Mein Blick auf die Woche im Sport in Solingen

Fader Beigeschmack bei der Wertung gegen den HSV

tom
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thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

ST-Sportredakteur Thomas Rademacher sieht, dass das Vertrauen der Handballvereine in den Verband schwindet.

Eines lässt sich festhalten: Der Plan, unter der Flagge des HSV Solingen-Gräfrath in der Handball-Regionalliga mit Spielern aus Donezk anzutreten, ist gescheitert. Manager Stefan Bögel zog die außer Konkurrenz spielende Mannschaft unter der Woche zurück – letztendlich aber nicht, weil es mit der Anreise der ukrainischen Handballer nicht klappte, sondern, weil er den eigenen Spielbetrieb in der Bezirksliga retten musste. Es sei dahin gestellt, ob der Rückzug ohnehin mangels Personal zeitnah vollzogen worden wäre. Hängen bleibt, dass der Schritt aus bürokratischen Gründen erfolgte, für die der HSV nichts konnte.

Was war passiert? Unmittelbar nach dem 36:26-Erfolg des HSV im Bezirksligaspiel gegen den Solinger TB II erfolgte seitens des Bergischen Handball-Kreises eine Wertung gegen die Gräfrather, weil sie einen Sportler eingesetzt hatten, der sich bereits in der Regionalliga festgespielt haben soll. Strittig ist, ob dies in einer außer Konkurrenz agierenden Mannschaft überhaupt möglich ist. Einen faden Beigeschmack hinterlässt es, wenn die spielleitende Stelle diese Wertung mehr oder weniger unmittelbar nach Spielschluss vornimmt – was den Eindruck entstehen lässt, dass man nur darauf gewartet hat.

Üblicherweise wird die spielleitende Stelle überhaupt erst tätig, wenn der unterlegene Gegner einen Antrag stellt. Würde also in diesem Fall der STB II die Einsatzberechtigung einzelner HSV-Akteure hinterfragen, müsste eine Überprüfung stattfinden. Dies geschieht freilich nicht wenige Minuten oder Stunden nach Spielschluss. Zudem hat der STB keine Schritte eingeleitet.

Warum also hier jemand den HSV auf dem Kieker haben könnte, ist die große Frage in dieser Angelegenheit. Im sportlich fairen Umgang sollte es obligatorisch sein, dass dieselbe spielleitende Stelle, die kurz nach dem Abpfiff eine Wertung vornehmen kann, kurz vor dem Anpfiff den HSV darüber benachrichtigt, dass die Spieler X, Y und Z aufpassen müssen, weil sie bereits festgespielt sind. Dass dies nicht geschah, ist ein Unding – und verringert das Vertrauen in den Verband. Nicht nur das des HSV, sondern auch der anderen Clubs.

TOP Christoph Kramer engagiert sich für den Solinger Fußball.

FLOP Handball-Bundesliga: BHC kassiert böse Zehn-Tore-Schlappe.

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