Fußball

Ganija Pjetrovic macht keine halben Sachen

Ganija Pjetrovic (l., mit Salih Altuntas) stand erstmals als Trainer an der Seitenlinie des 1. FC. Er weiß, worum es diese Saison geht. Foto: Andreas Horn
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Ganija Pjetrovic (l., mit Salih Altuntas) stand erstmals als Trainer an der Seitenlinie des 1. FC. Er weiß, worum es diese Saison geht.

Das 9:1 des 1. FC Solingen im ersten Testspiel soll der Anfang einer Erfolgsgeschichte für den A-Kreisligisten sein.

Von Nils Buchmann

Wenn man beim 1. FC Solingen in rund zehn Monaten auf diesen Sonntag zurückschaut, dann soll genau dort der Grundstein für das große Ziel des inzwischen zehn Jahre alten Vereins gelegt worden sein. Denn sollte im Mai 2021 tatsächlich der langersehnte, meist aber in irgendeiner Form verklausuliert formulierte Aufstieg in die Bezirksliga feststehen, dann wird man am Schaberg vieles richtig gemacht haben. Und einige durchaus interessiert beäugte Personalentscheidungen werden sich als geglückt bezeichnen lassen.

Bis es so weit ist, sieht die Realität beim A-Kreisligisten jedoch erst einmal weniger glanzvoll aus: Laufschuhe, Ausdauertraining, Testspiele – all das, vorauf ein Fußballer gemeinhin gerne verzichten würde, steht in den kommenden Wochen auch beim 1. FC auf dem Vorbereitungsplan. Elf Tage vor dem eigentlichen Auftakt im Trainingslager in Windeck sorgten Shanthushan Srikanthan und Hassan El-Zein (je 2) sowie Benjamin Hakiri, Salvatore Longobucco, Gianni Apruzzese, Hani Bali und Seyyid Taha Ünlü beim 9:1-Erfolg im ersten Vorbereitungsspiel gegen den ehemaligen Platznachbarn und B-Kreisligisten Osmanlispor Solingen nun aber erst einmal für einen gelungenen Start in die neue Spielzeit. Ganz zur Freude des neuen Cheftrainers Ganija Pjetrovic: „Ich habe bereits viele gute Ansätze gesehen. Dafür, dass wir bisher nur freitags aus Spaß ein bisschen kicken und noch einige Spieler fehlen, war es schon ganz gut.“

Mit Pjetrovic haben sich die Schaberger ohnehin einen echten Aufstiegsexperten an die Linie geholt. 2018 war er Teil des Trainerduos Sezer/Pjetrovic, das den VfB in die Landesliga hievte, 2008 und 2016 führte er Wald 03 in die Bezirksliga, 2006 als Spielertrainer auch den FC Britannia.

„Wir wollen aufsteigen, deshalb bin ich hier.“
Ganija Pjetrovic, Trainer des 1. FC

Prognosen und Einschätzungen des 54-Jährigen dürfen also durchaus als gewichtig gelten. Und daher werden Ziele und Ansprüche, anders als in den Vorjahren, in dieser Spielzeit klar formuliert: „Wir wollen aufsteigen, deshalb bin ich hier. Etwas anderes zu sagen, wäre falsch“, betont Pjetrovic und hat dabei wenig überraschend vor allem den BV Gräfrath als Hauptkonkurrenten ausgemacht. Sein Kader sei gut genug dafür, auch wenn Kapitän Fabio Couspatras verletzungsbedingt bis auf weiteres pausieren wird.

Neben dem Trainer ragen im bereits jetzt nahezu kompletten Kader besonders zwei neue Namen heraus: Zum einen Shanthushan Srikanthan, der nach einem halben Jahr Landesliga nun zwei Schritte zurückgeht und sich gegen Osmanlispor mit zwei Toren und zwei Aluminium-Treffern in 45 Minuten schon einmal standesgemäß vorstellte. Der schnelle Außenstürmer, der nach zwei starken Spielzeiten beim SV Ditib in der Winterpause an den Bavert wechselte – dort aber meist unter seinen Möglichkeiten blieb –, wird in der Kreisliga wieder nachweisen müssen, einer Mannschaft auch gegen spielerisch weniger beschlagene Konkurrenz dauerhaft weiterhelfen zu können.

Zum anderen der spielende Co-Trainer Dennis Malura, der nach 15 Jahren und unter anderem 155 Drittliga-Spielen fußballerisch zurück in der Klingenstadt ist. Der inzwischen 36-Jährige soll von der Sechser-Position die Mannschaft der Blau-Gelben zusammenhalten, fehlte beim 9:1 aber noch urlaubsbedingt. Bei Professionalität, Erfahrung und Spielverständnis dürfte ihm in der Liga niemand das Wasser reichen können. Ob das allerdings genügt – auch im Kontext mit den übrigen Zugängen, die meist nur über Erfahrung in der Kreisliga verfügen – ist eine der Fragen, die den 1. FC in dieser Saison zu einem äußerst spannenden Projekt machen.

Neues Personal

Der schmerzlichste Verlust dürfte der Wechsel von 20-Tore-Stürmer Dennis Dudek zu Anadolu-Munzur sein. Neben Shantu Srikanthan (VfB Solingen) soll das offensiv vor allem durch Gianni Apruzzese (TG Burg) und Daniel Eberle (zuletzt TG Hilgen) kompensiert werden. Ebenfalls neu sind Dustin Kirn (SC Radevormwald 2), Gianni Lo Martire (TG Burg), Salvatore Longobucco (Ayyildiz Remscheid), Schlussmann Fotios Papapostolou (DV Solingen 2) und eben Malura (TVD Velbert).

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