Fußball

Fußballer fiebern Saisonstart entgegen – im Tennis

So sieht Vorfreude aus: Die Fußballer ähhh Tennisspieler fiebern den ersten Ballwechseln entgegen. Am Sonntag kämpfen sie in Lennep erstmals um Punkte. Foto: Michael Schütz
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So sieht Vorfreude aus: Die Fußballer ähhh Tennisspieler fiebern den ersten Ballwechseln entgegen. Am Sonntag kämpfen sie in Lennep erstmals um Punkte.

Noch- und Ex-TSVer bilden die neuen Herren 30 des TC Ohligs – am Sonntag beginnt deren erste Medenspielzeit.

Von Fabian Herzog

Rafael Nadal kann sich warm anziehen. Zumindest, wenn man den – zugegebenermaßen nicht ganz ernst gemeinten – Ankündigungen der neuen Herren 30 des TC Ohligs Glauben schenken darf. „Auferstanden aus einer Schnapsidee, gekommen um Nadals Vorherrschaft auf den Sandplätzen dieses Planeten zu beenden“, heißt es auf der Facebookseite der neu gegründeten Mannschaft, deren Protagonisten in der Solinger Sportszene keine Unbekannten sind. Allerdings nicht vom Tennis, sondern eigentlich vom Fußball.

Tim Hartkopf, Michael Stamm, Nils Esslinger, Jonathan Welzel, Niklas Ermen, Andreas Schäfer, Daniel Nohlen, Tim Bogner, Bastian Köchling und Tobias Friße haben jahrelang für den TSV gespielt. Auch Yorik Heiber und Uwe Rütjes verbindet man doch stark mit der Höher Heide und nicht etwa mit der Anlage an der Kiefernstraße. Doch seit einigen Wochen ist alles anders. Da setzten die in die Jahre gekommenen Sportler, die die Fußballschuhe zum Großteil bereits an den Nagel gehängt haben, eben jene Schnapsidee in die Tat um und stellten sich mit ihrem Anliegen beim TCO vor.

„Wir sind alle so heiß auf das erste Spiel.“
Tim Hartkopf

Das Ziel: Als Herren 30 in die neue Saison der Bezirksklasse B zu starten. „Ich habe den Verantwortlichen um Sportwart Christian Darmann gesagt, dass wir nicht die normalen Tennisspieler sind“, erzählt Teamkapitän Nils Esslinger grinsend. Was die Gegenseite keineswegs abschreckte: „Die waren von Anfang an begeistert und haben uns mit offenen Armen empfangen.“

Annika Bruchhaus traut „ihren“ neuen Schützlingen schon einiges zu.

Seitdem sind die Fußballer Teil des TC Ohligs und schon fast nicht mehr von der Anlage wegzudenken. Ihren Einstand gaben sie quasi am Pfingstwochenende, als für einige Stunden die drei Plätze vor der Terrasse stimmungsvoll eingeweiht wurden. Dass dabei auch das eine oder andere Tablett den Weg auf den Court fand und auch beim Training der Durst mal mit einem Kölsch gelöscht wird, gehört ab sofort dazu, passt ins Bild und wird toleriert.

Aber, damit kein falscher Eindruck entsteht: Die neuen Herren 30 sind durchaus ambitioniert. Wobei das sogar noch relativ stark untertrieben ist. „Wir sind alle so heiß auf das erste Match“, erzählt Hartkopf, „das ist krass.“ Er hat, wie einige andere seiner Teamkollegen auch, früher schon mal Tennis gespielt und nicht lange gebraucht, um wieder reinzukommen.

Am Sonntag steht in Lennep die erste Partie auf dem Programm. Wie groß die Vorfreude darauf ist, zeigt das Trainingspensum der vergangenen Wochen. „Es gab im Prinzip keinen Tag, an dem nicht mindestens zwei von uns auf dem Platz waren“, berichtet Bogner, der sogar immer den Weg aus Witzhelden auf sich nimmt, um dabei zu sein. Er sagt: „Für uns ist das eine super Möglichkeit, auch nach dem Karriereende als Fußballer weiterhin als Truppe zusammenzubleiben.“

Kompetente Trainerin zeigt sich vom Team beeindruckt

Für die Ambitionen und den Ehrgeiz dieser Truppe spricht auch, dass sie bei ihren Einheiten nicht nur aus Jux und Dollerei die Filzkugel übers Netz jagen, sondern auch einen Coach für sich gefunden haben. Annika Bruchhaus, Klasse-Spielerin des STC, ist gleichzeitig Esslingers Partnerin und hat sich der Jungs angenommen. „Ich habe selten so gute Anfänger trainiert“, lobt die gebürtige Ohligserin, die mit dem TCO eng verwurzelt ist. Direkt neben der Anlage aufgewachsen, hat sie auf dieser das Tennisspielen gelernt. Dies gibt sie nun an die Fußballer weiter, die sie bislang voll beeindruckt haben: „Die machen alle einen super Job und sind wahrscheinlich die fittesten 30er der Liga.“ Und wie beurteilt sie das Ansinnen, Rafael Nadals Vorherrschaft auf Sand angreifen zu wollen: „Als Herren 50 werden sie das vielleicht mal schaffen.“

Kader

Mit 15 Spielern gehen die neuen Herren 30 des TCO in die Saison. An Position eins und zwei spielen mit Alexander Wolf und Theo Coenen die einzigen beiden Nicht-TSVer. Wobei Letztgenannter aus beruflichen Gründen fast nie kann, aber laut Esslinger eine besonderen Part einnimmt: „Er ist Holländer. Den an Zwei, das macht Eindruck.“ Der Reihe nach folgen an den weiteren Positionen Stamm, Esslinger, Hartkopf, Welzel, Ermen, Schäfer, Nohlen, Bogner, Heiber, Köchling, Alexander Jüntgen, Friße und Rütjes. Letzterer, weiterhin auch Trainer der Bezirksliga-Fußballer, sieht seine Rolle und die geringeren Einsatzchancen entspannt: „Ich bin der Oldie des Teams und schaue gerne zu.“

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