Mein Blick auf die Woche im Sport

Gut aufgestellter Sport verliert einen Botschafter

juergen.koenig@solinger-tageblatt.de
+
juergen.koenig@solinger-tageblatt.de

Wenn der großartige Sensationssieg des Handball-Bundesligisten Bergischen HC in der „Hölle Nord“ der SG Flensburg hier kaum thematisiert wird, muss es schon eine besondere Woche gewesen sein. Und die war und ist es tatsächlich!

Sie hat gezeigt, wie in Solingen die sportlichen Räder ineinander greifen können – und damit etliche Erfolge bescheren.

Denn der erstmalige Bundesliga-Aufstieg eines Mädchen-Handball-Teams (BHC) oder die bärenstarken Auftritte von Schulmannschaften zum Teil vereinsübergreifend sind die Konsequenz von persönlichem Engagement mit dem leuchtenden Beispiel von Michael Kölkers Leistungszentrum und einer umsichtigen Sportpolitik. Das machte die Rundreise mit Sportausschusschef Ernst Lauterjung (SPD) deutlich: Nicht durchgängig, aber oft werden die Hebel an der richtigen Stelle angesetzt, so bei den Sportparks in Wald oder Aufderhöhe. Und im Ausschuss selbst, wo auf FDP-Initiative unter anderem um die bestmögliche Lösung dafür gerungen wurde, dem Nachwuchs durchgängig das Schwimmen beizubringen. Dies muss ebenso dem Portfolio angehören wie der Breiten-, Jugend-, Leistungs- und Spitzensport.

Für diesen steht eben jenes in Flensburg auftrumpfende Team, dessen im Sportausschuss mit „maximal vier Spielen“ beschriebene Klingenhallen-Zukunft heftige Reaktionen des Unmuts hervorrief. Da fiel in Richtung Verwaltung das Wort schockierend, da wurde der Vertrauensbeweis der Stadt Solingen gegenüber vermisst, es brodelte. Natürlich ist der sukzessive Weggang Richtung Düsseldorf mit nunmehr zwei Spielstätten ernüchternd, aber es ist eben auch die Reaktion darauf, dass ein Oktoberfest oder eine Kirmes wieder mal den Parkplatz blockiert hat. Und, dass die Heimat am Weyersberg für Profisport absolut nicht mehr zeitgemäß ist.

Das war 2003 noch anders, als ein junger Kreisläufer aus Wuppertal nach Solingen kam. Satte 19 Jahre später verlässt er als am längsten im Amt befindlicher Bundesliga-Trainer das Bergische Land. Sebastian Hinze wird an diesem Sonntag nach zehn Saisons als BHC-Chefcoach verabschiedet. Der 43-Jährige versucht zu Recht sein Glück bei den „großen“ Löwen in Mannheim. Der schon mal kauzige Hinze hatte stets seine Ecken und Kanten, aber er war viel mehr sehr lange ein echter Botschafter für ganz Sport-Solingen. Und ein so guter, dass man an dieser Stelle wohl auch die journalistische Distanz aufgeben darf: „Danke, Seppel!“

TOP DV-Fußballer sind nach überragender Rückrunde nur noch einen Schritt von der Landesliga entfernt. BV Gräfrath hat es eine Klasse tiefer bereits geschafft.

FLOP Die Sportvereinigung lässt den Aufstieg mit drei Niederlagen in Folge wohl liegen. Trostpflaster: Der Bezirksligist um Coach Kevin Dirks bewies Größe und suchte nicht nach Ausreden.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Icetigers: Vom bunten Haufen zum coolen Aufsteiger
Icetigers: Vom bunten Haufen zum coolen Aufsteiger
Icetigers: Vom bunten Haufen zum coolen Aufsteiger
Springob fiebert Rückkehr entgegen
Springob fiebert Rückkehr entgegen
Springob fiebert Rückkehr entgegen
Saison endet mit Kuriosum
Saison endet mit Kuriosum
Aus für Lucy Jörgens
Aus für Lucy Jörgens

Kommentare