Handball

Gislason sieht viel Potenzial beim BHC

Mikkel Oelze, Lou Albert, Tom Ebeling, Lotte Güntzel und Maximilian Neul (v.l.) aus der BHC-Jugend durften dem Bundestrainer ihre Fragen stellen.
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Mikkel Oelze, Lou Albert, Tom Ebeling, Lotte Güntzel und Maximilian Neul (v.l.) aus der BHC-Jugend durften dem Bundestrainer ihre Fragen stellen.

Der Bundestrainer war bei Walbusch zu Gast und sprach dabei auch über den Bergischen HC

Das Gespräch führte Thomas Rademacher

Das Solinger Unternehmen Walbusch ist seit geraumer Zeit Fashion-Partner des Deutschen Handball-Bundes und seit kurzem auch Unterstützer von Handball-Bundesligist Bergischer HC. Im Rahmen eines PR-Termins hat sich Bundestrainer Alfred Gislason die Zeit genommen, über die Nationalmannschaft, den BHC und den geplanten Hallenneubau zu sprechen.

Herr Gislason, der nächste Trainingslehrgang der Nationalmannschaft steht kurz bevor. Diese sind erst unter ihrer Leitung eingeführt worden. Worum geht es dabei?

Alfred Gislason: Wir hatten während der Corona-Saison 2020/21 wenig Zeit für die Nationalmannschaft. Eigentlich stehen uns die zusätzlichen Termine nicht zu, aber es funktioniert mit Zustimmung der Bundesliga-Trainer. Die Trainingslehrgänge helfen vor allem, junge Spieler heranzuführen und sie auch tatsächlich im Umfeld der Nationalmannschaft zu erleben. Das ist schon noch etwas anderes, als sie nur von der Tribüne aus zu beobachten.

Vom Bergischen HC befinden sich David Schmidt, Lukas Stutzke, Alexander Weck und Tom Bergner im Dunstkreis des Nationalteams. Letztgenannter war im ersten Lehrgang vor gut einem Monat dabei, diesmal aber nicht. Waren Sie mit ihm zufrieden?

Gislason: Er hat großes Potenzial für die Zukunft. Er hat den Vorteil, dass er auch im Innenblock decken kann. Bei den Junioren war er mir vor einigen Jahren schon aufgefallen, seitdem hat er sich sehr gut unter BHC-Trainer Sebastian Hinze entwickelt. Auch die Arbeit mit Max Darj hat ihm sicher geholfen.

Die anderen drei Spieler sind auch beim kommenden Lehrgang in Großwallstadt gesetzt. Steht David Schmidt auf dem Sprung in den EM-Kader für Januar?

Gislason: Er hat sicher gute Möglichkeiten, aber wir haben für die Position natürlich in Fabian Wiede, Kai Häfner, Djibril M’Bengue und auch Franz Semper viele Optionen. Weil David auch ein guter Abwehrspieler ist, hat er eine gute Chance. Ich muss es erst in einem Monat entscheiden, und dabei spielt es selbstverständlich auch eine Rolle, wie die Spieler in ihrem Verein drauf sind.

In der feinen Walbusch-Kleidung fühlt sich Alfred Gislason „sauwohl“, wie er es beschreibt.

Bei Lukas Stutzke und Alexander Weck geht es dann mehr darum, sie näher ans Nationalteam zu bringen?

Gislason: Genau, bei beiden freut mich die Entwicklung ungemein – vor allem, weil sie immer besser in der Abwehr werden. Mir geht es auch darum, einen Vergleich zu haben, wie zum Beispiel Alexander Weck gegenüber Julius Kühn steht. Dass Lukas Stutzke im Innenblock decken kann, wird für ihn möglicherweise noch ein großes Plus sein. Es ist schade, dass er jetzt wieder Pech hatte und wahrscheinlich mit einer Verletzung fehlen wird. Bei Weck sieht man eine hohe Spielintelligenz und ein tolles Potenzial im Rückraum. Das will ich einfach live erleben.

Wie sehen Sie den Status quo beim BHC?

Gislason: Als Außenstehender fällt mir da ein Urteil schwer. Sebastian Hinze hat ganz sicher sehr gute Arbeit geleistet, hat jetzt gerade aber auch Probleme mit Verletzungen. Die 15-Tore-Niederlage in Berlin hat mich natürlich überrascht, aber das kann auch Gründe haben, bei denen ein Trainer nicht gegensteuern kann.

Nach der Saison geht David Schmidt, Djibril M’Bengue kommt. Ist das ein guter Tausch auf der rechten Rückraumseite?

Gislason: Es sind unterschiedliche Spieler, aber beide sind sehr gut. Djibril hat mich beim vergangenen Lehrgang sehr positiv überrascht. Obwohl er schon 29 Jahre alt ist, hat er sich beim FC Porto weiterentwickelt, so dass ich ihn für die beiden Länderspiele gegen Portugal eingeladen habe. Er ist ein richtig guter Abwehrspieler, hat Zug zum Tor und war damit eine sehr positive Erscheinung für uns. Ich würde David und ihn auf einem ähnlichen Level sehen. Beide bringen sehr viel Energie in die Mannschaft.

Ein großes Thema im Bergischen ist aktuell der Bau einer modernen Arena. Wie wichtig ist das, um den Handball-Standort zu erhalten?

Gislason: Als damals in den 90ern Magdeburg eine neue Halle bekommen hat, war das spürbar. Das hat einen riesigen Unterschied gemacht und den Club noch mal richtig nach vorne gebracht. Der BHC ist ein sehr sympathischer Verein, der eine tolle Entwicklung hingelegt hat. Deshalb ist es für ihn extrem wichtig, mit einer guten Arena planen zu können.

Besuchen Sie dann auch mal ein BHC-Spiel in Funktion des Nationaltrainers?

Gislason: Das habe ich auch so vor. Ich komme auf jeden Fall schon vorher und werde auch bei Sebastian Hinze ein bisschen hospitieren.

Sind Sie denn noch Bundestrainer, wenn die neue Arena in fünf Jahren steht?

Gislason: Das hoffe ich. Denn es würde ja bedeuten, dass es bis dahin sehr gut für uns mit der Nationalmannschaft gelaufen ist.

Hintergrund

BHC-Nachwuchs: Im Rahmen des PR-Termins durften fünf Kinder aus der E- und D-Jugend des Bergischen HC ihre Fragen stellen. „Wir sind von Walbusch angesprochen worden und haben uns sehr darüber gefreut“, sagt Trainer Liam Güntzel.

Coole Fragen: Die Kids ließen sich die Frage nicht nehmen, ob Alfred Gislason mal bei ihrem Training vorbeikommen könne. Der Isländer willigte ein und blieb auch sonst locker im Umgang mit dem zum Teil ungewohnten Fragen. So gestand der Bundestrainer dabei auch ein, dass er den THW Kiel emotional nicht loslassen könne und dem VfL Gummersbach den Aufstieg gönnt.

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