Lockerung der Corona-Vorschriften

Training startet wieder - unter strengen Auflagen

Nils Esslinger und der TSV werden vorerst nicht kontaktlos ins Training einsteigen. „Das hat mit unserem Fußball ja nichts zu tun“, sagt Manager Yorik Heiber. Archivfoto: Moritz Alex
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Nils Esslinger und der TSV werden vorerst nicht kontaktlos ins Training einsteigen. „Das hat mit unserem Fußball ja nichts zu tun“, sagt Manager Yorik Heiber. Archivfoto: Moritz Alex

Nicht alle Vereine kehren in den Trainingsbetrieb zurück – gerade bei den Fußballern herrscht Skepsis.

Von Thomas Rademacher und Timo Lemmer

Solingen. Am Samstag, 9. Mai, hat die Stadt Solingen alle Freiluftanlagen wieder geöffnet. Es gelten die gängigen Abstandsregeln und diverse Vorgaben für die jeweils beheimateten Vereine. Wir verschaffen einen Überblick, wie die Clubs damit umgehen.

American Football

Die Solingen Paladins wollen die Chance nutzen, um zumindest in abgespeckter Form wieder zu trainieren. „Mit Lauftraining, Agilität und Passrouten können wir uns beschäftigen“, sagt Denis Palenschat, Vorsitzender des Football-Zweitligisten. „Wir arbeiten gerade an einem Hygienekonzept, um ab Freitag alle unsere Mannschaften zurück auf den Platz zu bekommen.“

Kontaktlos ist Football kaum möglich. Trotzdem planen die Solingen Paladins ein abgespecktes Trainingsprogramm.

Männer, Frauen und Jugendteams werden an der Adolf-Clarenbach-Straße und am Schaberg in kleineren Gruppen aktiv sein. „Realistisch sind vier Fünfer-Gruppen, die jeweils eine Ecke des Platzes für sich beanspruchen.“ Um eine echte Saisonvorbereitung durchzuführen, müssen Kontakte allerdings wieder erlaubt sein. Dieser Schritt ist für den 30. Mai geplant. Ob es dann zu einer verkürzten Spielzeit kommt? „Der Verband hofft es, und wenn es so kommt, sind wir natürlich dabei“, sagt Palenschat.

Fußball

Die rasche Öffnung der Fußballplätze hat derweil nicht nur für Freude gesorgt. Die beiden Bezirksligisten TSV sowie DV Solingen äußerten beispielsweise Kritik und wollen weiter abwarten. So findet DV-Sportchef Vedat Atalay, dass Fußball ohne Kontakt ohnehin nicht darstellbar sei. Und: „Doch noch wichtiger ist es, zu wissen, wann gespielt werden kann. Sonst ist trainieren nicht sehr sinnvoll.“

„Da wird oben etwas entschieden und die Verantwortung nach unten durchgegeben.“

Yorik Heiber, TSV-Manager

Yorik Heiber hat noch ganz andere Probleme. Als Vereinsmanager des Großvereins TSV Solingen erreichen ihn viele Anfragen, wann es wieder losgehen kann, seitdem die Landesregierung ihre Lockerungen verkündet hat. „Mir ist es ein Rätsel, wie man Mittwochabend etwas verkünden kann, ohne direkt klare Richtlinien abzugeben. Die Anfragen sind einfach nicht eindeutig zu beantworten.“

Die Politik habe viele falsche Erwartungen geweckt, die Vereine hätten den Schaden: „Da wird oben etwas entschieden und die Verantwortung nach unten durchgegeben.“ Besser sei es gewesen, Lockerungen anzukündigen und mit genug Vorlauf Pläne zu erarbeiten. „Zumal: Selbst wenn Gruppen wieder beginnen, sobald ein Teilnehmer mit dem Virus infiziert ist, geht es für alle 14 Tage in Quarantäne.“

In seiner Funktion als Sportlicher Leiter der Fußballer pocht Heiber nicht eben auf einen Wiedereinstieg ins Training, auch wenn der Platz wieder offen ist. Die Stadt hat klare Richtlinien erarbeitet, Kontakte bleiben verboten: „Das hat mit unserem Fußball ja nichts zu tun. Ich möchte den Verein sehen, der selbstbewusst sagt: Wir können garantieren, dass alles zu 100 Prozent eingehalten wird.“

Der Verband hatte ohnehin verkündet, keine Eile an den Tag legen zu wollen – obwohl ab dem 30. Mai auch Kontaktsport wieder erlaubt ist. Heiber: „Wenn man sieht, welche Auflagen in der Bundesliga gelten, von Jubelverbot bis Masken-Gebot auf der Bank, das ist im Amateurbereich nicht durchführbar. Damit hat man uns einen Bärendienst erwiesen.“ Der TSV ist schon seit Wochen dafür, die unterbrochene Spielzeit komplett abzubrechen und mit Planungssicherheit die neue Saison anzugehen.

Baseball

Bei den Solingen Alligators ist am ehesten von einer normalen Trainingsmöglichkeit zu sprechen. „Aus Vereinssicht begrüße ich die Öffnung sehr, weil unsere Spieler endlich wieder die Chance haben, baseballspezifische Dinge zu tun“, sagt Vorsitzender Peter Niemeyer. „Aus

Ob Wayne Ough (l.) Bälle servieren wird, ist offen – zumal der Baseball-Trainer seine Karriere beendet hat. Doch der Abstand zwischen Werfer und Schlagmann ist groß genug, um die Auflagen zu erfüllen.

persönlicher Sicht hätte ich auch kein Problem damit gehabt, noch etwas zu abzuwarten.“ Damit bezieht sich der Clubchef aber auf die Lockerung des Landes, nicht die Umsetzung durch die Stadt. „Die Zusammenarbeit mit dem Stadtdienst Sport und Freizeit hat hervorragend funktioniert.“

Bereits in dieser Woche dürfen die Alligators inklusive ihres Erstliga-Teams wieder auf den Platz und in den Schlagkäfig. „Wir beschränken uns auf Fünfergruppen, die sich nicht begegnen“, sagt Niemeyer. Das immens wichtige Schlagtraining ist aufgrund des naturgemäß vorhandenen Abstands ohne Einschränkungen möglich. „Nur auf Spielsituationen – mit Angriff und Abwehr gleichzeitig auf dem Feld – müssen wir verzichten.“

Ligastart

Während bei den Fußballern der Abbruch der laufenden Saison im Raum steht, hoffen die Foot- und Baseballer auf einen verspäteten Beginn. Die 2. Football-Liga könnte in verkürzter Form ab September losgehen, der Baseball-Verband erwägt einen Start frühestens Ende Juni.

Welche weiteren Schritte für Hallen und Bäder geplant sind, lesen Sie in dieser Übersicht.

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