Football

Fiktive Teams sorgen für reale Jubelsprünge

Die KFFL-Mitglieder von links: Jens Merten, Marcel Kemper, Marc Albert, Gabriel Langer, René Langer, Tobias Knierim, Peter Weck, Jan Merten, Markus Jantke und Sven Theophil. Foto: KFFL
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Die KFFL-Mitglieder von links: Jens Merten, Marcel Kemper, Marc Albert, Gabriel Langer, René Langer, Tobias Knierim, Peter Weck, Jan Merten, Markus Jantke und Sven Theophil.

Die „Klingenstadt Fantasy Football League“ wird von ehemaligen Spielern und Vorsitzenden der Paladins zelebriert.

Von Fabian Herzog

Es ist nur ein Spiel. Aber wer möchte als Mann schon gerne mit einem rosafarbenen Einhornpulli zu einem Spiel der Solingen Paladins gehen müssen? Genau das blüht Jahr für Jahr dem Verlierer der schon traditionsreichen „Klingenstadt Fantasy Football League“ (KFFL), die von einigen Ex-Footballern und früheren Vorsitzenden der Paladins wie ein kleiner Verein betrieben, gepflegt und zelebriert wird. „Auch nach der sportlichen Football-Karriere brauchen wir alle den Antrieb, Wettbewerb und Leistungsdruck in unserem geliebten Sport“, erklärt der langjährige Spieler, Pressesprecher und Präsident Markus Jantke, um direkt zu relativieren: „Aber eigentlich ist es nur ein Vorwand für Geselligkeit, Grill und Bier.“

Der Wettstreit, der den Managerspielen beim Fußball ähnelt, basiert auf dem speziell in den USA extrem beliebten Fantasy Football. Dabei werden aus Spielern, die in der Profiliga NFL ihr Geld verdienen, fiktive Mannschaften zusammengestellt, die man dann während der Saison auf dem Papier gegeneinander antreten lässt. Durch ein ausgeklügeltes Bewertungssystem erzielt jeder Akteur pro Spieltag eine Punktzahl, die zu einer Gesamtsumme addiert und eben mit der des Kontrahenten verglichen wird. Liefert beispielsweise ein Quarterback in einer Partie einen Touchdown-Pass nach dem anderen ab, bekommt der Fantasy-Football-Spieler, der diesen aufgestellt hat, mächtig Punkte. „In Amerika ist das ein Millionenbusiness“, erzählt Jantke. „Ein Wirtschaftszweig.“ Dort werden sogar bei den Übertragungen die von den Spielern jeweils erzielten Punkte direkt eingeblendet.

„Wir hängen eben sehr an den Paladins.“

Markus Jantke über die Unterstützung für die Walder Footballer

In der KFFL geht´s weniger verbissen zu, dafür mehr um die Geselligkeit und den Spaß an der Sache. Wobei: „Die Jüngeren hängen sich schon mächtig rein und machen das intensiv“, erzählt Jantke. Da werden vor dem Draftday, dem Tag, an dem die Teams zusammengestellt werden, schon mal sämtliche Fachmagazine durchgewälzt. Gemeint ist die nächste Generation. Also die Söhne von René Langer (Gabriel), Andreas Aue (Mats) und Jens Merten (Jan). „Aber insgesamt haben wir eine gesunde Mischung“, findet Jantke.

Er selbst ist seit vier Jahren dabei und hat auf kuriose Art und Weise festgestellt, welche Ausmaße die Gier nach Punkten haben kann. Jantke, bekennender Fan der Tampa Bay Buccaneers („Auch schon vor Tom Brady“), war 2019 zusammen mit Peter Weck, langjähriger TSV-Fußballer sowie aktueller Ligaboss, Kassenprüfer und Fan der Paladins, beim NFL-Spiel seines Teams in London gegen die Carolina Panthers im Stadion. Selbstverständlich entsprechend gekleidet. Als dann aber Christian McCaffrey, einer seiner KFFL-Spieler, gegen die Bucs einen Touchdown erzielte, sprang Jantke jubelnd auf. Staunende Blicke waren ihm damit sicher.

Die „Klingenstadt Fantasy Football League“ ist aber weit mehr als nur der Wettstreit selbst zusammengestellter, fiktiver Teams. Die Mitglieder sind den Paladins seit jeher eng verbunden und unterstützen diese auf unterschiedliche Weise. Jantke und Co. bilden nicht nur die „gefürchtete und lautstarke Treppe“ in der Walder Jahnkampfbahn, sondern begleiten das Team auch immer wieder zu besonderen Auswärtsspielen. Sei es zu Fuß und mit einem Bollerwagen von Aufderhöhe aus zum Derby nach Langenfeld oder als Wochenendtrip nach Hamburg und Berlin. Darüber hinaus gibt´s immer wieder, wie speziell in der schweren Coronaphase, finanzielle Unterstützung für den Verein. „Wir hängen eben sehr an den Paladins“, verdeutlicht der 44-Jährige.

Zurück zum Fantasy-Football-Wettstreit. Der endet immer mit dem Abschluss der regulären Saison und damit weit vor dem in der Nacht von Sonntag auf Montag anstehenden Super Bowl. Zum zweiten Mal in Folge hat Gabriel Langer das Rennen gemacht, weil er unter anderem auf Matthew Stafford, den Quarterback des großen Titelfavoriten LA Rams, gesetzt hat. Und wie sieht´s am anderen Ende des Tableaus aus? Jan Mertens Spieler fuhren dann doch zu selten Punkte ein, bescherten ihm den letzten Platz – und damit einen Besuch bei einer Paladins-Partie im rosa Pulli. Aber es ist ja nur ein Spiel. . .

KFFL

Mitglieder: 13 Spieler mit zwölf zum Teil sehr kreativen Teamnamen haben in dieser Saison an der „Klingenstadt Fantasy Football League“ teilgenommen: Gabriel Langer (mit Merscheid Massaker), Peter Weck (Bavaria Fantastica), Marc Albert (Olbo Knoesterpitters), Jens Merten (Walder Wurfmaschine), Jan Merten (AFC Stadionwurst), Tobias Knierim (Aufderhöhe Steppenwölfe), Marco Methfessel (Rumeln Frogs), Marcel Kemper (Walder Rockets), René Langer (Hilgen Hogs), Markus Jantke (Klingenstadt Kottenbutters) und Sven Theophil (Unterland Unbreakable) sowie Mats und Andreas Aue (als Waterboys OLX).

Social Media: Wer mehr zur Truppe der Klingenstadt-Liga, die beim Blutspenden oder in Heimspielen der Paladins auch mit einem Banner und Bierbechern samt Logo auf sich aufmerksam macht, erfahren will, findet sie auf Facebook unter dem entsprechenden Namen.

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