Handball

Geburtstag zwischen Sport-Freude und Familien-Leid

Cassandra Nanfack als Leistungsträgerin im vergangenen Heimspiel gegen den MTV Heide – mit dem HSV soll am Ende ein Platz unter den besten Vier, Fünf herausspringen. Derzeit ist es sogar Rang zwei. Foto: Lars Breitzke
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Cassandra Nanfack als Leistungsträgerin im vergangenen Heimspiel gegen den MTV Heide – mit dem HSV soll am Ende ein Platz unter den besten Vier, Fünf herausspringen. Derzeit ist es sogar Rang zwei.

Cassandra Nanfack von den HSV-Handballerinnen durchlebt eine emotionale Zeit.

Von Jürgen König

Sie gehört zweifelsohne zu den Spielerinnen, auf die man beim HSV Solingen-Gräfrath mit am schlechtesten verzichten kann: Cassandra Nanfack ist universell einsetzbar, macht zumeist einen super Job als Rechtshänderin im rechten Rückraum und geht auch mit ihrer tadellosen Einstellung voran. An diesem Donnerstag feiert die gebürtige Kamerunerin ihren 23. Geburtstag – ein unbeschwerter wird es nicht, viel Leid musste „Cassy“ in letzter Zeit verarbeiten.

Anfang 2020 war ihr Vater Rudolf plötzlich verstorben, im Spätsommer des vergangenen Jahres zeichnete sich eine schwere Krankheit der Mutter ab. Die folgende Krebsdiagnose traf die Familie ins Mark, die Handballerin des Zweitligisten kümmerte sich fortan auch intensiv um ihre Schwestern Channelle (20) und besonders Daniela (16). Was nicht so einfach war, denn die Heimat der Nanfacks war und ist Hamburg. „Die Chemos liefen gut, aber Anfang Dezember musste Mama zurück ins Krankenhaus“, erzählt die Neu-Solingerin, die beim für den HSV ehrenamtlich tätigen Gerd Brems eine Wohnung gefunden hat.

Kurz vor Weihnachten ging dann alles sehr schnell. Am 18. Dezember mischte die Nummer 15 der Gräfratherinnen noch beim 30:20-Sieg gegen die Kurpfalz Bären mit und traf drei Mal – unmittelbar danach ging es in die Hansestadt, wo sie ihre Mutter Anne in den Tod begleitete. Sie starb am 22. Dezember im Alter von 51 Jahren. „Ich war sehr froh, dass wir bis zuletzt dabei sein durften und so Abschied nehmen konnten“, erzählt Cassandra Nanfack.

In der vergangenen Woche fand die Beerdigung statt, viel Organisatorisches und Arbeit waren zu erledigen, doch wenige Tage später stand die Sportlerin schon wieder auf dem Feld – dank ihrer Fähigkeit, sich fokussieren zu können, als zehnfache Torschützin zum 33:22-Erfolg gegen Heide. Sie wurde eindrucksvoll ihrem Anspruch gerecht, Top-Leistungen wie vor dem familiären Leid und einer Corona-Erkrankung zu bieten. „Offen, fröhlich, stark, selbstständig“, die Beschreibung der Studentin (Lehramt für Sonderpädagogik) teilt Stefan Bögel, der große Stücke auf die Allrounderin hält: „Zwischen ihr und dem Verein stimmt die Chemie absolut“, sagt der HSV-Manager. Nicht zuletzt von ihm, Trainerin Kerstin Reckenthäler und dem Team erhielt sie eine Menge Rückendeckung, was beim kleinen Kabinenfest nach dem Donnerstag-Training zu ihren Ehren ebenfalls zum Ausdruck kommen sollte.

Spendenaktion für die drei Schwestern

Dass Cassandra Nanfack und ihre Schwestern auch weiterhin dem Wunsch ihrer Mutter nachgehen können und mit dem Erreichen der eigenen Ziele Glück finden, dafür wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Familie, Freunde und Handball-Gemeinde – so der Buxtehuder SV, mit dem sie 2017 Deutscher Meister in der A-Jugend wurde – haben schon einiges verbuchen können. Damit viele Dinge für das Trio im Job und privat bezahlbar sind und sich die Solingerin auf Klausuren sowie das konzentrieren kann, was in der Endabrechnung einen Spitzenplatz in der 2. Bundesliga bringen soll: Handball beim HSV Gräfrath.

Gofund.me/572daf11

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