DHB entwirft einen Acht-Stufen-Plan

Zweikämpfe, wie hier von Kevin Tobolski (TSV) gegen Hiesfeld-Aldenrade, sind beim Handball das A und O. Foto: Kurt Kosler
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Zweikämpfe, wie hier von Kevin Tobolski (TSV) gegen Hiesfeld-Aldenrade, sind beim Handball das A und O. Foto: Kurt Kosler

Handball: Zum lang ersehnten Wiedereinstieg in den Vereinssport nach Corona-Pause

Von Andreas Dach und Fabian Herzog

Es kribbelt. Von Tag zu Tag mehr. So langsam kommen die Sportler in den Entzugsbereich. Das mehrmalige Training pro Woche, die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, die Emotionen – all das bleibt angesichts der coronabedingten Zwangspause auf der Strecke.

Aber: Es gibt ein wenig Licht am Ende des Tunnels. Bei der Sportministerkonferenz sind sehr konkrete Ziele zur Wiederaufnahme des Vereinssports formuliert worden, die bundesweit Hoffnung machen und sich eng an ein Konzept des Deutschen Olympischen Sportbunds anlehnen. Zunächst zielen die Vorhaben auf Freiluftaktivitäten hin, bei denen die behördlichen Regelungen berücksichtigt werden müssen. Das letzte Wort aber haben die Ministerpräsidenten der Länder. Erst in weiteren Lockerungsschritten werden sich die Verantwortlichen mit Bewegungsangeboten in der Halle auseinandersetzen.

Der Deutsche Handball-Bund hat schon einmal für den Amateursport einen Plan zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs erarbeitet. Dieser umfasst acht Stufen. Angefangen vom autonomen und individuellen Training bis zum Wettkampfbetrieb mit Publikum. In einer Verbandsmitteilung heißt es: „Wir müssen kreative und verantwortungsvolle Möglichkeiten finden, wie wir das Training auch in den Sporthallen aufnehmen und zum Spiel zurückkehren können.“

Oberste Priorität hat der Infektionsschutz. In einem Positionspapier hat man für die acht Stufen auch Starttermine hinterlegt. Selbstverständlich abhängig von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und möglichen Lockerungen. Der DHB befindet sich in stetem Austausch mit der Politik und den Behörden.

Stufe 1:

Autonomes Training (aktueller Stand).

Stufe 2:

Individuelles Training (mit Partner oder Anleitung durch Trainer).

Stufe 3: Kleingruppentraining außerhalb. Handballspezifisch ohne Zweikämpfe. Geplanter Zeitpunkt: 7. Mai.

Stufe 4:

Kleingruppentraining in der Halle. Handballspezifisch ohne Zweikämpfe. Geplanter Zeitpunkt: 18. Mai.

Stufe 5:

Mannschaftstraining. Handballspezifisch ohne Zweikämpfe. Geplanter Startzeitpunkt: 1.  Juni.

Stufe 6:

Mannschaftstraining. Handballspezifisch mit Zweikämpfen. Geplanter Startzeitpunkt: 1. Juli.

Stufe 7:

Testspiel- und Wettkampfbetrieb ohne Publikum. Geplanter Startzeitpunkt: 1. August.

Stufe 8:

Wettkampf- und Spielbetrieb mit Publikum. Geplanter Startzeitpunkt: 1. September.

Die Trainer der Solinger Vereine sehen den Plan mit gemischten Gefühlen. „Es ist auf jeden Fall ein Hoffnungsschimmer, an den wir uns klammern können“, sagt Aki Ktenidis vom Oberligisten TSV Aufderhöhe. Er gibt aber zu bedenken, dass der Handball eine „extreme Kontaktsportart“ und daher von Einschränkungen besonders betroffen sei.

In diese Kerbe schlägt auch Leszek Hoft vom Landesligisten Ohligser TV. „Bezüglich der Zweikämpfe muss man die Entwicklung abwarten“, meint er. Das Kleingruppentraining sieht Hoft dagegen deutlich unproblematischer: „Damit wäre schon viel gewonnen.“

Lars Faßbender als Coach der BHC-Frauen ist einerseits ob des Zeitplans skeptisch, sieht aber vor allem das Positive: „Es wäre doch traumhaft, wenn wirklich alles so kommt.“ Allerdings merkt er an, dass dann, wenn das Mannschaftstraining wieder möglich sein soll, bald schon die Hallen wegen der Sommerferien geschlossen werden.

Hintergrund

Der Spielbetrieb bei den Amateur-Handballern endete coronabedingt Mitte März. Mittlerweile ist die Saison beendet worden. Die Aufsteiger stehen fest, Absteiger gibt es keine. Bis zum 15. Mai müssen die Meldungen für die kommenden Spielzeit vorliegen.

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