Mein Blick auf die Woche im Sport

Eine komplett gebrauchte Woche für den Bergischen HC

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de
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ST-Sportredakteur Thomas Rademacher analysiert die aktuelle Lage des BHC.

Nein, viel schlimmer hätte es für den Bergischen HC in den vergangenen Tagen nicht laufen können. Und das ist nicht einmal auf die Leistung der Handballer bezogen, die teilweise sogar sehr gut war. Es sind die nackten Ergebnisse und damit verbundenen Begleitumstände: Das 26:27 im Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen war schlichtweg sehr unglücklich, dasselbe Resultat in Stuttgart in vielerlei Hinsicht vermeidbar, und das 27:30 beim HC Erlangen vor allem darauf zurückzuführen, dass entscheidende Mannschaftsteile nicht fit waren. Unter dem Strich bleiben nun 4:12-Punkte vor der Länderspielpause, was weder Wünschen noch Erwartungen gerecht wird.

Doch was fehlt dem BHC denn in dieser Saison? Und muss er sich Sorgen um den Klassenerhalt machen? Niemand würde darüber sprechen, hätte das Team ein kleines bisschen mehr Glück gehabt. Gegen die Rhein-Neckar Löwen ebnete Peter Johannesson mit einer überragenden Torhüterleistung den Weg zum möglichen Punktgewinn. Gegen die Mannschaft der Stunde, die nach wie vor verlustpunktfrei ist, reichte es trotzdem hauchdünn nicht. Die Mannheimer trafen mit dem letzten Wurf zum Sieg – das ist immer ein Stück weit Glück oder Pech, je nach Perspektive.

In Stuttgart indes hätte es anders laufen müssen. Eine überragende erste Halbzeit (17:12) brachten die Löwen nicht ins Ziel. Sie vergaben in der zweiten Halbzeit übertrieben viele freie Chancen und schienen plötzlich Angst vor dem Verlieren zu haben. Die ist bekanntlich immer ein schlechter Ratgeber. Dass auch Stuttgart das besagte Glück beim letzten Wurf hatte, erhöht das Frustlevel. Dass eine krasse Fehlentscheidung und damit verbundener Regelbruch die Schwaben zum Sieger machte, ist ein Skandal. Der daraufhin versäumte Einspruch lässt sich als schwerwiegender Fehler bezeichnen, der eines Proficlubs nichts würdig ist. Positiv ist hingegen, dass der Verein dazu steht.

Freilich hatte in der Folge jeder auf einen befreienden Erfolg beim HC Erlangen gehofft. Doch auch der gelang nach guter erster Hälfte nicht. Diesmal vor allem, weil eine Erkältungswelle Teile der Mannschaft lahmlegte.

Ist das alles nun ein Grund zur Panik? Zwei Siege aus den ersten acht Spielen sind zu wenige – auch nach dem großen Umbruch. Aber bei aller Enttäuschung: Glaubt wirklich jemand ernsthaft, die Mannschaft gräbt sich nun so tief ein, dass sie um den Klassenerhalt bangen muss? Das wird nicht passieren. Doch der BHC befindet sich in einer schwierigen Phase, aus der er nun einen Weg finden muss. Mit Trainer Jamal Naji übrigens. Die reflexartigen Rufe nach seiner Entlassung spotten jeder Beschreibung. Gerade in BHC-Sphären sollte man es eigentlich besser wissen.

Die Probleme liegen eher in Spielern, die aktuell nicht ihr Potenzial erreichen. Gerade die Rückraum-Last wird derzeit von wenigen Schultern getragen. Lukas Stutzke und Tomas Babak ragen positiv heraus, doch sie können dies nicht über 60 Minuten. Sie brauchen Entlastung. Die fehlt, weil Mannschaftskameraden verletzt sind oder noch nicht das Level erreicht haben, das man sich von ihnen wünscht.

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