Fußball

Emotionaler Kampl mutiert zum Feierbiest

Kevin Kampl kostete den historischen Pokaltriumph in vollen Zügen und voller Leipziger Innenstadt aus.
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Kevin Kampl kostete den historischen Pokaltriumph in vollen Zügen und voller Leipziger Innenstadt aus.

Fußballerischer Blick über den Zaun: Marco Königs verlängert beim WSV, Cirillo-Brüder spielen im DFB-Pokal.

Von Fabian Herzog

Im Moment des Erfolges schossen ihm die Tränen ins Gesicht. Wie viel Kevin Kampl der Gewinn des DFB-Pokals bedeutete, wurde unmittelbar nach dem Abpfiff im Berliner Olympiastadion deutlich. Im dritten Anlauf hatte sich der Solinger mit RB Leipzig den Pott durch einen 5:3-Erfolg nach Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg gesichert, der Rest waren Emotionen pur.

War der 31-Jährige, der seit 2017 in Leipzig spielt und jüngst bis 2024 verlängert hat, bis zu seiner Auswechslung in der 69. Minute wenig in Erscheinung getreten, sollte sich das ändern. Erst sah er in der Verlängerung auf der Bank Gelb-Rot, dann mutierte er zum Feierbiest. „Kevin Kampl will sich kaum vom Pokal trennen“, tickerte der Verein am Sonntag von der Pokalsieger-Tour durch Leipzigs Innenstadt, inklusive Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

Wir werden drei Tage Vollgasgeben.

Kevin Kampl über die Ibiza-Tour
Straelens Sportlicher Leiter Rudi Zedi, Gianluca Cirillo, Marco Cirillo und Präsident Hermann Tecklenburg (v.l.).

Kampl, für seine Laufstärke bekannt, hatte auch in der Partynacht konditionelle Klasse bewiesen. „Ich glaube, keiner von uns hat geschlafen“, sagte er am nächsten Morgen im Interview bei Sky. „Den ersten Titel in der Vereinsgeschichte von RB zu holen, ist etwas Unbeschreibliches. Das kann uns keiner mehr nehmen und bleibt für immer.“ Unfreiwillig hatte er bei den Feierlichkeiten für mediales Aufsehen gesorgt, als er eine Dose des umstrittenen Hauptsponsors in den Pokal schüttete. Ein Shitstorm in den sozialen Netzwerken folgte. Der Solinger konzentrierte sich aber lieber aufs Wesentliche, flog mit der Mannschaft nach Ibiza und kündigte vorher an: „Wir werden drei Tage Vollgas geben.“

Auf die Balearen ging´s auch für Marco Königs. Allerdings nach Mallorca – und im ersten Ansatz zum Frustabbau. Der Solinger hatte mit Regionalligist Wuppertaler SV nach zuvor starker Saison (3. Platz) das Niederrheinpokalfinale gegen Straelen mit 0:1 verloren und damit den Einzug in den DFB-Pokal verpasst. Königs war in der 70. Minute eingewechselt worden und lieferte direkt die Vorarbeit zum vergebenen Foulelfmeter von Kevin Pires, der scheiterte, statt zum 1:1 zu treffen (78.).

Königs, mit neun Treffern zweitbester Ligatorschütze des WSV in dieser Saison, hatte am Tag vor dem Finale seinen Vertrag im Tal um ein Jahr verlängert. „Ich bin jetzt seit 2020 im Verein und fühle mich unfassbar wohl hier“, begründete der 32-Jährige. Der Niederrheinpokalsieg sollte Königs' Krönung sein, doch daraus wurde nichts. Stattdessen handelte sich Mitspieler Kevin Pytlik am Ende für ein grobes Foulspiel eine rote Karte ein und leistete sich dann auch noch eine Tätlichkeit.

Grund zum Strahlen hatten stattdessen zwei andere Solinger. Marco und Gianluca Cirillo wechseln im Sommer zum Regionalligisten SV Straelen und fieberten am heimischen Fernseher entsprechend mit. Am Sonntag wird die erste DFB-Pokal-Runde ausgelost und sich zeigen, auf wen die Brüder Ende Juli/Anfang August treffen werden.

Für Marco Cirillo (23) wird der SVS nach dem WSV, Borussia Mönchengladbachs U23, Berliner AK und zuletzt KFC Uerdingen die fünfte Regionalliga-Station sein. Für seinen jüngeren Bruder Gianluca ist der Wechsel ein Karrieresprung. Der 20-Jährige spielte bislang bei den Oberligisten Wattenscheid 09 und SF Baumberg und kämpft aktuell mit dem ebenfalls fünftklassigen Cronenberger SC gegen den Abstieg. Dort trumpft er nach anfänglichen Problemen aber derzeit auf und hat mit drei Toren und einer Vorlage zuletzt maßgeblich dazu beigetragen, dass die Wuppertaler in der Abstiegsrunde drei Partien nacheinander für sich entschieden haben.

Oldie but Goldie

Torhüter Michael Röttgen avancierte in der Bezirksliga-Gruppe 3 zu einem der Matchwinner des SC Ayyildiz Remscheid. Dank der Paraden des 53-Jährigen gelang ein 4:2 gegen Sonnborn und ein wichtiger Schritt zum Klassenerhalt.

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