Die Woche im Sport von Jürgen König

Frühe Absage im Handball ist ein Bärendienst

juergen.koenig@solinger-tageblatt.de
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Natürlich sind längst nicht alle Teams so heiß auf eine Fortsetzung und mithin auf eine sportliche Wertung.

Lichtblick in Sachen Amateursport und Corona: Der Bergische HC war in Person von Mirko Bernau beim Handballverband Niederrhein vorstellig geworden, um diesen dazu zu bewegen, über den beschlossenen Saisonabbruch zumindest nachzudenken. Bernau als Coach der BHC-Zweiten und seine Oberliga-Kollegen hatten die Gedanken mitgetragen – eine tolle Aktion, die für den verantwortlichen Mann der Löwen viel Arbeit bedeutet hat.

Natürlich sind längst nicht alle Teams so heiß auf eine Fortsetzung und mithin auf eine sportliche Wertung. Der BHC hat wie auch bei den gleichklassigen Frauen seine Ambitionen auf den Aufstieg mit großen strukturellen, personellen und finanziellen Anstrengungen unterfüttert. Das unterscheidet ihn nicht von etlichen anderen Vereinen am Niederrhein. Und gerade diesen Clubs, aber grundsätzlich dem Handballsport unterhalb der Profi-Ebene, haben die Verantwortlichen einen Bärendienst erwiesen. Mitte Februar zu entscheiden, dass monatelang kein Liga-Spiel stattfinden kann, ist unverständlich und ein Schlag ins Gesicht der Ehrenamtlichen, Aktiven und wirtschaftlichen Partner, die sich engagieren. Man kann nur hoffen, dass beim Verband aus dessen positiver Resonanz auf die Eingabe noch eine Kehrtwende wird. Dass man dann auf Modelle in abgespeckter Form zurückgreift, ist ebenso klar wie, dass sich alles am Pandemie-Geschehen orientieren muss.

Aufhorchen ließen die wirtschaftlichen Engpässe bei den Handballerinnen von Beyeröhde Wuppertal, strahlen diese doch in die Klingenstadt hinein. Zum Zweitliga-Rivalen HSV Solingen-Gräfrath, verliert dieser einen Magneten für bestens besuchte Derbys in der Klingenhalle. Aber auch zum Bergischen HC, der aus der Nachbarstadt die Lizenz angeboten bekam. Die Crew um den Sportlichen Leiter Max Ramota überlegte nach eigenem Bekunden reiflich und wählte trotz in Betracht zu ziehenden Verbleibs in der Oberliga den aufwendigen Weg: aus eigener Kraft die Entwicklung von ganz unten (Kreisliga) bis ganz oben (Bundesliga) fortzusetzen. Dass die Verantwortlichen des BHC darüber wohl mal anders gedacht haben, gehört der Vergangenheit an. Sie haben sich hier und heute richtig entschieden.

Wenn man als Sportredakteur derzeit gleich zwei Präsenz-Termine hintereinander hat, ist das schon bemerkenswert. Ebenso besonders ist, dass diese beide im „Sportpark Wald“ stattfinden. Zufall? Kaum, denn der Beginn unserer Vereinsserie war auch auf einen Impuls des porträtierten Wald-Merscheider TV zurückzuführen. Der Großverein ist bestens aufgestellt und innovativ, das Einbinden von E-Sport mag nur ein Beispiel sein. Dieser fasst auch bei den Paladins Fuß, mit ihrem Ex-Quarterback Danny Farley tauchten wir in die Football-Historie des Walder Stadions ein. Dort gab es am 7. September 2019 beim 43:13-Erfolg gegen Troisdorf letztmalig ein Zweitliga-Spiel. Angesichts der langen Zwangspause und der Corona-Umklammerung ist es mehr als bemerkenswert, wie sich die Paladins ihren positiven Geist bewahrt haben und die Saison 2021 planen.

TOP Handball-Bundesligist BHC löst die Engpässe im rechten Rückraum: kurzfristig und für die kommende Saison.

FLOP Solingens Fußballplätze zeigen nach dem Schnee ihr Grün – und bleiben doch verwaist. Besonders die Jugend leidet.

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