Fußball

Gemeinsam für Tradition und Perspektiven

Heimstätte Bavert: Dort wollen die Teams des SV Solingen in der nächsten Saison häufiger jubeln, als es der VfB in der jetzigen Landesliga-Spielzeit tat.
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Heimstätte Bavert: Dort wollen die Teams des SV Solingen in der nächsten Saison häufiger jubeln, als es der VfB in der jetzigen Landesliga-Spielzeit tat.

Aus dem FC Britannia und VfB Solingen wird der Sportverein Solingen 08/10.

Von Jürgen König

Heimstätte Weyersberg: Dort präsentierten Manuel Habljak (l.) und Davorin Zupanic ihre Pläne.

Man kann es sich noch nicht so ganz vorstellen, dass ein Rossi Tilaro und Erdim Soysal auf dem Weyersberg ihre Kommandos als Trainer der Heimmannschaft geben. So wird es aber sein, zum 1. Juli ist die in vielerlei Hinsicht aufwendige Verschmelzung von VfB Solingen und FC Britannia vollzogen – Tilaro/Soysal werden dann die in die Bezirksliga abgestiegene erste Mannschaft betreuen. Der zukünftige SV Solingen 08/10 soll aber weit mehr als jenes Team beherbergen. „Wir wollen für alle Mitglieder unsere Tradition, die verbindet, fortführen und gleichzeitig Perspektiven verschaffen. Das geht am besten gemeinsam“, sagen die beiden, hinter denen eine lange und intensive Zeit der Wegbereitung liegt: Manuel Habljak und Davorin Zupanic gehören zu den Protagonisten im neuen Fußball-Großverein.

Beide bisherigen Clubs haben schon Versuche der Fusion getätigt. Sowohl hinter dem VfB wie auch der Britannia liegen Gespräche mit der Sportvereinigung Wald 03, die Baverter hatten zudem Verhandlungen mit dem BSC Union geführt. „Irgendwann war man nicht mehr auf Augenhöhe, hier doch“, betonen Habljak und Zupanic die Harmonie, die von den Mitgliedern getragen wurde. Insgesamt nur eine Gegenstimme aus beiden Lagern verdeutlicht den Rückhalt, der quer durch jüngere und ältere Mitglieder geht – sie alle „mitzunehmen“, war und ist die übergeordnete Vorgabe der Konzeption, zu der die ersten Gespräche bereits vor Corona stattgefunden hatten. Seinerzeit noch mit dem inzwischen verstorbenen VfB-Vorsitzenden Frank Marks. Auch er stand hinter der Idee, die nachhaltig Breitensport- und Leistungskomponenten enthält und entsprechende Strukturen erfordert.

„Wir sind uns bewusst, dass es ein langer Weg ist.“

Manuel Habljak und Davorin Zupanic zur Aussicht als gesunder Landesliga-Verein

Dabei will der SV, was Sportverein bedeutet, mit bewährten Kräften zu alter Stärke zurückfinden. Aktuell von zwei Kranken zu sprechen, entspreche nicht der Realität. „Auch alleine wäre es aufgrund unserer Jugend vielleicht gegangen, aber wir hätten uns massiv strecken müssen, um unseren Verpflichtungen gerecht zu werden“, hat Manuel Habljak mit Blick auf Finanzen, Kaderplanung oder Unterbau ein klares Urteil zur vergangenen Saison gezogen: „Wir sind kein Landesliga-Verein.“ An der Kotter Straße war es insbesondere die Pandemie, die kräftig ausgeteilt hat. „Mit Normalität wäre alles wirtschaftlich machbar“, erklärt der rund zehn Jahre lang erheblich in der Verantwortung stehende Davorin Zupanic, dessen Club stark auf die Einnahmen von Hallen-Masters, Karnevalsfeier und Zöppkesmarkt angewiesen ist. Und die sind nunmehr zwei Jahre lang ausgeblieben. Der ohnehin kleine Etat ließ trotz Unterstützung durch treue Britannen keine großen Sprünge zu, der sang- und klanglose Abstieg der Ersten aus der Bezirksliga war eine logische Konsequenz.

Eine Andeutung an die Müngstener Brücke und ein Ball sind Bestandteile des neuen Logos.

Dass es nun generell direkt wieder nach oben geht, ist nicht das erklärte Ziel. „Wir sind uns bewusst, dass es ein langer Weg ist, bis wir als gesunder Verein in Richtung Landesliga blicken können“, meint Habljak, der wie sein Kollege Zupanic auf junge Spieler für den neuen Verein setzt. Der Unterbau beim VfB stimmt, 22 Nachwuchs-Teams waren es zuletzt, nur noch derer fünf indes beim FCB. Hier muss auch in Sachen ausreichender Trainer mit entsprechender Qualifikation ein durch Rückzüge entstandenes Manko bewältigt werden. Es wäre ein Pfund, denn das Einzugsgebiet rund um die Sportstätte im Zentrum der Stadt ist enorm.

Ebenso gilt es am Gemeinschaftsgefühl zu arbeiten – Teil des Konzeptes ist, dass die Mannschaften wechselweise am Weyersberg und Bavert spielen sollen. Neben dem Bezirksliga-Team agiert die Zweite in der Kreisliga A unter der Regie von Daniel Kunze. Geplant ist die Meldung einer dritten und vierten Mannschaft, auch den Frauen kommt Bedeutung zu. Wie eben der Jugend. Der Fokus liegt darauf, mit den A- bis C-Junioren möglichst hoch zu spielen. Spätestens Mitte August, wenn der zweite Teil des Bavert Cups als Sport- und Spielfest steigt, weiß man schon mehr zur Entwicklung. SV Solingen – ein spannendes Projekt 2022.

Rund um den SV Solingen 08/10

Name: Bewusst hat man auf Britannia und VfB verzichtet, etwas Neues konzipiert. Grün und weiß sowie zusätzlich schwarz sind die Vereinsfarben.

Vorstand: Davorin Zupanic (1. Vorsitzender), Bettina Heuschkel (Kassiererin) und Manuel Habljak (Geschäftsführer) stehen in der Verantwortung.

Mitglieder: Der VfB bringt 700 in den neuen Verein ein, die Britannia 200. Damit ist der SV laut Sportbund der stärkste reine Solinger Fußball-Club.

Personen: Jugendleiter ist Enes Musa. Physiotherapeut Arnd Molitor erweitert die sportliche Leitung um Inno Scialabba und Peter Hergl.

Passend zum Thema: Der Prozess der Bindung von FC Britannia und VfB Solingen wird gleich zu Beginn auf eine harte Probe gestellt.

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