Mein Blick auf die Woche im Sport

Fußball lässt träumen und verzweifeln

juergen.koenig@solinger-tageblatt.de
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ST-Sportredakteur Jürgen König lässt die Woche im Sport Revue passieren.

Ganz ohne einen kleineren Einsatz von Polizeibeamten ging das bergische Fußball-Derby bei verbalen Auseinandersetzungen dann doch nicht über die Bühne, aber dennoch durfte man erleichtert zur Kenntnis nehmen, dass Gastspiele des FC Remscheid in der Klingenstadt wieder möglich sind. Gastgeber Ditib-Vatanspor hatte mit der aus früheren Jahren resultierenden Brisanz aus gemeinsamen FCR- und Union-Zeiten ohnehin nichts zu tun. Für den türkischen Fusionsclub standen Sport und Akzeptanz im Vordergrund.

Punkt eins hat sich im ersten Vereinsjahr als Landesligist sehr positiv entwickelt. Überraschend früh und nicht gerade berauschend begründet erfolgte die Trennung von Neu-Trainer Acar Sar – 22 von 27 möglichen Punkten danach mit Engin Kizilarslan als Coach haben jegliche Diskussionen rasch beseitigt. DV spielt bislang eine klasse Runde und klopft plötzlich ans Tor der Oberliga.

Dass Zuschauer nunmehr zum Weyersberg strömen würden, ist im Gegensatz zu den Bezirksliga-Spitzenspielen der vergangenen Saison noch nicht der Fall. Der Platz an der Klingenhalle weist grundsätzlich in Sachen Infrastruktur zum Beispiel gegenüber 03 oder der neuen TSV-Heimat klare Nachteile auf – keine Stehtribünen, ein echtes Vereinsheim Fehlanzeige, Toiletten weit entfernt. Dies und mehr gehört dazu. Verständlich, dass die DV-Verantwortlichen – durch die mehrmonatige Sperrung des Kunstrasen-Platzes zuletzt zusätzlich gefordert – schon vor Bekanntwerden der Arena-Pläne mit einer Aufwertung liebäugelten.

Es wäre super, wenn Solingen als Großstadt zumindest wieder fünftklassigen Fußball zu bieten hat, was ja auch die Sportvereinigung anstrebt. Dennoch muss man den Stellenwert hinterfragen, und das nicht erst seit Katar. Stets dort auf die sicherlich überdimensionale Kommerzialisierung hinzuweisen, ist heuchlerisch. Gerade in Deutschland wird jeder Euro herausgepresst, gerade hier wird „König Fußball“ alles untergeordnet. Spätesten nach der zweiten WM-Pleite in Folge sollten auch andere Top-Sportarten insbesondere von den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten gewürdigt werden. Wenn ein Pokalspiel Teutonia Ottesen gegen RB Leipzig stundenlang übertragen wird, ist es ein Schlag ins Gesicht derer, die wie beim Handball-Bundesligisten Bergischer HC Schwerstarbeit für einen Etat leisten, über den ein Fußball-Erstligist lacht. Bei allem Verständnis für die Gesetze des Marktes: Hier muss ein Umdenken stattfinden.

Top SLC bleibt mit dem Nikolauslauf ein treuer Partner der ST-Aktion „Kette der helfenden Hände“. Danke!

Flop Nationaler Trend: Läufe leiden nach Corona unter schwächerer Resonanz.

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