Eishockey

Das Eishockey verliert ein ganzes Jahr

Da war die Eishockey-Welt noch in Ordnung: Im Januar 2020 unterstützte eine gemischte Mannschaft der Düsseldorfer EG den EC Bergisch Land im Kampf um den Fortbestand von Eissport in Solingen. 800 Zuschauer waren im Südpark zu Gast. Foto: Christian Beier
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Da war die Eishockey-Welt noch in Ordnung: Im Januar 2020 unterstützte eine gemischte Mannschaft der Düsseldorfer EG den EC Bergisch Land im Kampf um den Fortbestand von Eissport in Solingen. 800 Zuschauer waren im Südpark zu Gast.

Beim EC Bergisch Land hakt man die Saison 2020/21 so gut wie ab.

Von Jürgen König

In der vergangenen Saison wurden die Eishockey-Teams des EC Bergisch Land lediglich auf der Zielgeraden von Corona ausgebremst, in dieser Spielzeit hat es sie mit voller Wucht getroffen. „Es deutet alles darauf hin, dass uns am Ende ein ganzes Jahr fehlen wird“, sagt Ralf Alberts, Trainer der Männer und Koordinator im Nachwuchsbereich. Gerade für die vielen Jugendlichen im Verein von der Birkerstraße, aber auch im gesamten deutschen Eishockey, wird die sportliche Entwicklung außer Kraft gesetzt.

Dabei hatte es am 24. Oktober noch einen Hoffnungsschimmer gegeben, als die U13 in der Landesliga tatsächlich um Punkte spielte. Die 1:11-Niederlage beim EHC Troisdorf war noch zu verkraften, schlimmer war die sich abzeichnende Unterbrechung der gerade erst begonnenen Saison. „Ich habe mich in der Kabine damals gar nicht unwohl gefühlt“, hatte Andreas Jordan den Spielbetrieb als Gewohnheit erachtet. Doch es war nur eine Momentaufnahme, mittlerweile fehlt der direkte Zugang. Zwar ist auch der ECB um Online-Aktivitäten bemüht, aber es ist kein Ersatz für Training auf dem Eis. „Wir sind machtlos“, sagt Jordan.

„Zum Glück haben wir bis jetzt nur ganz wenige Abmeldungen.“
Wolfgang Lingen, Vorsitzender des EC Bergisch Land

Als verantwortlicher Coach der Zweitliga-Frauen konnte er ebenfalls noch zwei Partien der Konkurrenz zu Beginn der Saison zur Kenntnis nehmen, dann war Schluss. Andreas Jordan: „Wir hatten uns sinnvoll verstärkt und wären sicherlich auf das Niveau des Vorjahres gekommen.“ Hoffnung bestand zusätzlich auch dahingehend, erneut Pia Clauberg und Laura Brückmann vom Erstligisten Mad Dogs Mannheim für einige Partien aufbieten zu können – die Statuten geben es her.

Doch das war Wunschdenken, wie auch die neue Regionalliga-Präsenz der Männer. „Es ist ganz einfach langweilig, uns fehlt was“, vermisst Ralf Alberts den Kontakt zu seinen Spielern. Greifen sollte bei den Raptors auch ein anderes Konzept, so wären die Junioren als 1b-Vertretung bei den Senioren gestartet, um für Einsätze oben das Rüstzeug zu erhalten. Alberts weiß, dass zur Ersten Akteure älteren Semesters gestoßen waren, da macht sich ein Jahr ohne Spiele schon bemerkbar. Immerhin und gut für den Verein: Im Solinger Eishockey fließt kein Geld, und da auch die laufenden Kosten geringer sind, kann man den Wegfall von Zuschauereinnahmen gut kompensieren – was nicht überall der Fall ist.

Ebenso positiv ist zu sehen, dass der Verein aus dem Südpark enger zusammengerückt ist. „Zum Glück haben wir bis jetzt nur ganz wenige Abmeldungen“, freut sich Wolfgang Lingen über die Treue der Mitglieder. Beiträge werden für Februar und März nicht einbehalten, ab Mai wird versucht, Eiszeiten in Troisdorf anzubieten. Dass es in Solingen noch einmal Eis gibt, ist aufgrund der Infektionslage nicht zu erwarten – der effektive Dialog mit der Lebenshilfe als Betreiber lässt die Möglichkeit aber immer noch zu.

Und natürlich beschäftigen sich die zirka 170 Mitglieder generell mit der Zukunft der Eissporthalle. Die Zusage zum Fortbestand bis Saisonende 2022 steht, mit der Stadtverwaltung arbeitet man in Sachen Neubau. Lingen: „Wir werden wohl in Kürze die beauftragte Machbarkeitsstudie erhalten.“

Vereinsleben

Aktion: Zu Fuß, vornehmlich laufend, wurde die Strecke absolviert, die alle Teams von Solingen aus zu ihren Auswärtsspielorten zurückgelegt hätten. „Das sind rund 4500 Kilometer, welche die 70 Teilnehmer mittlerweile auch geschafft haben“, verspricht Ralf Alberts, Trainer und Koordinator, einige Preise. Und stellt augenzwinkernd eine Fortführung in Aussicht: „Wir müssen ja auch wieder nach Hause.“

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