Das Jahr im Sport von Thomas Rademacher

Eine Verunsicherung wird wohl auch im Sport noch lange erhalten bleiben

+
thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Der Blick zurück auf das vergangene Jahr im Solinger Sport ist ein bisschen wehmütig.

Was in diesen 366 Tagen geschehen ist, hatte sich niemand auch nur im Ansatz vorstellen können. Saisonabbrüche, Absagen von Veranstaltungen, eine Ungewissheit beim Blick auf die Zukunft herrscht nach wie vor. Corona hat Spuren hinterlassen.

Die Vereine haben alles gegeben, um die schwere Zeit zu überstehen. Es wurde Online-Training durchgeführt, Hygienekonzepte wurden erstellt, um zumindest einigermaßen zurück zur Normalität zu finden – Improvisation ist bis heute Tagesgeschäft. Das gilt auch für den Blick auf 2021. Niemand weiß, wann zum Beispiel die Amateursportler im Fuß- oder Handball wieder ins Training einsteigen dürfen und unter welchen Auflagen dies geschehen wird. Die Profis des Bergischen HC (Männer) und des HSV Solingen-Gräfrath (Frauen) spielen zwar, doch wann dies wieder vor Publikum geschieht, kann niemand beantworten. Umso bemerkenswerter ist es, wie souverän es bisher gelungen ist, die Clubs durch die Pandemie zu führen.

Vor einem Jahr war es noch selbstverständlich, dass BHC-Spiele in der Klingenhalle vor ausverkaufter Kulisse stattfinden. Zuletzt war dies am 23. Februar der Fall, als die Löwen die TSV Hannover-Burgdorf empfingen und mit 28:27 gewannen. Das Spiel hatte alles, was das Handball-Herz begehrt – inklusive einer unfassbaren, kaum in Worte zu kleidenden Euphorie, die von den Rängen versprüht wurde, als dem BHC die entscheidenden Aktionen in den letzten Minuten gelangen. Im Zuge unserer Jahresrückblicke haben wir uns die Szenen noch einmal angeschaut. Es wirkte wie der Blick auf ein Relikt vergangener Tage. Besserer, unbeschwerterer Tage. Tatsächlich überkam mich in dieser Situation Wehmut, weil Handball-Feste wie diese derzeit in weiter Ferne erscheinen.

Es bleibt die Hoffnung, dass dies wirklich nur so scheint. Dass die BHC-Hallen bald wieder gefüllt werden dürfen; dass alle Solinger Sportler sich auf einen normalen Saisonbetrieb freuen dürfen, ohne ständig die aktuellen Corona-Zahlen im Blick haben zu müssen; dass die Rückkehr zur Normalität einfach näher ist, als es sich momentan anfühlt.

So unbeschwert wie vor der Pandemie wird es aber auch bei einem vollen Erfolg der Impfstoffe wohl noch lange nicht wieder sein. Die Verunsicherung sitzt tief. Das muss nicht einmal rational so sein, doch bis sich die Gefühlslage normalisiert hat und die Sportler keinen Zweifel daran haben, wann die letzten Spieltage ihrer Saisons stattfinden, wird noch viel Zeit vergehen.

TOP Während bei einigen Handball-Bundesligisten immer wieder Gejammer zu vernehmen ist, nimmt der Bergische HC die Situation erfolgreich an.

FLOP Kaum Vertrauen in Hygienekonzepte – sportartenübergreifend.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Maarse verstärkt die 1. Mannschaft, Faßbender übernimmt die A-Jugend
Maarse verstärkt die 1. Mannschaft, Faßbender übernimmt die A-Jugend
Maarse verstärkt die 1. Mannschaft, Faßbender übernimmt die A-Jugend
Sportprogramm am Wochenende
Sportprogramm am Wochenende
Sportprogramm am Wochenende
Forst-Chef Michael Kölker fördert die Solingen Volleys
Forst-Chef Michael Kölker fördert die Solingen Volleys
Forst-Chef Michael Kölker fördert die Solingen Volleys
Patrick Poetsch strebt spektakuläres Comeback an
Patrick Poetsch strebt spektakuläres Comeback an
Patrick Poetsch strebt spektakuläres Comeback an

Kommentare