Damen-Handball, 2. Liga

HSV-Trumpf Cassandra Nanfack kann Sieg nicht retten

Cassandra Nanfack befindet sich in bestechender Form und traf auch gegen Harrislee acht Mal. Foto: Kurt Kosler
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Cassandra Nanfack befindet sich in bestechender Form und traf auch gegen Harrislee acht Mal.

Handball, 2. Liga: HSV Solingen-Gräfrath spielt gegen Nord Harrislee - das Ergebnis hätte anders ausfallen können, sagt Trainerin Kerstin Reckenthäler.

Von Lutz Clauberg

Solingen. Spannend war es in der Klingenhalle. Zum ersten Mal in dieser Saison, denn die drei Meisterschaftsspiele und die Pokalpartie waren allesamt mehr oder weniger klare Angelegenheiten für den HSV Solingen-Gräfrath.

Nicht so am Samstagabend gegen den TSV Nord Harrislee, wenngleich rund fünf Minuten vor dem Ende einiges für den vierten Heimsieg sprach: 26:23 stand es für den HSV – und der Gegner musste in der Crunchtime auf zwei so wichtige Spielerinnen verzichten.

Torjägerin Madita Heß hatte sich kurz zuvor den Fuß umgeschlagen und stand ebenso nicht mehr zur Verfügung wie Tabea Schleemann. Die Rechtsaußen war seit der 41. Minute verletzungsbedingt nicht mehr am Ball. Für ein Foul an ihr war Franziska Penz mit der Roten Karte bestraft worden.

„Wir geben den Sieg dumm aus der Hand.“

Kerstin Reckenthäler, HSV-Trainerin

Am Ende hieß es dann aber tatsächlich Unentschieden. Wie schon vor knapp einem Jahr beim 30:30, als der HSV ebenfalls deutlich führte. Nun endete das Kräftemessen 26:26 (14:10). „Natürlich sind wir enttäuscht“, sagte Kerstin Reckenthäler nach dem ersten Punktverlust vor eigenem Publikum. „Wir geben den Sieg einfach dumm aus der Hand. Diese Fehler müssen wir vermeiden.“

HSV Solingen-Gräfrath gegen Nord Harrislee: Analyse von Trainerin Kerstin Reckenthäler

In der Tat war es nicht eben clever, wie die Gräfratherinnen sich unter Stress anstellten. Ein zu hastiges Anspiel an den Kreis, ein überflüssiger, weil zu früher Fehlwurf, ein Katastrophenpass von Rechtsaußen direkt in des Gegners Arme – ein Lapsus zu viel. „Wir brauchen bessere Entscheidungen“, weiß Reckenthäler – und bleibt bei der Fehleranalyse auf dem Teppich. „Wir haben fünf Mal hintereinander gewonnen, sind im Pokal eine Runde weiter, haben in Berlin knapp verloren und jetzt unentschieden gespielt. Von unseren elf Punkten sind andere ganz weit entfernt.“

Vor offiziell vom HSV vermeldeten 170 Zuschauern hielt Harrislee zunächst brauchbar mit. Das lag insbesondere an der von Cassandra Nanfack knallhart attackierten Makita Jeß. Sie war allerdings ziemlich auf sich alleine gestellt.

Das war auch ein Grund dafür, dass die beileibe nicht überzeugenden Gräfratherinnen ab dem 8:7 (16.) nach allen Regeln der Kunst wegzogen. Kurios: Hannah Kamp traf mit zwei Abprallern hintereinander zum 9:7 und 10:7. Dieses Spielglück setzte sich bis zum 14:8 – erneut durch Rechtsaußen Hannah Kamp – mit dem sicheren Rückhalt Natascha Krückemeier konsequent fort.

Mit Wiederanpfiff war es jedoch flott vorbei in Sachen Dominanz. Plötzlich präsentierte sich auch Harrislees Torhüterin auf Zweitliga-Niveau. Es entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, aus dem eine Spielerein deutlich herausstach: Cassandra Nanfack. Die 1,60 Meter große Gräfratherin ackerte wie verrückt, traf nahezu fehlerfrei (auch von der Siebenmeter-Linie) und war somit neben Vanessa Brandt hauptverantwortlich für das Drei-Tore-Polster – das dann aber eben nicht reichen sollte.

„Cassy hat sensationell gespielt“, befand Kerstin Reckenthäler. „Aber auch sie hätte einmal eine Pause nötig gehabt.“ Wie Vanessa Brandt oder Mandy Reinarz auch – doch aktuell ist die HSV-Bank offenbar doch ein wenig zu dünn besetzt. Die Belastung ist somit für die Stammformation extrem hoch. Deshalb hat die Trainerin die Montags-Übungseinheit auch zwecks Regeneration abgesagt.

HSV: Krückemeier, Fahnenbruck, Gün (nicht eingesetzt = n.e.); Brandt (9), Nanfack (8, 3), Kamp (3), Senel (3), Reinarz (2), Müller (1), Münch, Penz, Tesche, Weyh, Clauberg (n.e.), Jörgens (n.e.)

HSV-Personalien Lara Karathanassis und Jule Polsz

Personalien: Die am 25. September verletzungsbedingt zum letzten Mal eingesetzte Lara Karathanassis soll unter Umständen am 20. November gegen Lintfort wieder spielen. Jule Polsz, in Berlin und gegen Harrislee nicht dabei, steigt am Dienstag ins Training ein.

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