Sportlicher Adventskalender

Er kann seine Rückkehr auf die Platte kaum erwarten

Yannick Fraatz hatte die beste Wurfquote der gesamten Bundesliga, als er sich im März dieses Jahres schwer verletzte. Foto: Mathias M. Lehmann
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Yannick Fraatz hatte die beste Wurfquote der gesamten Bundesliga, als er sich im März dieses Jahres schwer verletzte.

Türchen Nummer 18 im Adventskalender des ST-Sports mit Handballer Yannick Fraatz.

Eigentlich war für Yannick Fraatz immer klar, welche Rückennummer er tragen möchte: die seines Vaters. Handball-Legende Jochen Fraatz lief mit der 14 auf, so dass auch sein Sohn darauf setzte. „In Nordhorn hatte ich sie auch“, sagt der Rechtsaußen mit Blick auf seinen vorherigen Verein. „Als ich dann aber zum Bergischen HC kam, war sie von Maciej Majdzinski belegt. Da musste ich mir etwas überlegen.“ Die Lösung war pragmatisch. „Weil ich mit 18 Jahren meinen BHC-Vertrag unterschrieben habe, wurde es einfach diese Zahl.“ Mit der Nummer lief es beim Handball-Bundesligisten sportlich auch hervorragend. Yannick Fraatz befand sich in der Rückrunde der Saison 2020/21 auf dem bisherigen Höhepunkt seines Schaffens, als ihn eine schwere Verletzung um ein Jahr zurückwarf.

Herausragende 94,44 Prozent seiner Abschlüsse verwertete der Linkshänder, was mit Abstand bester Wert aller Bundesliga-Spieler ist, die mehr als sechs Mal in der Saison aufs Tor geworfen haben. Am 25. März aber passierte es. „Wir haben im Training Abwehr und Gegenstoß gespielt“, erzählt der 22-Jährige. „Als wir den Ball erobert hatten, bin ich den Konter gelaufen und wollte gerade den langen Pass im Sprung fangen. Da bekam ich einen leichten, unglücklichen Kontakt, der mich aus der Balance brachte.“ Fraatz landete mit dem gestreckten linken Bein, das dann nach innen weggeklappt ist. „Es hat ziemlich weh getan, ich glaube, ich habe hyperventiliert.“

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Die Diagnose war erschütternd. Im Knie waren zahlreiche Bänder gerissen – inklusive Kreuzband und Außenmeniskus. „Ich hatte zumindest das Glück, dass es nicht das Sprungbein war“, sagt Fraatz, der sich in der Folge bis Ende Mai zwei Operationen unterziehen musste. „Seitdem geht es nur noch bergauf. Unser Physiotherapeut Severin Feldmann hat sogar schon von einer Bilderbuch-Reha gesprochen.“

Seit zwei Wochen befindet sich der Handballer wieder komplett im Training. Fraatz: „Nur beim Fußball spielen bin ich noch nicht dabei.“ Das alte Gefühl hat sich bereits wieder eingestellt. „Nur, wenn ich Gegenstöße laufe, kommen noch die Gedanken an den Unfall. Das ist Kopfsache.“ Das Knie jedenfalls hält gut, so dass der Rechtsaußen während der EM-Pause im Januar bei den Testspielen dabei sein möchte, um im Februar sein Bundesliga-Comeback zu geben. „Die Zeit muss und möchte ich mir geben. Nicht, dass es doch noch zu einem Rückschritt kommt. So sehr es schon kribbelt und ich dem Team gerne helfen würde.“

Die aktuelle Situation beim BHC belastet natürlich auch Yannick Fraatz. Seit acht Pflichtspielen haben die Löwen nicht gewonnen, die Mannschaft läuft ihrer Form hinterher. „Klar sind viele Spieler derzeit auf sich alleine gestellt. Das ist ein Problem“, sagt Fraatz. Eine Unsicherheit auch im Abschluss sei spürbar. „Dann verfällt man vielleicht auch in persönliche Muster, die es dem Gegner leichter machen. Man wählt zum Beispiel seinen Lieblingswurf, den die Torhüter natürlich auf dem Schirm haben.“ Das Ziel für die Rückrunde ist klar: „Wir wollen so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben.“

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