VfB gestattet Reusrath den Rausch eines Neulings

Marvin Stahlhaus (l.) im Duell mit Reusraths Kapitän Fabian Steinhäuser – der VfBer war Torschütze zur 1:0-Führung. Foto: Moritz Alex
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Marvin Stahlhaus (l.) im Duell mit Reusraths Kapitän Fabian Steinhäuser – der VfBer war Torschütze zur 1:0-Führung. Foto: Moritz Alex

Solinger Fußball-Landesligist gibt einen 3:1-Pausenvorsprung aus der Hand – 3:5-Niederlage in Langenfeld

Von Timo Lemmer

Nachdem er zuvor über weite Teile der 90 Spielminuten die Coaching-Zone auf und ab gerannt war, blieb Necati Ebrem mit Abpfiff des ersten Saisonspiels seines VfB Solingen dann erst einmal über zehn Minuten regungslos auf der Bank sitzen. Seine Co-Trainer Erdim Soysal und Rossi Tilaro hingegen marschierten wütend beziehungsweise konsterniert Richtung Kabine. Die hatten sie in Reusrath rund 45 Minuten zuvor hoffnungsvoll verlassen – doch auf eine 3:1-Pausenführung folgte für den VfB beim Langenfelder Aufsteiger noch eine 3:5-Niederlage. „In der ersten Halbzeit haben wir Reusrath noch super zu Fehlern gezwungen. Aber als mit Wiederanpfiff direkt das 2:3 gefallen ist, wir dann bald auch noch in Unterzahl waren, kippte das Spiel“, sagte Manuel Habljak. Der Sportliche Leiter der Baverter konstatierte einerseits eine vielversprechende erste Hälfte, mahnte aber auch an, dass die Elf noch an taktischer Reife zulegen müsse.

Es war die Phase rund um die 60. Minute, in der Ebrem seine Spieler wohl liebend gerne zu einer Art Auszeit zusammengetrommelt hätte – doch anders als in vielen Hallensportarten gibt es diese im Fußball eben nicht. Und so agierte der VfB weiter wie ein wilder Haufen, mal kopflos, mal chaotisch, dazu mit einer Portion Pech, und weckte damit endgültig die Kampfkraft der Hausherren. Die Reusrather waren direkt stark aus der Pause gekommen, während beim VfB urplötzlich nichts mehr an die blitzsauberen ersten 45 Minuten erinnerte.

Dem Gastgeber hingegen merkte man plötzlich an, dass sich Aufsteiger im ersten Heimspiel, wenn dann auch noch alles für sie läuft und das Publikum plötzlich aufwacht, in einen Rausch spielen können. Der VfB ebnete dafür erst den Weg und ließ es dann geschehen. Deswegen stimmten Soysal und Tilaro später auch überein: Selbst wenn die entscheidenden Gegentore drei – fraglich, ob der Ball überhaupt hinter der Torlinie war – sowie vier – hier unkten die Reusrather später selbst, die Hereingabe sei zuvor im Aus gewesen – diskussionswürdig waren, die Niederlage musste sich der VfB komplett selbst ankreiden.

„Wenn es hektisch wird, werden wir zu schnell nervös.“

Manuel Habljak, Sportlicher Leiter

Zumal in der Halbzeit klar angesprochen wurde, was die Elf nun erwarten würde: ein Gegner, der direkt einen Sturmlauf versuchen und körperlich alles reinwerfen würde. So kam es dann auch. Nur dagegenhalten konnte der VfB kaum.

Der Reusrather Aufholjagd waren indes auch zwei VfB-Personalien zuträglich. Kurz nach Wiederbeginn musste mit Vincenzo Lorefice der zentrale Angriffsspieler mit Waden-Problemen vom Feld – darunter litt die Ballsicherheit immens. Die Entlastung tendierte auch deshalb gen Null, weil Matteo Agrusa nach 63 Minuten Gelb-Rot sah. Er musste einen Gegenspieler stoppen, der zuvor problemlos durchs Mittelfeld gerauscht war. Der VfB, der nach dem Anschlusstreffer kurz nach dem Seitenwechsel dann in den letzten zwölf Minuten noch drei Tore kassierte, hatte das Spiel komplett abgegeben. Dabei hatte es gut begonnen. Die jungen Außen Marvin Stahlhaus, Torschütze zum 1:0, und Niklas Albrecht gefielen. Lorefice traf früh zum 2:0, und eine erste Reusrather Gegenwehr stoppte Agrusas 3:1. Doch nach der Pause kam der Rausch des Neulings. Habljak: „Wenn wir Ruhe haben, sind wir gut genug für die Liga. Wenn es hektisch wird, werden wir zu schnell nervös.“

Rund um den VfB

Aufstellung: Trunschke; La Rosa, Adeoye, Noll, Bajut; Rybicki, Agrusa, Stahlhaus (71. Solida), Albrecht (85. Kicki); Lorefice (49. Bastas), Mangia (85. Gbekou)

Tore: 0:1 (1.) Stahlhaus, 0:2 (10.) Lorefice, 1:2 (27.), 1:3 (35.) Agrusa, 2:3 (48.), 3:3 (78.), 4:3 (83.), 5:3 (86.)

Ausblick: Mit dem VfB Hilden 2 trifft der VfB am kommenden Sonntag auf den nächsten Aufsteiger. „Das ist jetzt schon wieder ein Muss-Spiel“, sagt Rossi Tilaro mit Blick auf das erste Saison-Heimspiel: „Die Jungs müssen in der Woche gut arbeiten.“

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