Fußball

Erst die Hymnen, dann ein Schützenfest

Ungewöhnlich und emotional: Auch die Nationalhymnen wurden an der Carl-Ruß-Straße gespielt. Fotos:
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Ungewöhnlich und emotional: Auch die Nationalhymnen wurden an der Carl-Ruß-Straße gespielt.

Die Kleinfeld-Nationalmannschaft machte an der Carl-Ruß-Straße Station.

Von Moritz Jonas

Am Wochenende gastierte die Deutsche Kleinfeld-Fußball-Nationalmannschaft an der Carl-Ruß-Straße, um einen Lehrgang in Vorbereitung auf die 2022 in Mexiko stattfindende Kleinfeld-Weltmeisterschaft abzuhalten. Unter anderem gab es in diesem Rahmen einen mehr als eindeutigen 13:0-Testspiel-Sieg gegen das Nationalteam Belgiens.

Zur Einordnung, bei einem solchen Kleinfeld-Länderspiel treten nicht etwa Romelu Lukaku, Thomas Müller und Kollegen in einem sechs gegen sechs gegeneinander an. Die Teams setzen sich überwiegend aus Halb-Amateuren und Ex-Profis zusammen, die bei solchen Lehrgängen gesichtet werden. „Unsere Kader haben in der Regel Oberliga-Qualität“, beschreibt der frühere Bundestrainer und jetzige Sportdirektor des Deutschen Kleinfeld-Fußball-Verbandes (DKFV), Marc Müller, die Stärke der Mannschaft. Teil des aktuellen Kaders war zum Beispiel auch der ehemalige Profi und jetzige Spieler des TSV Solingen, Tobias Haitz. Dieser darf sich durchaus Hoffnungen auf eine Teilnahme bei der WM im März machen.

„Wir haben in Solingen super Bedingungen vorgefunden.“

Marc Müller, Sportdirektor

Der mehr als deutliche Erfolg gegen Belgien ist für den Weltmeister von 2018 zwar ein Erfolg, sollte aber auch nicht zu hoch bewertet werden. „Das ist definitiv kein normales Ergebnis“, erklärt Müller. Als Grund für dieses deutliche Resultat sehe er vor allen Dingen das Verletzungspech bei den Belgiern. Aber auch im deutschen Lager waren nach der Begegnung einige Ausfälle zu vermelden. Deshalb wurde die für Samstagvormittag angesetzte Trainingseinheit abgesagt. „Wir hätten gerade einmal noch acht von 20 Spielern zur Verfügung gehabt“, begründet Müller die Entscheidung.

Packende Szene vom Länderspiel, und eine bezeichnende: 13 Mal traf das deutsche Team innerhalb von 40 Minuten ins Schwarze.

Trotzdem lässt sich beim DKFV nach dem Lehrgang ein positives Fazit ziehen: „Für uns ist ohnehin jede Maßnahme in der Vorbereitung auf die WM wichtig, aber wir sind hier in Solingen auch sehr gastfreundlich empfangen worden und haben super Bedingungen vorgefunden“, freut sich Müller nicht zuletzt über die effektive Zuarbeit durch die Sportvereinigung Wald 03. Auch Bundestrainer Malte Froehlich zeigte sich erfreut: „Mit dem Ergebnis können wir natürlich sehr zufrieden sein, und auch die vier Jungs, die neu dabei waren, haben ihre Sache echt gut gemacht.“

Für die Kleinfeld-Nationalmannschaft wird es jetzt noch drei Lehrgänge geben, bevor es im März zum WM-Turnier Richtung Mexiko geht. Für Froehlich rückt damit die Benennung seines endgültigen Kaders immer näher. Er ist unterdessen noch auf der Suche nach einem für das Kleinfeld ganz wesentlichen Spieler-Typen: „Ein bis zwei technisch starke Spieler würden unserer Mannschaft noch gut tun“, erläutert der Coach. Spieler, die Situationen im eins gegen eins lösen können, seien für das enge 60 mal 35 Meter große Spielfeld nämlich Gold wert.

Generell unterscheidet sich das Spiel auf dem Kleinfeld wesentlich vom Großfeld-Fußball: „Es passiert viel mehr als beim normalen Fußball, es ist quasi eine Vollsprint-Veranstaltung mit vielen Umschaltmomenten“, erklärt Sportdirektor Müller. In der Defensive sei außerdem die Verteidigung des Raums ein wichtiger Aspekt aufgrund der nicht vorhandenen Abseitsregel. Aspekte, die Malte Froehlich vor der Endrunde im März noch perfektionieren möchte. „Grundsätzlich möchten wir einen dominanten Fußball spielen. Es wird aber auch Spiele geben, wo wir weniger den Ball haben werden und uns mehr aufs Umschalten fokussieren müssen“, meint der Trainer.

Denn zu den Topfavoriten zählt die deutsche Auswahl nicht. Wie bei der A-Nationalmannschaft folgte auf den WM-Triumph 2018 das Vorrunden-Aus 2019. Dennoch: „Wir fahren sicher nicht nach Mexiko, um so früh wie möglich am Strand zu liegen, sondern, um so weit wie möglich zu kommen“, gibt sich Froehlich kämpferisch.

Hintergrund

Der Verband, 2012 in Göttingen gegründet, hat sich zum Ziel gesetzt, Kleinfeldfußball national und international zu entwickeln sowie Hobby-und Freizeitfußballern eine Plattform zu bieten.

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