Fußball

Esslinger nimmt beim TSV die Zügel in die Hand

Nils Esslinger ist seit Jahren auch auf dem Feld ein Leistungsträger des TSV. Diese Rolle gibt er auf, um ausschließlich Trainer zu sein. Foto: Kurt Kosler
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Nils Esslinger ist seit Jahren auch auf dem Feld ein Leistungsträger des TSV. Diese Rolle gibt er auf, um ausschließlich Trainer zu sein.

Fußball-Bezirksligist setzt zukünftig auf alleinverantwortlichen Cheftrainer.

Von Timo Lemmer

Die Zeit der Doppel-Funktion auf der Trainerbank des TSV Solingen ist vorbei, und mit dieser Entscheidung auch die Zeit der Jahresverträge: Nils Esslinger, der seit Sommer 2017 immer mit einem Trainerkollegen die Senioren coachte, übernimmt den Bezirksligisten zur kommenden Saison alleinverantwortlich. Sein momentan gleichberechtigter Mitstreiter, Uwe Rütjes, wird dann nur noch in der sportlichen Leitung unterstützend tätig sein. Esslinger: „Es ist eine Riesenherausforderung. Der Verein und auch ich selber möchten den nächsten Schritt gehen. Ich habe richtig Lust darauf.“

Der 30-Jährige, von dessen Trainerqualitäten und Entwicklungspotenzialen man an der Höher Heide ungemein viel hält, hat zudem gleich für zwei Spielzeiten zugesagt. Das war wiederum den Vereinsverantwortlichen um Yorik Heiber wichtig: Da rund um die Höher Heide sowohl im Kader, im Unterbau und als auch in der Infrastruktur viel Bewegung ansteht, sollte auch auf der Trainerposition eine längere Planbarkeit her. Sportchef Heiber untermauert zudem, dass der Verein aufgrund der positiven Zukunftsaussichten auch für andere fähige Trainer „sexy“ gewesen sei: „Wir hatten ebenso eine grundsätzliche Einigung mit einer externen Top-Lösung, letztlich hat uns Nils jedoch mit seinen Ideen und seinem Tatendrang überzeugt, diese Chance zu erhalten. Er bringt alle Fähigkeiten mit, um in neuer Rolle zu überzeugen, der TSV möchte diese Entwicklung mit ihm gehen.“

Meine Maxime ist, das Bestmögliche für die Mannschaft herauszuholen. Freundschaften gibt es da nicht.

Nils Esslinger, TSV-Trainer

In der Tat sei es ein längerer Abwägungsprozess gewesen, berichtet Esslinger, der überlegt hatte, ein Jahr ganz zu pausieren: „Um Weihnachten herum habe ich aber gemerkt, dass ich richtig Bock auf Fußball habe. Ich möchte in die neue Rolle hineinwachsen und habe festgestellt, dass ich mich mit der Position als Trainer mittlerweile viel besser identifizieren kann als mit der als Spieler.“

Esslinger, der im Sommer 2016 von den Sportfreunden Baumberg zum TSV gekommen war, um neben seinem inzwischen abgeschlossenen Studium zum Grundschullehrer auch seine Trainerscheine machen zu können, ist bis heute auch sportlicher Leistungsträger des Bezirksligisten. Nun folgt aber die klare Trennung der Rollen: Seine Fußballschuhe wird Esslinger in den Spind räumen und ab sofort häufiger zum Tennisschläger greifen: Den eigenen sportlichen Eifer stillt Esslinger fortan nur noch beim Tennis-Club Ohligs sowie den täglichen rund 30 Kilometer langen Radfahrten zur Arbeitsstelle in Langenfeld.

Als Trainer mag Esslinger Abstand zum Team gewinnen, und anders als in den Vorjahren die Einheiten nicht mehr nur konzipieren, sondern auch anleiten. „Es ist sicherlich eine große Herausforderung, dass niemand mehr da ist, hinter dem man sich zur Not verstecken kann“, bezeichnet der Klasse-Mittelfeldspieler Rütjes als „Papa Uwe“. Esslinger weiter: „In der neuen Rolle will ich mich dabei als Typ gar nicht verändern. Aber natürlich soll der sportliche Gedanke noch mehr in den Vordergrund treten, als es ohnehin in den vorigen Jahren der Fall gewesen war. Meine Maxime ist, das Bestmögliche für die Mannschaft herauszuholen. Freundschaften gibt es da nicht. Aber das wissen die Jungs längst.“

Karsten Ditscheid kommt als Co-Trainer

Esslinger und Heiber haben Lust, das Zukunftsversprechen des TSV Solingen – dem weit über die Höher Heide hinaus zugetraut wird, perspektivisch emporzuklettern – einzulösen. Dabei war es Esslinger wichtig, einen selbstgewählten Co-Trainer mitzubringen, da der bisherige Co-Spielertrainer Steffen Kugel während seines Referendariats nur noch spielen wird: Es ist Ex-Chefcoach Karsten Ditscheid. Esslinger: „Er wird extrem wichtig für mich, und bringt genau die richtigen Komponenten mit.“

TSV-Chronik

Zu Jahresbeginn 2018 kam Uwe Rütjes als Trainer zum TSV und stabilisierte den damaligen Bezirksliga-Aufsteiger gemeinsam mit Spielertrainer Nils Esslinger – am Ende feierte das Duo den Klassenerhalt in der Relegation. 2018/19 wurde der TSV dann mit Rütjes/Esslinger Elfter. Rütjes ging, Hannes Diekamp wurde Esslingers neuer Spannmann: Das aber nur für ein halbes Jahr. Zu Jahresbeginn 2020 kam daher abermals Rütjes hinzu. Bis zum Abbruch der Spielzeit folgten dann nur vier Meisterschaftsspiele, und in der aktuell unterbrochenen Saison 2020/21 ebenfalls nur acht.

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