: Während Kevin Dirks „eine ausgeglichene Liga mit zwei, drei Teams, die auf jeden Fall um den Aufstieg spielen werden“, erwartet, findet es Sebastian Zupanic zu früh, um über Aufstiegskandidaten zu sprechen: „So eine Vorbereitung mit so langer Pause hat noch kein Team gehabt.“ Klarer positioniert sich Nils Esslinger: „DV und mit Abstrichen der TSV Eller sollten die Favoriten sein.“ Aus dem DV-Lager heißt es: „Jeder hat die Chance, oben dabei zu sein. Es wird hart, aber wir sind heiß.“

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