Flag-Football

Über den Haufen laufen gehört dazu

In Neuss traten die Flag-Paladins (in den rot-schwarzen Trikots) gegen die Legion an. Jens Merten (vorne, r.) und Co. unterlagen zwar mit 46:82, hatten aber jede Menge Spaß. Fotos: Christian Offermann
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In Neuss traten die Flag-Paladins (in den rot-schwarzen Trikots) gegen die Legion an. Jens Merten (vorne, r.) und Co. unterlagen zwar mit 46:82, hatten aber jede Menge Spaß.

Bei den Solingen Paladins gibt es seit 2018 eine schonendere Variante, die für große Begeisterung sorgt.

Von Fabian Herzog

Wen die Faszination Football packt, der wird sie so schnell nicht wieder los. Das geht nahezu allen so, die sich einmal der amerikanischen Volkssportart Nummer eins verschrieben haben. Doch nicht jeder kann dieser physisch anspruchsvollen Leidenschaft so nachgehen, wie er oder sie sich das wünscht. Wegen der körperlichen Voraussetzungen. Oder dem Alter. Oder beidem. Für alle die gibt es den Flag-Football. „Das ist die kontaktlose Variante“, erklärt Heike Schürmann.

Sie ist die Teammanagerin der Solingen Paladins, Ehefrau von Headcoach Michael, Vater von Spielerin Nadine und Schwägerin von Spieler Udo Schürmann. Klar, dass sie sich bestens auskennt. Daher relativiert sie ihre ursprüngliche Definition auch umgehend mit einem Lächeln: „Also man läuft sich schon auch mal über den Haufen.“

Gravierendster Unterschied zum herkömmlichen Football ist, dass der Ballträger nicht durch ein Tackling gestoppt wird, sondern durch das Abreißen der Kunststofffähnchen. Diese trägt jeder links und rechts vom Körper an einem Gürtel. Anders ist außerdem:

Mannschaftsgröße: Es stehen sich immer nur jeweils fünf Spieler oder Spielerinnen – beide Geschlechter können gemischt werden – gegenüber.

Spielfeldgröße: Beim Flag-Football wird auf einem deutlich kleineren Feld gespielt. Es ist knapp 46 Meter lang und 23 Meter breit. Auf beiden Hälften gibt es eine Endzone.

Ausrüstung: Es wird ohne Helm und auch ohne Schulterpads gespielt. Normale Sportkleidung reicht aus.

Spielverlauf: Ziel ist es, mit vier Pass- oder Laufspielzügen (Versuche) über die Mittellinie zu kommen – und mit vier weiteren in die Endzone. Der Quarterback darf allerdings nicht selber laufen. Ist ein Angriff abgeschlossen, wechselt der Ballbesitz – ohne den aus dem Football bekannten Punt.

„Flag-Football ist schonender für meinen schon arg gebeutelten Körper.“

Jens Merten, Flag-Footballer

Seit 2018 gibt es die Flag-Abteilung bei den Paladins. Sie entstand durch ein Sommerfest des Vereins, bei dem alle Teams, also Jugend, Frauen und Männer, in gemischten Zusammenstellungen in einem Turnier gegeneinander antraten.

Komplett kontaktlos ist der Flag-Football nicht. Aber wesentlich schonender für die Spielerinnen und Spieler.

„Da haben viele gemerkt, wie viel Spaß das macht“, erinnert sich Schürmann an einen riesigen Zulauf zu Beginn. Zwischenzeitlich gehörten 30 Begeisterte der Mannschaft an, mittlerweile hat es sich bei 20 Spielerinnen und Spielern eingependelt.

Einer von ihnen ist Jens Merten. Der frühere, langjährige Quarterback und Headcoach der Paladins-Footballer hat großen Gefallen an der kontaktloseren Variante seiner Lieblingssportart gefunden. „Die ist deutlich schonender für meinen mittlerweile dann doch schon arg gebeutelten Körper“, sagt der 45-Jährige grinsend. Er findet: „Im Vergleich zur Tackle-Variante spielt die Physis zwar noch immer eine wichtige Rolle, allerdings kann man durch Technik und Routine viel kompensieren.“

Für Merten steht der Spaß am Sport weiterhin im Vordergrund. Er ist aber auch froh, dass die Flag-Paladins mittlerweile auch an einem Spielbetrieb teilnehmen wollen. In diesem Jahr waren sie sowohl für eine NRW-Liga als auch die deutschlandweite DFFL gemeldet. Corona verhinderte beide Teilnahmen aber. Bis in diesen wieder gespielt werden kann, überbrücken die Solinger die Zeit mit Freundschaftsspielen. Wie zuletzt in Neuss oder Mülheim.

Paladins

Flag-Football bietet einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu American Football – findet Jens Merten. Wer Interesse hat, ist bei den Waldern jederzeit willkommen. Momentan wird immer mittwochs von 20 bis 22 Uhr in der Halle Westersburg trainiert. Weitere Infos:

www.solingen-paladins.de

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