Die Woche im Sport

Eine Sanierung der Klingenhalle ergibt keinen Sinn mehr

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thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Wünschenswert ist es, dass auch bei der Arena Bergisch Land über die Stadtgrenzen – wie bei Handball-Bundesligist Bergischer HC gut vorgelebt – gedacht wird.

Von Thomas Rademacher

Am Mittwoch wurde es endlich offiziell. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) verkündete, dass auf dem städtischen Grundstück am Weyersberg aus öffentlicher Hand eine moderne Arena gebaut werden soll. Gleichzeitig verabschiedete sich Wuppertals OB Uwe Schneidewind (Die Grünen) von dem Projekt am Wicküler Park mit Verweis darauf, dass die Investitionskosten von rund 40 Millionen Euro nicht refinanzierbar seien. Generös verwies er auf Nachfrage darauf, dass Wuppertal als Oberzentrum auch einmal große Dinge nach Solingen oder Remscheid geben könne. Und weiter: „Für mich ist das der Lackmustest, dass man das Städtedreieck gemeinsam denkt.“

Man darf gespannt darauf sein, wie viel die Worte inklusive der Ankündigung, Wuppertal werde sich an Vermarktungsstrategien für die neue Arena beteiligen, in ein paar Jahren noch wert sind. Wünschenswert ist es, dass über die Stadtgrenzen – wie bei Handball-Bundesligist Bergischer HC gut vorgelebt – gedacht wird. Dass es bis dahin aber noch eine Weile dauert, zeigen die Reaktionen aus der Nachbarstadt. Die Unzufriedenheit angesichts der politischen Entscheidung gegen die Halle ist groß. Dass diese nun in Solingen entstehen soll, spielt in Wuppertal (noch) eine eher untergeordnete Rolle – das ist völlig wertfrei gesprochen, denn es wäre wohl umgekehrt ähnlich, würde die Klingenstadt das Projekt in ähnlicher Art und Weise beerdigen.

Macht sie aber nicht, sondern plant, die Klingenhalle zu ersetzen. Warum das eine gute Idee ist? Weil die kleine, liebgewonnene Halle am Weyersberg laut Gutachten stark sanierungsbedürftig ist. Es geht um einen Betrag von 18,3 Millionen Euro. Die Stadt hat nun also die Wahl, die 48 Jahre alte Sportstätte zu halten, den Bergischen HC mittelfristig als Ankermieter für Spiele in der Handball-Bundesliga zu verlieren und damit eine große Turnhalle zur Nutzung für Vereine und Schulsport zu haben. Das ist wichtig. Doch klingt es nicht besser, sich die 18,3 Millionen zu sparen, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, eine schicke Arena zu bauen, den BHC in der Stadt zu halten, das Erlebnis, bei den Spielen dabei zu sein zu verbessern, viele interessante weitere Veranstaltungen bieten zu können und auch dort Vereins- und Schulsport möglich zu machen?

Da die zu erwartende jährliche Belastung des städtischen Haushalts im Falle des Neubaus laut Gutachten nur zwischen 100 000 und 250 000 Euro höher wäre, ist es an der Zeit, die Chancen statt der Risiken zu sehen. Die Arena hilft nicht nur dem Profisport, sie kann auch eine Aufwertung für Solinger sein, die sich für Konzerte und Events aller Art interessieren.

TOP BHC-Geschäftsführer Jörg Föste ist zum Vizepräsidenten des Deutschen Handball-Bundes gewählt worden.

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