Mein Blick auf die Woche im Sport

Goldene US-Sport-Zeiten sind hier vorerst vorbei

tom
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thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

ST-Sportredakteur Thomas Rademacher blickt auf die US-Sportarten in der Klingenstadt.

In der sportlichen Breite ist die Klingenstadt sehr gut besetzt. Das gilt auch für die US-Sportarten, bei denen als Klassiker Football und Baseball an erster Stelle zu nennen sind. Eishockey und Basketball gehören ebenfalls dazu, haben aber auch in Europa Tradition. Solingen bietet letztlich alles – was für eine Stadt dieser Größenordnung Seltenheitswert haben dürfte. Die Paladins-Footballer werden am Wochenende hoffentlich den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga schaffen, die Alligators-Baseballer steigen dorthin nach ihrem Rückzug in die NRW-Liga wieder auf. Nicht ganz so weit oben treten die Basketballer des HSV Solingen-Gräfrath und die Eishockeyspieler des EC Bergisch Land an.

Die goldenen Zeiten aber – so scheint es – sind vorerst vorbei. Der ECB musste lange indirekt um seine Existenz fürchten, weil die Zukunft der Eishalle unklar war. Die Alligators waren 2006 und 2014 Deutscher Meister, lagen Ende 2021 auch mit Blick auf den Nachwuchs fast in Trümmern, wurden aber durch einen neuen Vorstand gerettet, der den Club nun in Ruhe wieder aufbaut – bisher mit Erfolg. Bei den Paladins sieht es strukturell gut aus, etwa 1000 Fans sind bei den Heimspielen jeweils dabei, aber sportlich läuft es dieses Jahr kaum.

Düster ist die Entwicklung bei den HSV-Basketballern. Wohlgemerkt nicht im Nachwuchs, der in allen Altersklassen besetzt ist. Doch das Aushängeschild eines jeden Clubs, die erste Mannschaft, wurde nun aus der Oberliga noch vor dem Saisonstart zurückgezogen. Dies hatte sich angedeutet, zumal das Team Ende der vorigen Spielzeit oft nur in Mini-Besetzung antrat und Trainer Benjamin Heck im Sommer seinen Rückzug bekanntgab, obwohl er einige Monate zuvor Pläne für die neue Saison vorgestellt hatte.

Domenica Cassataro, die Sportliche Leiterin der Basketballabteilung, bedauert diesen Schritt, musste aber letztlich akzeptieren, dass es trotz angebotener Probetrainings nicht gereicht hat, der Truppe eine adäquate Breite zu verpassen. „Es ergibt keinen Sinn, auf Biegen und Brechen eine Mannschaft aufzustellen“, sagt sie und verweist auch auf die Auswirkung der Corona-Pandemie. „Vorher waren viele Feuer und Flamme, danach sind doch einige abgesprungen.“ Ob die Entwicklung vermeidbar gewesen wäre, sei einmal dahin gestellt. Unter dem Strich bleibt aber das Gefühl, dass der Basketball im eigentlich komplett auf Handball ausgelegten HSV noch nicht angekommen ist. Auf der Homepage des Vereins ist redaktionell nichts zu den Korbjägern zu finden. Dass gut ein Jahr nach dem Wechsel der gesamten Abteilung von der TSG zum HSV die Aufbruchstimmung dahin zu sein scheint, ist einfach traurig.

TOP Fußball: Traumstart von Wald 03, SV und BV Gräfrath.

FLOP Fußball: Beim TSV ging Mittwochabend das Flutlicht aus.

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