American Football

Farley mag Brady – und das Walder Stadion

Danny Farley während seiner Zeit im Trikot der Paladins. Foto: Kurt Kosler
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Danny Farley während seiner Zeit im Trikot der Paladins.

Der ehemalige Paladins-Quarterback sucht seine nächste Herausforderung in Frankfurt.

Von Jürgen König

Danny Farley hat in Solingen nicht nur einen Verein gefunden, in dem er zwei Jahre auf hohem Niveau American Football spielte. Nein, die Klingenstadt wurde zumindest zur vorübergehenden Heimat für den US-Amerikaner. Am Schaberg wohnt er gemeinsam mit seiner Ehefrau Beate und genießt die Umgebung dort ebenso wie die jetzt beim Termin mit dem Tageblatt – das Walder Stadion hat Farley in sein Herz geschlossen.

2018 kam der Spielmacher aus der 1. Liga von den Saarland Hurricanes zu den Paladins, die sich nach ihrer perfekten Drittliga-Saison ohne jeden Makel in der German Football League 2 etablieren wollten. Es gelang, auch dank des Neuzugangs. „Die Erinnerungen an die beiden Zweitliga-Jahre sind großartig. 2018 hatten wir ein richtig starkes Team und waren als Zweiter knapp hinter Düsseldorf, 2019 mussten wir mit mehr Verletzungen kämpfen“, spricht Danny Farley insgesamt von zwei guten Jahren.

Für die Saison 2020 war eine sportliche Strategie mit mehr Laufspiel angedacht, was dem gerade 30 Jahre alt gewordenen Publikumsliebling der Paladins nicht wirklich gefiel. „Ich mag es, wenn sich Lauf- und Passspiel die Waage halten“, sagt Farley und schlug seinerzeit einen anderen Weg ein. Genauer gesagt: Er versuchte es. Denn die Corona-Pandemie verhinderte die Umsetzung seiner Pläne.

Es sollte eigentlich zu den Cologne Crocodiles in die höchste deutsche Liga gehen, aber der Trainings- und Spielbetrieb kam wie auch im Unterhaus nie zustande. Wohl aber ein Wechsel ins Ausland, mit den Carlstad Crusaders konnte in Schweden um die dortige Meisterschaft gespielt werden. Und: Farley & Co. holten sich tatsächlich in einem emotionalen Finale, wenngleich ohne Zuschauer, gegen Stockholm den Titel. „Es war eine Überraschung und großartig“, schwärmt der Football-Stratege von seiner Zeit in Skandinavien. Dort wird die Sportart immer populärer, das Niveau war ansprechend – denn viele Import-Spieler nutzten die Chance, in Schweden Geld zu verdienen.

„Unsere Fans waren die besten in der 2. Liga.“

Danny Farley über die Paladins-Anhängerschaft

Eigentlich wollte Farley mit den Crusaders die Meisterschaft verteidigen, aber dann erreichte ihn der Lockruf aus nicht ganz so großer Distanz. Frankfurt Universe bot einen Job als Quarterback und Koordinator für die Offensivabteilung an, was er auch schon in Carlstad gemacht hatte. Und Danny Farley nahm das Angebot des deutschen Erstligisten an. Voraussichtlich Anfang April geht es mit der intensiven Vorbereitung los, die Saison soll im Juni starten. Danny Farley, der auf eine variable Offensive setzen will, sieht eine starke Süd-Gruppe in der 1. Liga, allen voran Schwäbisch Hall. Ein Wiedersehen mit Daniel Rennich und Gino Vito Behling fällt aber flach. Das bisherige Duo der Allgäu Comets wechselt nach Berlin in die European League of Football.

Rennich, Behling, Farley und viele andere – für sie war und ist die Heimstätte der Paladins natürlich immer etwas Besonderes gewesen. „Das Stadion ist viel besser als in Langenfeld oder Düsseldorf. Und unsere Fans waren die besten in der 2. Liga“, schwärmt der Quarterback, der beim Super Bowl natürlich auch die Legende auf seiner Position genauestens verfolgt hat: Tom Brady. „Ich bin ein großer Fan von ihm, mag ihn und habe mich über seinen Triumph mit Tampa Bay sehr gefreut.“

Rückkehr ins Walder Stadion: Danny Farley hatte hier mit den Paladins zwei gute Jahre in der 2. Football-Bundesliga.

Dass den Super Bowl in Florida 22 000 Zuschauer verfolgen durften, ist hierzulande kaum nachzuvollziehen. Die Realität sieht trist aus: So muss sich auch Farley auf heimische Workouts und Laufeinheiten beschränken. In Sachen Athletik-Training ist er allerdings bestens drauf, hat er doch schon als Fitness-Coach gearbeitet. Der Start erfolgte bei Body Health, mittlerweile beim BST Gesundheitszentrum. Der Footballer gibt Kurse vielfacher Art und hat sich auch schon der athletischen Betreuung von TSV-Handballern oder Alligators-Baseballern gewidmet. Paladins, Ehefrau, Job – für Danny Farley hat sich Solingen gelohnt, und soll es nach seinem Frankfurt-Engagement auch weiter tun.

Paladins

Jugend: Dort war Danny Farley während seiner zwei Jahre auch als Coach aktiv. Die Quarterbacks der U16 und U19 wurden von ihm ausgebildet. Ein Job, der ihm großen Spaß bereitet.

Kontakt: Den hält Farley weiterhin aufrecht, so etwa zu Vorstandsmitglied Ingo Hübner und dem ein oder anderen Spieler. „Ich hoffe, dass die Paladins gut durch die Krise kommen.“

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