Handball

HSV gibt noch einen Zähler aus der Hand

Acht Mal traf Cassandra Nanfack gegen Nord Harrislee – ausgerechnet ihr letzter Wurf in der Partie ging an den Innenpfosten. Es wäre das 31. Tor für den HSV Solingen-Gräfrath gewesen und möglicherweise der nächste Sieg. Foto: Kurt Kosler
+
Acht Mal traf Cassandra Nanfack gegen Nord Harrislee – ausgerechnet ihr letzter Wurf in der Partie ging an den Innenpfosten. Es wäre das 31. Tor für den HSV Solingen-Gräfrath gewesen und möglicherweise der nächste Sieg.

In der 2. Handball-Bundesliga spielt Solingens Frauen-Zweitligist 30:30 (16:15).

Von Jürgen König

Corona-Fälle und Quarantäne-Situation hatten dem HSV Solingen-Gräfrath zuletzt arg zugesetzt. So konnte man im Zweitliga-Nachholspiel gegen den TSV Nord Harrislee nicht unbedingt eine Glanzleistung erwarten. Umso bemerkenswerter war es, dass die Gastgeberinnen in der 54. Minute mit 29:25 komfortabel führten. Der fünfte Sieg schien zum Greifen nahe, ehe die eigenen Angriffe zu fahrig vorgetragen und zu schnell abgeschlossen wurden. Die insgesamt elffache Torschützin Madita Jeß führte die Flensburgerinnen wieder heran und löste eine packende Schlussminute aus. Nach dem 30:30 und eigener Auszeit 25 Sekunden vor dem Ende ließ die starke Solingerin Cassandra Nanfack die Führung mit einem Wurf an den Innenpfosten liegen, die Nordfrauen setzten ihren hektischen Gegenstoß ins Aus. So hatte Gräfrath noch eine Chance per direktem Freiwurf durch Vanessa Brandt – der Ball blieb in der Mauer hängen, die Punkteteilung war perfekt.

„Vor einem Jahr wären wir noch freudetaumelnd durch die Halle gelaufen.“
Kerstin Reckenthäler, Trainerin des HSV Solingen-Gräfrath

Dass ihre Mannschaft sich nicht so präsentierte wie schon einige Male in dieser erfolgreichen Saison, dafür hatte Kerstin Reckenthäler Verständnis. „Wir haben zwei Wochen lang kein einziges Mal zusammen trainiert und mussten aus der Quarantäne in den Spielbetrieb“, erklärte die Trainerin, die aufgrund der eingebüßten Kraft-Potenziale bei einigen auf nur sieben Feldspielerinnen setzte.

Dafür klappte es im Laufe der 60 Minuten in einer Klingenhalle, die normale Zweitliga-Rahmenbedingungen ohne Zuschauer bot, gar nicht schlecht. Selbst der 9:13-Rückstand (21.) ließ die Köpfe nicht hängen. Denn die Analyse bis dahin war klar: Vorne blieben inklusive drei vergebener Siebenmeter zu viele gute Chancen ungenutzt, hinten stand das Torhüter-Duo Lisa Fahnenbruck/Natascha Krückemeier klar im Schatten der Amerikanerin Sophie Fasold im TSV-Gehäuse. Aber auch die war machtlos, als insbesondere die Außen Merit Müller und Franziska Penz sehenswert trafen und ihre Mannschaft bis zur Pause sogar noch mit 16:15 in Front brachten.

Die Trümpfe lagen nun auf Seiten der Solingerinnen, zumal Flensburgs Klasse-Shooterin Jeß frühzeitig mit zwei Zeitstrafen bedacht war und vorerst nur im Angriff eingesetzt wurde. Bis auf eben jenes 29:25 setzte sich der HSV auch dank einer mittlerweile glänzend parierenden Krückemeier ab – und versäumte es, noch mehr an der Tordifferenz zu schrauben. Was das Spiel offen sowie spannend hielt und letztlich für die Punkteteilung, die vierte der noch sieglosen Gäste, sorgte.

„Als wir mehrfach mit vier Toren vorne lagen, haben wir es nicht geschafft, die Angriffe clever zu Ende zu spielen“, monierte Reckenthäler, die angesichts des tollen Saisonstarts appellierte, die Erwartungen nicht zu hoch zu hängen. „Vor einem Jahr wären wir noch freudetaumelnd durch die Halle gelaufen“, blickte die 38-Jährige auf die vergangene Spielzeit zurück. Als diese im Frühjahr abgebrochen wurde, hatte Gräfrath im Abstiegskampf neun Punkte auf dem Konto – exakt so viele wie jetzt nach erst sechs Begegnungen.

HSV Solingen-Gräfrath: Fahnenbruck, Krückemeier; Nanfack (8, 3), Penz (5), Brandt (5, 2), Karathanassis (4), Müller (3), Reinarz (3), Senel (2)

Tabelle

2. Bundesliga, Frauen

HSV Gräfrath - TSV Nord Harrislee 30:30

Füchse Berlin - Werder Bremen 30:19

1. Füchse Berlin 8 231:171 15:1

2. SG Herrenberg 7 196:169 12:2

3. BSV Zwickau 6 164:142 10:2

4. TG Nürtingen 7 196:183 10:4

5. HSV Gräfrath 6 178:153  9:3

6. HC Leipzig 7 192:176  9:5

7. Tus Lintfort 7 185:187  7:7

8. VfL Waiblingen 6 151:160  6:6

9. TSV Nord Harrislee 7 175:189  4:10

10. TVB Wuppertal 7 165:187  4:10

11. SG Kirchhof 7 176:208  4:10

12. HSG Freiburg 7 165:183  3:11

13. HC Rödertal 7 175:211  2:12

14. Werder Bremen 7 181:211  1:13

Das nächste Spiel: TG Nürtingen - HSV Gräfrath (Samstag, 14. November, 19.30 Uhr)

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Unding: Amateur- und Jugendsportler vor nächster Pause
Unding: Amateur- und Jugendsportler vor nächster Pause
Unding: Amateur- und Jugendsportler vor nächster Pause
BHC: Vorbereitung ist diesmal besonders spannend
BHC: Vorbereitung ist diesmal besonders spannend
BHC: Vorbereitung ist diesmal besonders spannend
Alligators nehmen eindrucksvoll Revanche
Alligators nehmen eindrucksvoll Revanche
Alligators nehmen eindrucksvoll Revanche
Mit Trotz und Optimismus in die neue Saison
Mit Trotz und Optimismus in die neue Saison
Mit Trotz und Optimismus in die neue Saison

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare