Projekt

„Fridays for Future“ spricht sich für weitere Standortsuche aus

Der Standort Weyersberg sorgt bei „Fridays for Future Solingen“ für Kritik. Foto: Christian Beier
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Der Standort Weyersberg sorgt bei „Fridays for Future Solingen“ für Kritik.

Der Weyersberg wird von der Stadt als Standort für eine Multifunktionsarena favorisiert.

Der Förderung von Spitzensport und dem eigenen Wunsch, mehr Veranstaltungen für die Jugend in der Stadt zu generieren, zum Trotz gibt es bezüglich einer Bergischen Arena Kritik seitens „Fridays for Future Solingen“. Schon kurz bevor der angestrebte Grundsatzbeschluss für ein solches Projekt von der Tagesordnung des städtischen Rates genommen wurde, hatte die Gruppe Stellung dazu bezogen. „40 Millionen Euro will die hoch verschuldete Stadt für eine neue BHC-Arena ausgeben“, heißt es immer noch auf der Website „bhc-arena.de“. Aufgerechnet wurde, was man mit dem Geld alles machen könne, zum Beispiel etwa 300 Kilometer Radwege anlegen, 5000 Dächer mit Photovoltaik-Anlagen ausstatten oder 31 Mal alle Solingerinnen und Solinger ins Kino einladen. „Das haben wir gemacht, um einerseits – teilweise satirisch – die Größenordnung besser greifbar zu machen, in der sich das Projektvorhaben bewegt und andererseits darzustellen, was mit dem Geld eigentlich dringend für den Kampf gegen die Klimakrise getan werden müsste“, sagt Karsten Römling.

Neben den Finanzen sei es der Standort, der auf den Magen schlägt. „Das Tal am Rande der Innenstadt bis ins Nacker Bachtal hinein ist bedeutend für den Luftaustausch in der aufgeheizten Innenstadt“, verweist Finn Grimsehl-Schmitz auf die besondere klimatische Bedeutung – seit Jahren im Geoportal ausgewiesen. Der neue Komplex inklusive eines möglichen Parkhauses sei mit Blick auf die erforderliche Luftaustauschzone mit der aktuellen Klingenhallen-Bebauung nicht vergleichbar, zumal neben Grünflächen auch noch ein Kunstrasen- und Bolzplatz wegfallen würden. Grimsehl-Schmitz erachtet angesichts einer „klimatisch mega problematischen“ Situation eine verkehrsfreundliche Erreichbarkeit für einen möglichen Standort als erforderlich – in der Nähe der existierenden Bahnhöfe und vielleicht in Anbindung an die Eishalle.

Konkurrenzsituation und Sanierungsbedarf

Diese Erreichbarkeit sei laut Gutachten nicht gegeben, Arena und Parkhaus würden am jetzt schon überlasteten Weyersberg für noch höheres Verkehrsaufkommen sorgen. „Zudem werden teure Investitionen für den Individualverkehr, wie der Kreisverkehr am Dickenbusch, zurück ins Spiel gebracht. Das ist keine moderne Verkehrspolitik“, heißt es bei „Fridays for Future“. Ein weiterer Bahnhaltepunkt der S7, angebunden an den Weyersberg, sei zwar eine Verbesserung, jedoch nicht zu Ende gedacht: „Auch das wird nur zu weiteren, extremen Mehrkosten realisierbar sein. Außerdem bestünde Konkurrenz zu den bereits im Rat beschlossenen bahnpolitischen Vorhaben. Somit können wir damit überhaupt erst nach Fertigstellung der Arena rechnen“, ergänzt Finn Grimsehl-Schmitz.

Die Gruppe verweist zudem auf die Konkurrenz umliegender Arenen, kommentiert den beträchtlichen Sanierungsbedarf der Klingenhalle in Höhe von 20 Millionen Euro als wohl notwendig und setzt im Sinne eines gesunden Mittelwegs darauf, dass die Verwaltung Fördermittel ausmacht. Diese solle zunächst alle Fragen von Politik und Verbänden beantworten. „Die Stadt muss darstellen, wie die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie, aber auch das Ziel, die Eishalle für den Breitensport zu erhalten, weiterhin erreicht werden können.“ Angesichts der Problematik um den Weyersberg sei es zudem notwendig, dass die Stadt einen alternativen Standortvorschlag unterbreitet.

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