Handball

Halbe Sachen sind nicht sein Ding

Michael Wupper damals: Mit dem STB lieferte er sich ein paar packende Derbys gegen die SG Solingen. Archivfoto: Christian Beier
+
Michael Wupper damals: Mit dem STB lieferte er sich ein paar packende Derbys gegen die SG Solingen.

Mit Michael „Wuppi“ Wupper rückt ein Handball-Urgestein ins Trainerteam des BHC 2.

Von Fabian Herzog

Dem Handball eng verbunden war er im Prinzip schon immer. Um Michael „Wuppi“ Wupper war es aber deutlich ruhiger geworden, nachdem er 2008 seine aktive Karriere beim Solinger Turnerbund beendet hatte. Nach einer längeren Auszeit und einem dreijährigen Engagement im Trainerstab der DJK Unitas Haan kehrt er nun in die Hallen der Klingenstadt zurück: als Co- und Torwarttrainer des Bergischen HC 2.

Im Gespräch mit dem 44-Jährigen wird deutlich, wie glücklich er ist, sein Wissen und seinen Erfahrungsschatz nun bei den Zweit-Löwen einbringen zu können. „Als Solinger hat man zu diesem Verein ja eine besondere Beziehung“, sagt der Merscheider. In den ersten Einheiten habe er zudem einen richtig guten ersten Eindruck gewonnen: „Wir haben eine extrem spannende Mannschaft, deren Entwicklung ich verfolgt habe und als sehr positiv empfinde.“ Entsprechend groß sei die Vorfreude auf die Oberligasaison, in der das Ziel für den Aufsteiger in erster Linie Klassenerhalt hieße.

„Als Solinger hat man zum BHC ja eine besondere Beziehung.“
Michael Wupper, neuer Co- und Torwarttrainer der Zweiten

Der Start wird es speziell für Wupper direkt in sich haben, so viel steht trotz weiter ungewisser Corona-Lage schon fest. Am ersten Spieltag, wann auch immer dieser ausgetragen wird, kommt es zum Derby gegen Haan. Und damit dem Ex-Team des Solingers. „So ein Auftakt an einem Freitagabend – das hätte eine volle Fals-Halle verdient“, findet er.

Bei der Unitas hatte Wupper drei schöne Jahre. Als Kai Müller ihn 2017 fragte, ob er sich ein Engagement als Co- und Torwarttrainer vorstellen könne, war dies als völlig zwanglos geplant. „Ich war dann aber doch bei jeder Trainingseinheit“, erzählt er lächelnd. So ist Wupper eben. Halbe Sachen sind nicht seins. „Wenn ich etwas mache, dann möchte ich auch dahinterstehen.“

Schon als Spieler haben ihn diese Einstellung und die Leidenschaft für den Handball ausgezeichnet. Als Linksaußen oder Halblinker gehörte er beim STB zu denen, auf die immer Verlass war. „Ich war kein Wandervogel“, blickt Wupper, der aus der Jugend des Merscheider TV hervorgegangen war, auf zehn Jahre im Turnerbund-Trikot zurück. Seine schönste Zeit? „Das war die Aufstiegssaison und das anschließende Jahr in der Oberliga.“ Unter Trainer Stefan Mittelsten Scheid ging´s seinerzeit hoch in die Viertklassigkeit, die nötige Motivationsspritze gab´s vom Tageblatt-Redakteur. „Er hat uns vor der Saison nichts zugetraut“, weiß Wupper noch heute. Beinahe hätte es mit dem Klassenerhalt geklappt, aber im Endspiel gegen Abstiegskonkurrent TV Geistenbeck kam das Team um Stefan Elter, Michael Knabe und Markus Nippes nicht über ein Unentschieden hinaus.

Spannende Erlebnisse als Ordner beim BHC

Als er seine aktive Zeit als Handballer beendet und ein paar Jahre Abstand gewonnen hatte, kehrte Wupper 2013 in die Szene zurück. Zumindest im Hintergrund. Mit Ehefrau Annett schloss er sich dem Ordnerteam des BHC an und erlebte einige besondere Momente. Wie die Ausschreitungen im letzten Spiel der Saison 2013/14 gegen Nettelstedt („Ich war mittendrin“ – deeskalierend, wohlgemerkt) oder bei einem Heimspiel gegen Flensburg, als er vom damaligen Gästekapitän Tobias Karlsson nach dem Abpfiff gebeten wurde, noch eine Kiste Bier zu besorgen, und dieser sich mit einem munteren Plausch bedankte. „Die Ordnertätigkeit hat jederzeit Spaß gemacht“, sagt Wupper, der im „echten“ Leben seit über 25 Jahren in der Agentur für Arbeit angestellt ist.

Nun kehrt er zum Bergischen HC zurück, allerdings in einer anderen Rolle. „Meine Stärken liegen in der Spielanalyse“, erklärt er die Zusammenarbeit mit Trainer Mirko Bernau. Dass er als früherer Feldspieler jetzt vor allem die Torhüter unter seinen Fittichen hat, damit weiß er umzugehen. Von großen Torwarttrainern wie Andreas Thiel schaue er sich eine Menge ab. Wupper: „Und außerdem bin ich ein Video- und Literatur-Junkie.“

Begeisterung

Wuppers sportliche Leidenschaft beschränkt sich nicht allein auf den Handball. Er ist auch großer Radsport-Fan. „Das fasziniert mich“, gerät er gar ins Schwärmen, wenn er von seinen Erlebnissen erzählt. Wenn es die Zeit und die Pandemie-Lage zulassen, fährt er gerne zu Straßenrennen nach Belgien oder in die Niederlande. „Da sind das richtige Volksfeste, und man ist immer ganz nah dran.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Sascha Franz: „Viel Arbeit in familiärem Umfeld“
Sascha Franz: „Viel Arbeit in familiärem Umfeld“
Sascha Franz: „Viel Arbeit in familiärem Umfeld“
Vatanspor beschert Gül ein Traum-Comeback
Vatanspor beschert Gül ein Traum-Comeback
Vatanspor beschert Gül ein Traum-Comeback
Quartett vertritt Solingen in Berlin
Quartett vertritt Solingen in Berlin
Quartett vertritt Solingen in Berlin
Gräfrath bezwingt Dauersieger Britannia
Gräfrath bezwingt Dauersieger Britannia
Gräfrath bezwingt Dauersieger Britannia

Kommentare