Die Woche im Sport von Thomas Rademacher

Handball-Bundesliga: Beim Bergischen HC weiß man, was man hat

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thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Seitdem am Mittwoch in ganz Deutschland die Geschäfte geschlossen bleiben müssen, wird es langsam, aber sicher ruhig.

Der vorweihnachtliche Stress weicht einer gewissen Tristesse. Nicht so in der Handball-Bundesliga. Der Bergische HC hat am Mittwochabend gespielt und wird bis zum zweiten Weihnachtstage noch drei weitere Partien bestreiten, bevor es bis Anfang Februar in die WM-Pause geht.

Profisportler haben in diesen Tagen ein Privileg, das nicht selbstverständlich ist. Während unheimlich viele Branchen – inklusive Kultur, Amateursport und Einzelhandel – während des Lockdowns nahezu komplett zum Erliegen kommen, darf der Betrieb in Deutschlands hochrangigen Ligen weitergehen. Ohne Zuschauer und unter strengen Auflagen natürlich, doch selbstverständlich ist das angesichts der sonstigen Rigorosität des politischen Durchgreifens nicht.

Ob es nun daran liegt, dass die wenigen Infektionen, die auch bei Profisportlern nicht zu vermeiden sind, im Vergleich nicht ins Gewicht fallen, oder die Einsicht da ist, dass es Hochleistungssportler um Wochen oder Monate zurückwerfen würde, wenn sie über einen längeren Zeitraum nicht ihrem Beruf nachgehen könnten, sei dahingestellt. Das Erfreuliche daran ist, dass sich der Profisport – sicherlich auch oder sogar allen voran der Fußball – mit seinen strengen Hygienekonzepten inklusive regelmäßigen Testungen sowie der strikten Trennung von Aktiven und anderen am Spielbetrieb beteiligten Gruppen ein gewisses Vertrauen erarbeitet hat.

Ärgerlich ist es dann, wenn Spieler oder Vereine dieses Privileg nicht erkennen. Insbesondere aus Reihen des THW Kiel sind diese Zeichen immer wieder auszumachen. Zuletzt äußerte sich Rune Dahmke zum Thema Geisterspiele. Man laufe ein und denke, es interessiere sowieso keinen, haderte der Linksaußen, der sich dann frage, wofür man es eigentlich mache. Dass er damit zum Ausdruck bringt, nicht zu schätzen, welchen Vorteil er als Profisportler in diesen Tagen gegenüber vielen anderen hat, ist zumindest bemerkenswert.

Natürlich fehlen die Zuschauer auch jedem einzelnen BHC-Handballer, doch solche Töne sind aus Reihen der Löwen nicht zu vernehmen. Kapitän Fabian Gutbrod reagierte unlängst sogar etwas genervt auf die Frage danach und verwies darauf, dass es derzeit eben Aufgabe sei, auch ohne Publikum erfolgreich zu sein. Beim Bergischen HC weiß man offenbar, was man hat. Das gilt übrigens auch sportlich in dieser insgesamt verrückten Saison. Die Leistungen vieler Teams – allen voran Hannover oder Wetzlar – schwanken unheimlich. Dagegen wirkt der BHC geradezu stabil.

TOP HSV-Handballerinnen halten Trainerin Kerstin Reckenthäler.

FLOP Fechten: German Masters werden verschoben.

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